Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-04-12 · Heft 16 (12.4.1852) · p. Seite 182

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 16 (12.4.1852)
Date
1852-04-12
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225768-3225785--12353-3242519
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

182 schlechter Waare keinen guten Ruf. Ebenso wie, die Reaktionärs scheinen auch diese ,^Marktjuden" Nichts gelernt und Nichts vergefsen zu haben. Nur dürch" redttKs und mäßiges Betragen kann der jetzt Ln Deutschland wieder überhandnehmendm Intoleranz entgegengearbeitet werden, nicht aber durch das auf die Spitze treiben, so in der Politik wie im Geschäftsverkehr. Im vorigen Jahre hat die hiesige israelitische Gemeinde durch das Ableben des. durch seine Schrift „die Beschneidung und ihre Nachbehandlung" auch im Auslande berühmten und geschätzten Wundarzts Herrn Elias C oll in einen nicht unbedeutenden Verlust erlitten. Mit unermüdlicher Thätigkeit stand er mehreren gemeinnützigen und wohlthLtigen Anstalten vor und trug seit zwanzig Jahren sehr viel zur Verbesserung im Gemeindewesen so wie zum' Fortschritte in mannigfacher Beziehung bei. Ein ausführlicherer Nekrolog desselben bleibt Vorbehalten. Nächstens wird hier ein Asylhaus für 9 Hilfsbedürftige israelitische Familien, welches Herr Bankier und Gemeindevorsteher Wilh. Schie aus eigenen Mitteln erbauen ließ, eröffnet werden. Das Grundstück hat eine sehr freundliche, gesunde Lage und wird einem gefühlten Bedürfnisse auf sehr angemessene Weise abhelfen. Die Einweihung dieses Stifts soll am 18. Mai, dem Geburtstage des Königs, stattfinden, wobei eine entsprechende Feierlichkeit sein wird. München, 29. März. (Privatmitth.) Versprochenermaßen übersende ich Ihnen eine Abschrift des Begleitschreibens, welches Herr Marr (s. No. 15) empfing, und bemerke Ihnen zugleich, daß demselben die hohe Ehre zu Theil wurde, persönlich Sr. Maj. dem regierenden König .den Dank für die ihm gewordene Auszeichnung abstatten zu dürfen. „Se. Mas. der König haben mich allergnädigst beauftragt, Euer/Wohlgeboren zu Ihrem 84ten Geburtstage wegen Ihrer langjährigen und regenDheilnahme an den hiesigen Wohlthätigkeitsanstalten und wegen der Förderung derselben, das goldene Ehrenzeichen -des Verdienstordens der bayrischen Krone zuzustellen. Indem ich mich dieses angenehmen allerhöchsten Auftrages durch Anfügung des Ordenszeichen entledige, füge ich noch bei, daß das Brevet über diese allerhöchste Auszeichnung in kürzester Zeit Nachfolgen werde*), und benütze zugleich diese Gelegenheit zur Versicherung jener vollkommenen Hochachtung, womit ich die Ehre habe zu sein ' ' Euer Wohlgeboren v. Zwehl, k. Staatsminister des Innern. München, den 22. März 1852. An Herrn Eduard Marx, Hosjuwelier, - Wohlgeboren in München. Preußen. Berlin, 2. April. Die in den Zeitungen besprochene Frage wegen des, dem Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde eingeräumten Rechtes, gegen die, mit dem Beitrag rückständigen Mitglieder die Verwaltungs ere ku tio n vollstrecken'zu lassen, ist jetzt zu Gunsten des Vorstandes entschieden. Das k. Polizeipräsidium hat nämlich unter dem 25. d. M. gegen alle säumigen Zahlungspflichtigen ohne Bedingung und Einschränkung die Erekutiön mit dreitägiger Ankündigung verfügt. Es kommen dabei Beitragsrückstände von vier Jahren zur Zahlung. —. (N.-Z.) Einem hiesigen jungen Gelehrten, dem Dr. Philipp Jaffö, einem talentvollen und strebsamen Philologen und AlterthumSforscher sind,-nachdem ihm so manche Schwierigkeit aus konfessionellen Gründen in den Weg gelegt wurde, 'jetzt von der k. Akademie der Wissenschaften in Ansehung des großen Verdienstes, welches er sich um die Wissenschaft durch Herausgabe des Werkes der „R6g68ta Pontificum Romanorum“ erworben hat, zur Fortsetzung dieser für das Quellenstudium wichtigen Arbeit eine Summe von 200 Thalern bewilligt worden. Berlin, 31. März. 49ste Sitzung der ersten Kammer. Der Abg. Klee hat zu Art. 12 der Verfassungsurkunde folgende Zusatzbestimmung beantragt: Die Kammer wolle beschließen: daß im verfassungsmäßigen Wege folgende Zusatzbestimmung zu dem Art. 12 angenommen werde: Die Mitgliedschaft in einer der beiden Kammern und der Zutritt zu Aemtern, mit denen die Ausübung einer richterlichen, *) Ist bereits unterm 26. März erfolgt. , Kvrresp.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.