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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-03-29 · Heft 14 (29.3.1852) · p. Seite 167

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 14 (29.3.1852)
Date
1852-03-29
Page
Seite 167 (sequence 11)
Language
German
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167 zeirder Ball zu.MunWiM jüdischen Dlinden in London. DaS Ganze soll glänzend und allgemein befriedigend gewesen; sein. Der; Eintrittspreis war eine halbe Guinee für jede Person. Die ganze jüdische Aristokratie war dabei vertreten. Es sollen etwa 150 Paare dort gewesen und 400 Guineen eingegangen sein. Es wird in England manche wohlthätige Anstalt auf diese Weise unterhalten, wo die jährlichen freiwilligen Beiträge nicht auSreichen. So wird eine Anstalt, wo 30—40 jüdische Knaben und ebenso viele Mädchen erzogen, erhalten und später durch einen erlernten Beruf versorgt werden, die jährlich an 3000 Pfund Sterling kostet, aber kaum die Hälfte durch Beiträge erschwingt, auch auf solche und ähnliche Weise ergänzt wird, erhalten. Der wohlthätigen und tnenschenfreündlichen Stiftungen giebt es hier die Menge, konnten aber viel segensreicher wirken, wenn sie durch planmäßige Verwaltung von einsichtsvollen Männern, die sich dazu vereinigen/gehörig benützt würden, statt daß sie auf. solche Weise „hier ein Wenig und dort ein Wenig" ihre Nützlichkeit zersplittern. Vor einigen Wochen hat obbemeldeter Herr Lövi, zweiter Geistlicher der Reformsynagoge, die Tochter des zweiten Vorlesers und Sekretärs der New-Synagoge dahier geheirathet. So geringfügig diese Thatsache an und für sich erscheinen mag, so ist sie eS durchaus nicht. Zufolge des kirchlichen Interdikt, das der letzte selige Rabbi über die Reformgemeinde ausgesprochen hat, sollen die Mitglieder der rechtgläubigen Synagoge keine ehelichen Verbindungen mit denen der Reformgemeinde eingehen. Und nun verband sich der Geistliche der Letztern mit der Tochter eines Vorstehers der Orthodoren. Läge es so», mit nicht im Interesse der Orthodoren, diesen Bann aufzuheben, bevor er sich faktisch von selbst aufhebt? Würde diese Aufhebung nicht der altgläubigen Partei einen Schein von Freisinnigkeit und Toleranz geben? Oder will sie auch diesen Schein nicht einmal? Aber in ihrem eignen Interesse wäre es deshalb schon, weil sie dadurch das. feste, Band, das die Reformer umschließt, löchern würde? Diese Herren haben doch gewiß , aus der Geschichte so viel gelernt/daß je mehr eine Religionspartei verfolgt wird, desto enger ihre Mitglieder sich aneinanderschließen, um in geschlossener Reihe dem Feinde gegenüber zu treten, und um so'mehr Mitglieder eine solche Partei erwirbt. Eines andern hochgeachteten jüdischen Gelehrten habe ich noch zu erwähnen, der heute den Glanzpunkt in der Reihe bildet, weil er aus Liebe, zur jüdischen Literatur und in sehr hohem Alter, und zwar ausschließlich sich der Forschung jüdischer Geschichte und Gelehrsamkeit ergeben hat. ' Es ist der greise, angesehene Mann, Herr Moses' Mocatta. Er lebte früher den Geschäften und war, wenn wir recht berichtet sind, Theilhaber am Geschäfte des edeln Baronets Sir Js. L. Goldshmid. Seit Jahren aber hat er sich von den Geschäften zurückgezogen und lebt wie gesagt blos und allein der Literatur. Ein Mann voller Bildung, Gelehrsamkeit und in hohem Grade woblthätkg. Selten soll hier eine milde Stiftung in's Leben treten ohne ansehnliche Unterstützung dieses Nadib. Die Kinder seiner Muse, die uns zu Gesichte gekommen, sind folgende: In der letztern Zeit: eine englische Uebersetzüng des Chißuk Emuna (NZtzNtz p^N) von R. Jsaac, über dessen Herkunft die Kritiker unsicher sind und Viele ihn als *13, unsers Erachtens aber fälschlich so, bezeichnen wollen.- Nebst der Vorrede des Vers, und einer bescheidenen vom Uebersetzer. Ein früheres Werk 1845, eine englische Uebersetzüng aus dem Spanischen „die Inquisition-und die Juden", mit einer Vorrede des UebersetzerS. Es enthält dieses eine Belehrüngsrede des Erzbischofs von Granganor an einen zum Scheiterhaufen geführten Juden, in Lisabon 6. September 1705 und eine Erwiderung gegen die Beweise des Christenlhums, diehier auS dem alten Testamente und den Rabbinen genommen sind, von Carlos Vero. , Man sieht aus diesen beiden Arbeiten, daß Herrn Mocatta's Streben dahin geht, gegen die Angriffe auf daS Jubenthum Waffen zu schmieden, oder vielmehr die vorhandenen dem englischen Juden, zugänglich zu machen. Di*. Weil. An z e i g e r. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 VrNgr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. «. Beilagen ausgenommen..; Die Verlagshandlung. Die durch den Tod unsers Rabbiners erledigte Stelle soll schleunigst wieder besetzt werden. Jüdische Theologen, welche die Universität besucht und das Rektoratseramen gemacht, und im Besitze guter sind, werden ersucht, sich bis zum 1. April d. I., unter Einreichung ihrer Zeugnisse,., bei dem, Unterzeichneten Vorstande in Person zu melden; Reisekosten werden nicht trstatteL. Mit dem Rabbinat ist der hebräische und Religionsunter-

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