Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 14 (29.3.1852)
- Date
- 1852-03-29
- Page
- Seite 164 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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164 wieder die Richtigkeit unserS Hauptsatzes erwiesen, daß die Menschheit ein großer GesammtorganismuS ist. ■* (Schluß folgt.) Literarische Nachrichten. Magdeburg, 21. März. Sirach. Das.Buch des gefeierten Weisen in metrischen Formen. Ein Fest- und Weihgeschenk für Jung und Mt. Mit einem Stahlstich. Leipzig, Baumgärtners Buchhandlung, 1852. Vor Kurzem äußerte ein Rezensent unsers Bibelwerkes den Wunsch nach einer Anthologie unserer biblischen Poesieen in deutscher gebundener Rede, um die erhabenen Dichterwerke in ihrem Schwünge sowol als in ihrer Tiefe den Weltleuten mundgerecht zu machen. Wir können das vorliegende,- äußerst elegant ausgcstattete Schriflchen als einen Beitrag zu einer solchen Anthologie, wenn auch aus den Apokryphen, ansehen. Allerdings ist es wahr, daß, namentlich Sprüche, im modernen Gewände an der ursprünglichen Kraft, an dem „Schlagenden" in Inhalt und Ausdruck, verlieren; aber ebenso wahr ist, was der Herausgeber in dem Vorwort sagt: „der VerS ist ein Schmuck, der so manchen Verächter, so manchen aus Unkunde Geringschätzenden auf das verkannte oder übersehene Treffliche aufmerksam zu Machen vermag." Hierzu kommt, Haß Sirach nicht mehr auf dem Standpunkte der Sprüche Schelomo's steht, daß er. den Spruch bereits - (wie auch schon in den späteren Theilen des Buches. Mischle) weiter ausgedehnt hat und oft zur Rede werden ließ, daß er die Aussprüche über einen Gegenstand zusammenreiht und in Zusammenhang bringt. Die Sentenz ist bei ihm nicht mehr der Ausfluß vorhergegangener Reflektion, sondern die Reflektion selbst. Dadurch paßt er zu moderner Ueberarbeitüng, zu metrischer Fassung bei Weitem mehr, und gewinnt namentlich durch den Reim auf der einen Seite, was er auf der andern an Gedrungenheit verliert Wir können daher das vorliegende Schriflchen dringend empfehlen; wir empfehlen es zur Lektüre in den Familien, aber auch Religionslehrern in höheren Klassen, die durch Vorlesen und Erklären von Lücken aus denselben den systematischen Unterricht angenehm unterbrechen, und vieles Nützliche daranknüpfen können. Der Herausgeber hat die mannichfaltigsten Formen angewendet; bald längere Reden jambisch ohne Reim,, bald in geschloffenen Versen mit Reim, selbst einige Stücke in Hexametern. Wir geben hier einige einzelne Sprüche , aus dem 20sten Kapitel als Beispiel:: Du rügst am Nächsten oft Etwas Zur ungelegnen Stunde, Da klüger du befählst Stillschweigen deinem Munde. Besser ist's, die Rüge frei zu sagen. Als heimlich Haß zu tragen; — Und wer zu Dank sie angenommen, Dem wird sie frommen. Der Eine schweigt, Weil er sich zu vertheid'gen nicht vermag; -— Der Andre schweigt, Erwartend ruhig seinen Tag. Ein weiser Mann schweigt, Bis seine Zeit sich zeigt; Aber hastige Narren Können die Zeit nicht erharren. Leicht verletzt, Wer zu viel plaudert und spaßt; — Und wer sich viel Gewalt anmaßt, Dem wird man gram zuletzt. Gelingt es Manchem auch in bösen Stücken; - Wird es ihm doch nur zum Verderben glücken. Mancher kauft erst wohlfeil ein, Und muß theuer bezahlen hinterdrein. Ein weiser Mann, der ein Geschenk verehrt, Macht es durch freundliche Worte werth; Aber Narren pflegen die Sachen, Die sie verschenken; selbst unwerth zu machen. Prag, im Marz. Rapoport'S Erech millin. Artikel Aschmodai. Fortsetzung. Kap. 3. Fassen wir nun die Sage vom Asmodai näher in'S Auge, so finden wir darin Alles, waS in der vielfach, genannten Borajta in Chagiga von den Dämynen gesagt wird, auch .auf den Asmodai bezogen, nur in noch höherm Maßstabe, da dieser unS als K ö n i g d e r D ä m o n en vorgeführt wird. Nachdem wir aber seine Körper- und Geisteskraft, wie seine unmäßige Sinnlichkeit bereits kenne» gelernt