Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 15 (5.4.1852)
- Date
- 1852-04-05
- Page
- Seite 178 (sequence 10)
- Language
- German
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178 kräftig gßnug eWiesen, im eine veraltete Nation völlig zu verjüngen und ihr einen neuen Organismus zu schaffend Wqs heMt, muß zerstäuben, wie was keimt, unaufhalb sgm zuU Wey sich entfaltet. Oft träumt sich daher ein ^kulturgeschlecht yych auf der Höhe des Lebens, wenn es schoy iy jähenr Sturz begriffen ist; der Tod hat oft die MMe dxs Lebens noch vor sich, wenn schon der Giftftypsen von der Spitze seines Schwertes gefallen ist. . Aber zweitens im Gegensatz: was die Natur in dem All der Geschöpft neben einander, das hat die Menschnach einapdex zu vollbringen; wie nun die Natur in ihrem All unbegrenzt im Nebeneinander ist, so ist der Inhalt per Menschheit unbegrenzt im Nacheinander, in der Entwickelung; wie daher die Grenzen der Natur nieprals festzustellen find, ebenso wenig vermögen wir das Ziel dieser Entnickelung der Menschheit zu definiren. Ungeahnt^ -unh Unerkanntes liegt hier im Schooße der Zukpnft, zlnh Niemand vermag zu sagen, was für großartige Faste füs die Menschheit noch ausbewahrt und vorausgksäet ist. Ich sagte, m, H., als ich heute begann: die Menschheit ist noch nicht alt; aber so alt ist sie doch schon, so viel Erfahrung hat sie bereits aufgehäuft, um, wie wir erkannt haben, zu erweisen, daß ihre Geschichte kein Konvolut zufälliger Vorkommnisse ist, sondern daß sie einen Organismus bildet, der nach tief liegenden Gesetzen alle möglichen Daseinformen des menschengeistigen Lebens zu siner steten Entwickelung hervorbrinFt. Hier, wie in der Natur und im menschlichen Geiste, erscheint es klar, daß auch die Mepschhert ein zu bestimmtem Zwecke und nach bestimmtem Plane Geschaffenes ist, das in seinem Stoffe eben nur das Substrat der Idee hat, die in sie hineingelegt ist; keine Willkür, kein Zufall, sondern bestimmte Gesetze, nach denen sie in allen ihren Gliedern ist und beständig abkreist; die ganze Menschheit ist ein Vernunftgeschöpf, has unwiderlegbar eine höchste Vernunft voraussetzt, aus der es. hervorgegangen: Gott! Aber lassen Sie mich nun mit Wenigem noch das Pesultat apS den drei Vorträgen ziehen, die ich vor Ihnen zu haften hie Ehre gehabt, Wir haben gesehen, eS ist uns zur bestimmtesten Ueberzeugung geworden, daß die gesammte Natur, daß der menschliche Geist und daß die Geschichte der Menschheit bestimmten Gesetzen unterzogen sind, nach welchen Alles in ihnen wird, sich darlebt, sich abfreist, W, während Alles in denselben in ununterbrochener PoMderung begriffen ist, jene Gesetze, nach welche die Peränderungen vor sich gehen, ewig unveränderlich sind; es folgt hieraus, daß diese Gesetze von den Wesen, vom menschlichen Geiste, von der Menschheit selbst nicht gemacht sein können, da diese ja erst nach jenen Gesetzen geworden sind und werden, daß sie also von einem andern Wesen gegeben sind, von Gott. Wir erkannten ferner, daß diese Gesetze, als die Gedanken, nach welchen Alles ist und geschieh^ Vernun ft gesetzt sind, da sie von uns mit unserer Vernunft gefunden, erkannt, berechnet werden können; es folgt hieraus, daß sie nicht anders als aus der höchsten Vernunft erflossen sein können, und daß also Gott die höchste Vernunft ist. — Ich glaube aber hiermit Zwiefaches gegeben zu haben: erstens, daß wir, so wirre und chaotisch Alles vor und um uns sein möge, hiermit einen unzerreißbaren Faden haben, der uns durch das Labyrinth sicher zu führen vermag; zweitens, daß, so abhängig wir uns auch als Menschen fühlen mögen, wir doch wissen, daß wir, daß die ganze Menschheit nur nach den höchsten Vernunstgesetzen abhängig sind, und daß demnach da, wo die menschliche Willensfreiheit aufhört, nicht eine blinde, sondern eine höchste Vernunst-Nothwendigkeit anhebt — wir wissen unS in Abhängigkeit von Gott. Indische Briefe vo»r Eduard Wolffberg., 3. Kurze Sätze. Eine Gemeinde ist die Vereinigung mehrerer Familien zu einem bleibenden Ganzen. — Eine Gemeinde ohne innerlichen Frieden ist keine Gemeinde. Eine Gemeinde ist ein kleiner Staat. Durch Bürgerkriege gehen Staaten zu Grunde. — Eine Gemeinde sorgt nicht bloS für ihre einzelnen Glieder, sondern vielmehr für das bleibende Ganze, d. h. für die Nachkommen. . Eine Gemeinde, die nicht für gute Schulen sorgt, gleicht einem betrügerischen Vormund, der seinem Mündel den Rechnenunterricht untersagt, um nicht von ihm zur Rechenschaft gezogen zu werden. —7 Eltern, deren Kinder gute Fortschritte im Wissen machen, haben sehr geistesfähige Kinder, und Eltern, deren Kinder nur geringe Fortschritte machen, nehmen einen andern Lehrer.,— Eine große Schule uut nur einem Lehrer gleicht einer großen Proletarierfamilie, deren Glieder alle aus einer oft ungefüllten Schüssel essen. Was ungefüllt ist, braucht