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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-04-12 · Heft 16 (12.4.1852) · p. Seite 190

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 16 (12.4.1852)
Date
1852-04-12
Page
Seite 190 (sequence 10)
Language
German
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, i r Meiner Locken Pracht , Von dem kühlen Naß der Nacht!- Abep unter den-ketzten dkwphen : -; i;: Deikie Huld verkünden mag ' > ' Jeder Tag dem ändern Tag, /'/ ' ' ' Jed^ Nacht der andern Nacht! deÄete "die schlanke Krau schon den Tisch, die. Kinder, zwar'nicht so zahlreich wie „der Sand qm Meere", aber doch in her heiligen Zahl sieben vorhanden und lauter SHne,'rückten sich schon heran und pflanzten.sich „wie die Zweige des OelbaumS" um die Tafel, auf der die Reste des SaöbätbratenS die hungrigen Gänger zum Imbiß einlüden/ Bald füllte sich auch das Zimmer mit Neugierigen- . die begierig, dem Mahlungen des gelehrten Fremden zu- , hörten.. Was sollte aber nun aus Jossel werden?- Wenn, er..a^ch. Hier, vor allen. Verfolgungen sicher war,, so. mußte dnch EtwaS für ihn gethan werden,, um M fortzuhelfti,... Der Elsaffep wußte bald. Rath,. Hm andern Morgen yghm/ er seinen Gast bei der Hand und führte ihn nach dem RäbbinatSgebäüde,' wo er ihn dem alten Rabbi vorstellte und als Jünger emhfahl. Ernst aber freundlich wurde Jossel ausgenommen, der Elsässer gab ihm Kost und Logis, wofür er dessenKinher unterrichten mußte. Mehrere, Jahre verbrachte er in Metz, studirte fleißig in der Tal^ mudschule und setzte auch für sich die esoterischen deut^ . schen Studien fort. Auf die Entwickelung, seines Charakters hätte jener Tag bei Roßbach und seine Folgen große Nachwirkung er gewann eine Energie, der es freilich an Gegenständen der Wirksamkeit fehlte, die sich aber,, zu seiner und Anderer Befriedigung auch in den kleinlichen Verhältnissen seims Lebens offenbarte, sein Gemüth. war ruhig und unverzagt,' nur der Gedanki: an die Heimath erfüllte ihn mit Mhmüthv Er' hatte nach Hause geschrieben, aber keine Antwort erhalten, denn die Kriegsverhältnisse hemmten zur Zeitjeden Verkehr, den auch damals noch kein regelmäßiger Postenlauf erleichterte. Dagegen brachte ihm. der Zufall eine Nachrichttum feinem frühem Reisegefährten, dem Schriftsetzer.: Dieser hattedurch einen fahrenden Schülerdie Anwesenheit Jyffels in Metz erfahren und schrieb ihm alsbald -Jluö der heiligen, Gemeinde Sulzbach den... MMtm süßem, theuern Meunde, dem frommen, weisen, gelehrten und lieblichen Jüngling Jossel/ Sohn LeS ehrrnfestey, und gottgsäubige'w Sandalartz liLeivi zu Sammetloch, Sohnes des braven Sandal'ars Jossel in - Prag, seligen Andenkens/ Sohnesdes gelehrten Levi aus Znäym, dessen Namen bekannt ist in Jstäelftli- - gen Andenkens, Gruß. Ich - habe verkommen - daß - > Dich - Gott, > gepriesen :fei sein - heilig er Name/ geführt hat nach Metz-, der berühmten "Sködt Und Dich begnadigt/ dort Vier Lehren udet hochweisen - MaNnerzü'der^ ' nehmen-. Und die' Port Tag und- Nacht im' Dsetz for- ‘ schen - wenn auch jetzk^ekw großes Licht von ihnin gewichen in dem Rabbi Jonathan, der nach deN drei gro- - ßen Gemeinden imk-'-Ndrden ''gegangen, - Wie '-ich' äüchdernommen. '•> Siehe, so war Gott': mit Dir und hat- Dich erlöset aus der Hand der Krieger/ die uns gefangen nahmen, als: wir' in jenem Dorfe — ich weiß nicht mehr Hen Namen zusämmenfaßeN und von unsrer Familie und Gottes Wort sprächen: Ich muß Dir auch melden, daß die Babi Ainde in Prag leider todt ist, denn sie ist wirklich 'gestorben zu unserer großen Trauer und zum unersetzlichen Verlust, ein und neunzig Jahr alt, zwei Monate- und/drei' Tage.- AM die- Muhme'Jettel ist leider gestorben, aber Vetter Kuhckebt immernoch, -Gott vermehre^ feine- Tage!-leidet' aber große Noth und ich kann ihm nicht hekfrn. Ich weiß ' Nicht, wo Du auf einmal M jenem Tage geblieben bist, ich schrie lange nach Dir, wie der Hirsch nach frischem Wasser, aberDu warst fort. Ich saßauf dem!Hühnerwagen und es war ein Schießen-ohne Ende, daß - meine Glieder zitterten wke Laub und ich - schwankte, ' wie der Schatten der Palme. Gegen Abend aber wurdeeS stiller und die Wagenwurden wett' weg gebracht. Da lag ich' hungernd und ftkerend^ und stöhnte-laut vor Gott, dvr Herz - inidMierewprÄft. - - Wh hörte endlich ein Offizier- und .als''»ich' ihmsägte': ,-Gnädiger - Herr Feldmarschall, lässen- Sie mich fort: Was soll ich hierdie Hühner' sind sd alle! da packte etmich - furchtbar beim Kragen und sagte: Jude-'-scheer' -Dich- ' zum Satan. Ich - gmg aber nicht zum Sätün, sondern nach Meiningen und von da immer weiter, bis ich hierher kam, wo mansehr erstaut' war über alle unsere Thatrn, und daß ich so mit^ dem Leben und mit geraden Gliedern davon gekommen. Gewiß hat uns aber das Verdienst unserS - EltervatepS Joseph Krem, -der vor- Hundert Jahren ürr^ darüber den Märtyrertod' in FreWMr-HistöMch-l bekgeständen.- - --MHas für uns - gestehet am Tage-der Schlächt. Bin^ also hiiw änge-- kommen ohne Rock und Stock, aber der die -Nackenden kleiM/ hat mir wieder BM zum-Essen und- Kleid zum Bekleiden gegeben. Ich' binwieder in Ar--

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