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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-04-05 · Heft 15 (5.4.1852) · p. Seite 173

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 15 (5.4.1852)
Date
1852-04-05
Page
Seite 173 (sequence 5)
Language
German
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173 Zeitungsnachrichten. Deutschland. / Hamburg, Mitte März. (Privatmitth.) Noch immer ist keine gesetzliche Entscheidung über unsere Kommunalverhältniffe und was dem'anhängt. Die unumschränkte Aufnahme fremder Juden, dieses Privilegium olliosum unserer Gemeinden, das ich schon vor vielen Jahren in dieser Zeitung eine abzuschaffende Monstruosität nannte, und dessen Unangemessenheit seit der erfolgten bürgerlichen Gleichstellung erst recht erscheint, ist trotz erneuerter legislatorischer Thätigkeit unserer Staatsbehörden, und obgleich wir selbst am Meisten wünschen, dessen entledigt zu sein, noch immer nicht abolirt. Der Grund ist, daß man uns dann auch nicht weiter als einen besonders konstituirten Armenverband belassen, und nicht umhin könnte, wenigstens einen Theil der Kosten auf die Staats- (Stadt-) Kasse zu wälzen.. Ich fürchte, der Status quo, der noch obendrein bei jeder einzelnen Gelegenheit aus den Fugen zu gehen droht, dauert fort bis die neue Verfassung hier in'S Leben tritt, und da tröste Gott! In unseren jüdischen inneren Angelegenheiten geht Alles so ziemlich unverändert seinen Gang. Dem Beispiel des Bürgermeisters Benecke, welcher im vorigen Jahre den jüdischen Armenanstalten 15,000 Bco. Mk. vermachte, hat bereits einen Nachahmer gefunden, indem ein Kaufmann aus der reformirtew Gemeinde, G. A. Scherr mit Namen, unserer Armenanstalt ebenfalls Bco^ Mk. 1000 legirt hat. Frankfurt am Main, 22. März. Den hiestgen Militär-Musiklorps ist Seitens ihrer Vorgesetzten Behörden das Verbot zugegangen, in der auch auswärts bekannten Gartenwirthschaft „Mainlust" Konzerte zu geben. Ueber die Veranlassung zu dem Verbot schreibt man der Pr. Z.: Der Besitzer der Mainlust, welche das Rendevous der eleganten Welt Frankfurts bildet, hat an dem gestrigen Sonntag sein Lokal wieder eröffnet und dazu in einer Annonce des hiesigen JntelligenzblatteS ausdrücklich „die christlichen Bewohner hiesiger Stadt"' eingeladen. Der Grund davon soll in Reibungen liegen, . welche derselbe im vorigen Jahre mit jüdischen Besuchern gehabt hat. Durch diese Annonce fühlt sich nun die hiesige Judenfchaft aufs Höchste verletzt, und deren Vorstand hat sich in Folge dessen zu dem General von Schmerling begeben und ihn ersucht, dem Musikkorps deS österreichischen' Jager-Bataillons das auf gestern in der Mainlust angekündigte Konzert zu untersagen. Zur Motivirung dieses Gesuchs ist angeführt, daß es der Stellung des österreichischen Militärs nicht entsprechend erscheine, Parteidemonstrationen gegen einzelne Klassen der hiesigen Bevölkerung Vorschub zu leisten. München, 22. März. (Privatmitth.) Dem Nestor und frühem Vorstande der israelitischen KultuSgemeinde dahier, Herrn Kommerzienrath Eduard Marx, wurde heute, an seinem 84sten Geburtstage, das hohe Glück zu Theil, von Sr. Maj. unserm allgeliebten Könige Mar II. mit dem goldnen Ehrenzeichen deS Verdienstordens der bayerischen Krone mittelst 'herzlichen Begleitungsschreibens von Sr. Erzell. dem Herrn Staatsminister des Innern geschmückt zu werden. Diese lohnende Anerkennung der Verdienste eines, wenn auch allerdings um die hiesigen wohlthätigen Anstalten sehr verdienten, aber doch sonst schlichten Mannes und UnterthanS Sr. Maj. ist in mehrfacher Hinsicht sehr erfreulich; sie bestätigt uns von Neuem, daß S'e. Maj. jedes Verdienst, werde .es auch wo immer gefunden, zu würdigen wissen und in der That auch würdigen, daß seinem Scharfblicke auch der geringste seiner Unterthanen nicht entgeht. Aber auch für den Träger dieses Ehrenzeichens, von dem man mit Salomo sagen kann: „Eine Ehrenkrone ist das greise Haupt,'auf dem Wege der Tugend und der Wohlthaten wird sie erlangt," so wie für die ganze Gemeinde, die einen solchen Mann eine lange Reihe von Jahren an ihrer Spitze verehrte, ist dies Ereigniß von höchster Bedeutung. Möge der Jubilar dieser Auszeichnung seines und unsers guten Königs sich noch recht lange in guter Gesundheit erfreuen! Desterreichischer Kaiserstaat. Prag, 22. Marz. (Privatmitth.) Als Deputation nach Wien sind abgegangen: die Herren L. v. Portheim, vr. B. Frankl, Vorstands-Stellvertreter, und vr. H. v. Hönigsberg. Die Wünsche der Gemeinde begleiten sie!

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