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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-04-05 · Heft 15 (5.4.1852) · p. Seite 179

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 15 (5.4.1852)
Date
1852-04-05
Page
Seite 179 (sequence 11)
Language
German
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17p noch nicht leer zu sein. Ein guter Lehrer kann manchmal schlecht singen» In N. wird zum 7. Zuni ein tüchtiger Lehrer verlangt, der zugleich Vorsänger sein muß. — Ordnungslose Verwaltungen sind schlecht. — Welcher Unterschied ist zwischen einem Vorbeter und Vorsänger? 77-777 Jüdische Lehrer werden nur dürftig besoldet und Zölibat heißt der ehelg se Stgnd. t— Jeder Mensch lebt in einem gewissen Dsenstverhältniß und ist mehr oder weniger abhängig. Die Abhängigkeit eines jüdischen Lehrers ist oft eine inhumane. Inhuman heißt: unmenschlich. Bonn, 20. Februar 1852. Literarische Nachrichten. Leipzig, 1. April. Soeben wird die 19te Lieferung des 3ten Bandes deS Philippfon' schen Bibelwerkes ausgegeben, welche den Schluß von Kohelet und die ausführliche Einleitung zu diesem wichtigen, schwierigen Buche enthält. Diese Einleitung weicht in der Entwickelung des Inhalts, Grundgedankens und der Tendenz deS Buches wesentlich von den Vorgängern ab, und weiset insonderS die Momente nach, aus welchen die, von den übrigen Büchern der heil. Schrift so sehr verschiedene Anschauung sich entwickelt hat. Als den wesentlichsten Angelpunkt giebt sie den Mangel am geschichtlichen Bewußtsein, und darum die Leugnung der geschichtlichen Entwickelung, welche Beide im Mosaismus und den Propheten so großartige Wurzel und Nahrung hatten, an. Die 20ste, unter der Presse befindliche Lieferung bringt das Buch Esther, und sind dann binnen eines halben Jahres sämmtliche fünf Megillot vollendet worden. Pltgg, im März. Hebräisches und chaldäisches Handwörterbuch über das A. T. Mit einer Einleitung, eine kurze Geschichte der hebräischen Lerikographie enthaltend. Von 0r. Julius Fürst. Erste Lieferung. Leipzig, 1851. Verlag von B. Tauchnitz jun. gr. 8. Der in der gelehrten Welt als Orientalist rühmlichst bekannte Verfasser hat hier eine Arbeit unternommen, welche hohe Beachtung , warme Theilnahme und nachdrückliche Förderung verdient. Obgleich die erste Lieferung nur bis Radir TTl reicht, so treten darin dennoch schon die vielfachen Vorzüge dieses Werkes deutlich hervor. Ja, wir glauben nicht zu viel zy behaupten, weny wir sagen, haß dieses Werk geeignet sein dürfte, das Gesen'sche nach und nach zu verdrängen. Es ist ihm nicht nur in der Sprachvergleichung, namentlich rücksichtlich des Neuhebräischen, weit überlegen, sondern hat auch vor ihm das voraus, daß es eine reiche Ausbeute der seitdem gemachten Fortschritte auf dem Gebiete des Orientalismus liefert. Um das lexikalische Element, das natürlich den Mittelpunkt bildet, gruppiren sich überraschende Resultate in grammatikalischer wie in archäologischer Beziehung. Durch die überaus zahlreichen Zitate von Bibelstellen leistet das Werk auch den Dienst einer Handkonkordanz. Wir , müssen es uns für heute versagen, auf die Fürst'scheArbeit näher einzugehen; wir behalten uns dies vor. Hier aber können wir nicht umhin, den Wunsch auszusprechen, daß das angezeizte Werk auch in Israel gebührende Anerkennung und Verbreitung finden möge! Wir sagten: auch in Israel — denn leider! ist es da so weit gekommen, daß der Umstand, daß der Verfasser eines Buches ein Glaubensgenosse ist, ein Grund wird, das Buch nicht zu kaufen. Die Rollen sind vertauscht — - Innen und Außen stnh nicht mehr, was sie waren; Beide haben ihre Haut abgestreift. Don ganz anderer Seite her, als zu erwarten stände, wird gegen Alles, was Juden auf dem Felde der Wissenschaft leisten, eine Geringschätzung zur Schau getragen, die empören könnte, wenn sie nicht das Brandmal der Lächerlichkeit und der Selbsterniederung an der eignen Stirn trüge. Nicht verlangen wir, daß man in der Wissenschaft das Glaubensbekenntniß eines Gelehrten für dessen Werk zum Maßstabe nehme; der Jude kaufe kein Buch blos. darum, weil der Verfasser ein Jude ist — aber ebenso wenig soll er ein Buch nicht kaufen, blos weil sein Verfasser ein Jude ist. Man trage das häusliche Gezanke nicht hinaus in das Gebiet der Oeffentlichkeit, man lasse sich in Bezug auf geistige Leistung nicht von Sympathie oder Antipathie leiten — NSMiu *pbspa P78 imin — haben bereits die Alten ausgesprochen. Die Personen verschwinden, die Reibungen fallen der Vergessenheit anheim — w ünKM)" üä IrTO« IM brtfcttp — aber ewig lebt die Wissenschaft. Und fürwahr! wir leisten unseren Nachkommen keinen geringen Dienst, wenn wir ihnen Werke'hinterlassen, die der Stolz ihres Stammes sind. Sobald die zweite Lieferung des in Rede stehenden Werkes erschienen sein wird, werden wir ausführlicher darauf zurückkommen. — Die Ausstattung läßt Nichts zu wünschen übrig.

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