Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 16 (12.4.1852)
- Date
- 1852-04-12
- Page
- Seite 186 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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18« Kar i o f a m. lMitgetheilt durch den ersten RabbinatSassessor Herrn Simon Levy in Posen.) . ' Der.hochselige Rabbiner Herr Salomon Eiger hierselbst wurde beim Beginn seines bettlägerigen Zustandes, Mitte.Marchesvan 612 *) (i. e. am 1,0. November 1851), von einem verschämten armen Gelehrten um eine Unterstützung -zu seiner vorhabenden Reise nach dem gelobten Lande angesprochen. Er gewährte demselben eine, angemessene Beihilfe, und auf bittliches Verlangen des Empfängers zeichnete er in die ihm vorgelegte Unterstützungsliste seinen Namen ein, neben den er statt des Datums die Worte setzte: rrvo3 8bi N^Ndi * 2) (Wir werden leben und nicht sterben, Gen. 47, 19.) . Als Tags darauf auch mir die gedachte Liste vorgelegt wurde, war mir die von dem Herrn Oberrabbiner. Ekger . getroffene Wahl des Datums ein Räthfel, welches Rä.thsel sich am Sonnabend den 3. Januar d. I. in ein Wunder auflöste, da an diesem Tage in der 9ten Frühstunde, gerade in dem Momente, als in der Betschule der Lutz'schen Krankenanstalt, deren Obervorsteher Ekger war, in der Parascha Wjigasch die gedachten Worte: m»2 rrbi iv>n21 von der Kanzel verlesen wurden, EigerS Geist Entfloh und — er war!- Wie? sollte der Hochselige im Vorgefühl seiner nahen irdischen Auflösung und im Bewußtsein der Unsterblichkeit seiner Seele mit jenen Worten: riivd drbl N">N31 bedeutungsvoll das Jenseits habe bezeichnen wollen, wo eö nur ein ewiges Leben giebt, ein Leben ohne Tod? Korrespondenz. Hamburg, im März. Entgegnung wider die Auslassung des Herrn Radbinen Wechsler in No. 10 und 11 d. I. Der Herr Rabbiner Wechsler ist denn nun auch mit seinem Versuch einer Rechtfertigung seiner Kopulation der t) DieS ist die kleinere Zahl der. jüdischen Zeitrechnung .von der, Erschaffung der Welt. 2) Diese Worte enthalten nach der Berechnung ihrer einzelnen Buchstaben in ihrer quantitativen Bedeutung: 1- 6, 2—50, N—8, ''—IO, ln—5, — i—6, b—30, 8—1, — 2—50, 72—40, 1 — 6, n—400 gerade die Zahl 612, also das laufende jüdische Datum in der kleinern Zahl. vom hiesigen Gericht für „vom bürgerlichen Bande", aber nicht durch einen jüdisch-kirchlichen Akt geschiedene Frau in diesen Blättern hervorgetreten, und hat zum Ueberfluß einen ziemlich vehementen, durch daS Auftreten des ftüherhin bekannten Blattes „der Zionswächter" veranlaßten Brief in ein hiesiges Lokalblatt „die Reform" rücken lassen, das nicht wenig erstaunt sein wird, solche Kriegsschiffe auf seinem Rücken zu tragen..— Wenn das fortwährende Klappern mit dem Namen NießerS nun weiter nichts bedeuten soll, als eine Entschuldigung, wie denn ein Mann wie Herr Wechsler dazu kommt, seinen Fürwitz in eine so heikliche, ihn nicht im Mindesten angehende Sache zu mischen, so-wollen wir dies ihm als Pei> son (aber nicht, als-Beamter) gern hingehen lassen; denn auf so wohlfeile Manier berühmt zu werden, ist immerhin eine starke Versuchung.^ Die Anwendung des „Dinä de Malchuta dina" desavouirt also Herr W. Wir loben das, und nehmen an, daß das früher gesehene Gutachten untergeschoben oder verfälscht war. Allein wir fürchten, Herr W. hat nun gar keinen vertheidigungsfähigen Boden unter sich. Jenes Argument hatte sehr, sehr viel gegen sich, aber man wußte doch, woran man war.; jetzt aber, wo Herr W. sich auf die moralische Unwürdigkeit des geschiedenen Ehemannes und auf die hamburgischen Gesetze stellt, als auf die einzigen Punkte auf die es ankommt, hat er wirklich uns halte dans la baue gemacht; und eö ist ganz offenbar, daß er sich nicht die geringste Mühe gegeben hat, sowol die betreffenden Gesetze als den Sachverhalt naher kennen zu lernen. Letzterer wird nämlich von den Freunden jenes Mannes ganz anders kölorirt, und C. erscheint dann gar nicht als das Ungeheuer, das nicht werth ist, der menschlichen Gesellschaft anzugehören. C., so sagen sie, welcher ein sehr lebhaftes Detailgeschäft von Ellenwaaren besaß, sei beim Abschluß der Ehe weit entfernt gewesen, an einen Bankerott zu denken. Sein Geschäft sei ihm, so zu sagen, über den Kopf gewachsen, er habe nicht gewußt, wie er stand, und habe nicht gezweifelt, durch die Mitgift seiner Frau seine Zahlungsverhältnisse in bessere Ordnung zu bringen. Am Morgen nach der, inzwischen perfekt gewordenen, Hochzeit hätten ihn jedoch einige Kreditoren überrumpelt und genöthigt, ihnen Geld und Maaren auszuliefern. Bald darauf sei auch der Schwiegervater erschienen , habe, sich des Restes versichert, und auch feine Tochter wieder mit nach Hause genommen, wo sie noch längere Zeit vergebens nach ihrem Manne zurück verlangt