Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 16 (12.4.1852)
- Date
- 1852-04-12
- Page
- Seite 185 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3225768-3225785--12356-3242522- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Oran 1× ep/1048048
OCR text
185 ist, über die lobenswerte Gesinnung, welche die Vorsteher deS. Tempels geleitet. Nach dieser, mit allgemeiner Befriedigung aufgenommenen Ansprüche wurden die beiden Rollen feierlich an "die Seite ihrer Vorgängerinnen gestellt, bei den Tönen der Orgel, des Piano, der Harfen und eines gut geübten ChorS, und Jeder entfernte sich tief erbaut von der ansprechenden Handlung. — Der Purim-Ball zum Besten der israelitischen Armen hat 3182 Frcs. eingetragen. — Durch Dekret vom 12. Dezember v. I. hat auf den Bericht des Kriegsministers Herr Coblentz, Oberchirurg der zweiten Klasse beim 12ten Regiment, zur Belohnung der außerordentlichen Dienste, die er, während die Cholera Ln der Provinz Oran wüthete, leistete, eine goldene Ehrenmedaille erhalten. Kleine Berichte aus den Gemeinden. Vor Allem erkennen wir eS jetzt für eine wesentliche Aufgabe, das religiöse Leben in den'Gemeinden zu wecken, zu beleben, zu fördern. Man wird'es daher für angemessen finden, wenn wir, wie vor Zähren, eine Zeitlang wieder kleinere Berichte aus den Gemeinden bringen, die Zeugnkß für ein reges Leben geben. Die Redaktion. Ikttwiez, im März. Der hiesige Rabbinatsasseffor Herr S. Brann hatte es sich beim Beginne des Wintersemesters zur Aufgabe gestellt, m einer Chebta, bei welcher er als geistliches Oberhaupt fungirt, zweimal wöchentlich in den Abendstunden Vorträge zu halten, wo er bei dem einen Vortrage das Buch Cusari zur Vorlesung benutzte. So philosophisch dieses Buch auch geschrieben ist, versteht er es dennoch so populär vorzutragen,' daher sich stets bei diesem Vortrage eines zahlreichen Besuches erfreut. — Derselbe hat auch vor einigen Jahren ein Konfirmand en-Jnstitut in's Leben gerufen, wo er allwöchentlich in 2 Stunden Kindern im Alter von 12—14 Jahren, deren Elttrv obiger Chebra angehören, in der jüdischen Zeremonial- Und Rktuallehre Unterricht ertheilt, und in feierlicher Oeffentlichkeit nach vorangegangenem Gottesdienst die Knaben konfirmirt. Im diesjährigen Kursus nahmen 17 Knaben am Unterrichte Tyeil. Auch unsre Schule erfreut sich unter Leitung des Herrn Rektor Cohn eines günstigen Standpunktes und ist dieser nicht minder bestrebt, für die geistige Ausbildung der Jugend die sorgfältigste Mühe zu tragen. , , Greifenberg (Pommern), im März. Gestern hatten wir Gelegenheit, einer Konfirmation - in unserer hiesigen Synagoge beizuwohnen. Dieselbe ist trotz den alten Muckern, die Gesang und Einsegnung als vpn betrachten, dennoch bei gefülltem Hause beider Konfessionen in der größten Ruhe vollzogen worden/ Seit 8 Jahren, seitdem der jetzt in Kolberg angestellte Rabbinatsassessor Herr Lesfer von uns fort ist, fand solche Feier nicht statts dies mag wol daher kommen, weil die nach ihm gefolgten Lehrer keinen Sinn selbst für „Religion" hatten. — Die Predigt, welche der jetzt-hier seiende Lehrer Herr Levy sorvol an die Gemeinde wie an die Konfirmanden hielt, war ungezwungen, geistreich, erbauend und dem Zwecke sehr angemessen, und jetzt erst sehen wir ein, was ein tüchtiger Lehrer leisten kann. Foltischeny (Moldau), 16. Marz. Da die hiesige Synagoge mit Einsturz bedroht, so hat man ein Kvmite aus den drei Herren Saul PaSkal, M. Haldner und M. Jofel zur Erbauung einer neuen gewählt, und ihrer Bemühung gelang es, einen Fonds von 1200 Dukaten schon zusammenzubringen, worunter die Gabe einer Frau, Namens Fokschaner von 500 Dukaten und eines Herrn L. Kenis von 300 Dukaten hervorzuheben. Das Gebäude wird 105^ Fuß laug und 70 Fuß breit iti gothkschem Style, und die nöthige Summe beläuft sich auf 3V00 Dukaten. Mögen die Herren daher nicht ermüden. L. F. . BreliH (Oesterr. Schlesien), 26. März. Auf meinen ziemlich weiten Reisen habe ich keiner so erhebenden und angemessenen Feier beigewohnt, als -in diesen Tagen in der schön gebauten Synagoge zu Bielitz in Oesterreichisch- Schlesien. Alle Trauungen werden hier im Gotteshause abgehalten, und eine Solche fand eben statt, als ich in den hell erleuchteten Tempel trat. Zuerst stimmte der Chor das Eingangsgebet 1212 Nn an, von einer lieblich tönenden Orgel begleitet. Hierauf begann das «bliche Gebet, wieder mit Chor- und Orgelbegleitung, dann die Trauungszeremonie. In Ermangelung eines Predigers, denn die Gemeinde ist erst im Begriff einen aufzunehmen, richtete der Kantor einige ergreifende Worte an das Brautpaar. Es lag so viel Würbe, eine so schöne Ordnung in der ganzen Feierlichkeit, daß auch alle Anwesenden höchst befriedigt und erbaut hinausgingen. 6h..