Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 14 (29.3.1852)
- Date
- 1852-03-29
- Page
- Seite 166 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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166 ist die Asm od a i -S ag e der Faust-Sage fowol > anTiefsiny als auch an poetischem Gehalt weit überlegen; auch ist sie jjon, gewaltigerer ■ Wirkung auf den Sachverständigen , da Usmod a i' s Wiffenstrieb sich nicht blos auf die Erforschung -der Natur.beschränkt, sondern zu höheren Gehieten sich erhebt,! so daß Asm. hinter dem Vorhänge sogar vernimmt, was über die Menschen verhängt wird: Darum.sehen.wir ihn bald lachen, bald weinen über chaS. Thun und< Treiben der Menschen, .die da wahnen, durch Klugheit, Vorsicht und Bedacht ihren Unternehmungen einen guten Erfolg in ferner Zukunft zu sichern, — oder die über einen glücklichen Zufall sich übermäßig freuen; und. nicht. ahnen, daß ihrer bereits der Tod harret. So weinte Psm. einst , als er bei einem Hochzeitsfeste große Lustbarkeit wahrnahm; als man ihn nach der Ursache seines Weinens fragte, erwiderte er: „der Bräutigam wird innerhalb^ eines Monats sterben, und seine junge Gattin wird dann dreizehn Jahre auf den Vollzug der Leviratsehe -mit ihrem, jetzt noch zu jungen Schwager warten müssen.^ Ferner lachte er über Jemand, der zu einem Schuhmacher, sagte, er möge ihm Sandalen anfertigen, die sieben Jahr?! halten können. Asm., über den Grund seines Lachens befragt, versetzte: „Der Mann wird kaum sieben Tage mehr leben, und verlangt Sandalen auf sieben Jahre;J?' .Er lachte auch über einen Zauberer und sprach : „Dieser hat den königlichen Schatz unter seinen Füßen und. ahnt es nicht!" Das Alles zeugt von Asmodai'S umfassender Kenntnis, von seiner Erfahrenheit in der Zauberei, wie auch vorr seinem Vorausschauen der Dinge, die kommen solltet- Mit einem Wort — n ach a u ß e n, d. h. für Alles, wäS um ihn her geschieht, hat er ein richtiges Urtheil; darum pflegt er bald sich zu ärgern, bald auch zu lachen über die Thorheiten der Menschen,—- nur für fein eignes Seelenheil ist er blind;! seine eigne Leidenschaft vermager nicht zu bewältigen. Und so sinkt er durch seine Lüsternheit noch unter den Grad gewöhnlicher Menschen herab. (Fortsetzung folgt.) sche Prama näher in'S Äuge fassen müssen, was ihm vielleicht nicht am Orte schien. Wir behalten uns übrigens vor, diesen Gegenstand ausführlicher zu besprechen. Anmerkungen des Ueder setz erS. Kovrefpöndönz. London, 16. Februar." (Schluß.) An einem andern Werke arbeitet Herr Afher gegenwärtig, Sammlung. von Sprüchen und Parabeln von Gabiryl, übersetzt in's Englische mit kritischen Bemerkungen. Mehr aber als diese schriftsteUerische Thätigkeit zeichnet Herrn Afher aus, und. hat er vor vielen anderen Gelehrten voraus, daß er sehr aufopfernd und wohlthätig bei Armen und Kranken ist. Der in meinem frühern Berichte erwähnte und durch einige wissenschaftliche Werke bekannte Herr M. Breslau hat gerade wieder ein kleines Merkchen unter der Presse: Gebete für jüdische Frauen, aus dem Deutschen in's Englische übersetzt. Meines Dafürhaltens hat Herr Breslau hiermit einem dringenden Bedürfniß entsprochen und kann nur lobend erwähnt werden. Es giebt so viele gelehrte Werke in der Welt, und sind oft Schriftsteller in Verlegenheit, wie sie sich der Welt nützlich machen können durch den Glanz ihres Lichtes, und so Wenige nur finden das, was das Volk am meisten bedarf oder finden es zu geringe. 23. Februar. Die jüdische Frage in England ist für den jetzigen Augenblick gescheitert. In dieser Session did beiden Repräsentantenhäuser kann sie nicht mehr Vorkommen und ist es besser sie kömmt, so lange die Verhältnisse so bleiben wie sie jetzt sind, gar nicht zur Sprache. Sie werden aus den Tagesblättern sicherlich schon ersehen haben, daß das gesammte Ministerium I. Rüssel seine Entlassung eingegeben hat, daß diese angenommen worden ist und bereits ein Neues gebildet, welches durch und durch protektionistisch, oder richtiger stocktory ist. Obschon auch d'Jsraeli darinnen ist, -der den Muth nicht hat, gegen die Juden feindselig zu handeln, „weil sie die Lieblinge Gottes find", so werden der Herzog von Northumberland und der Premierminister Lord Derby nicht von diesem Gesichtspunkte ausgehen. Es ist auch nicht zu vermuthen, daß der Herr Baron Lionel Rothschild oder Alderman Salomon sich unter solchen Umständen werden wieder erwählen lassen, indem auch nicht die geringste Aussicht auf Erfolg vorhanden ist. Letzterer hatte seinen Wählern bereits den Wünsch ausgesprochen gehabt, was er wol. jetzt unterlassen wird. Am 24. d. M. war in WillisseS Room ein glqu-