Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 13 (22.3.1852)
- Date
- 1852-03-22
- Page
- Seite 154 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Prinz Wn eiyep Keprcklik Ln so schneidendem Miderspruche st-h». . ,.:r . ^7—.-Die Zahl der.Juden,.Ln der^Schweiz iist folgende:- Wie;.Schweiz! zählt 3125/ Juden/: vonr denen MM^idie Hälftei mit M62auf den KantonAargau fäll^-Wie übrigenvertheilen stch: folgendermaßen: Bern-, i- - 488j SBafel,; } :122> Schaffhausen 9 A»äadt;.. 3.68 ^Zürich ' r80i] Freiburg 5 Neuenburg 231 St. Gallen 63 Thurgau 3 Genf , - . -176 . Solothurn! 21 Tessin 2 -, : . Graubündten 1. In Appenzell, Glarus , Luzern, Schwyz-, Unterwalden,! Uri, Wallis und Zug wohnen keine Juden. ' Korrespondenz. London, 16. Februar. , , Zm verflossenen Monatewurdeunter dem Vorsitze des vielfach erwähnten und.bekannten- Aldennan Salymon M. P. Esquire, die 7teJahresfeier der Susser-Hall-Stiftung abgehalten. .Herr Salomon, -ein schöner Mann von. etwa 55 Jahren,, von imposantem Aeußern, hielt eine Anrede an die. Versammelten und wies statistisch nach, wie viele Anstalten, wie. die von Suffer-Hall, in den, drei gesamm« ten Königreichen eristiren, wie viele Bücher in denselben enthalten seien, wie viele Stunden des Tages und Jahres, sie, benutzt würden, wie viele nützliche öffentliche Vortrage darin gehalten würden u. s. w. Kurz er wies in Zahlen nach, wie nützlich solche Anstalten für die allgemeine. Volksbildung seien. - :Jhm folgte Rev. vr. Adler im geistlichen Ornate und diesem noch einige Andere. Hierauf folgte ein Vokal- ^und. Jnstrumentalkonzert. zum wett , größten Theile durch jüdische, Kräfte ausgeführt. Es zeichneten sich dabei aus ein Herr Jongmann, ein deutscher Jude, durch seine prachtvolle. Stimme und ausgezeichneten Vortrag. Doch da er Llös Komisches produzirte, so haben wir ihn auch blos in diesem Theile der Kunst würdigen können. Doch fast möchten wir glauben, es sei dies seine eigentliche Sphäre. Wenfalls durch Gesang und Vortrag hat sich eine Miß Jakobs dahier ausgezeichnet. Man sieht aber sogleich an ihrem Gesichte , daß sie ein Kind Jakobs ist, und steht ihr dies, prächtig. Durch ein gediegenes Pianospiel, verbunden mit der größten Naivität, zeichnete sich ein anderes,! noch ganz junges,, hiesiges jüdisches Mädchen aus, Missis .Wolf. Alle drei ernteten den lärmendsten Beifall. Ueber Rev. vr. Mqrr, .Geistlichen, der Reformsynagoge, habe ich, in meinemjüngsten Berichte zu erwähnen, vergessen,'. daß ^er Lehrer der hebräischen Sprache, an per londoner Universität ist, so viel , als in Deutschland Professor extrsoräinsriu8. * Um so mehr muß ich aber mein Erstaunen auSdrücken, daß die Aussprache des Hebräischen in der Reformsyn-- agoge nicht richtiger ist. Wenn dieselbe.auch diejenige der Portugiesen ist, so hätte man die. portugiesischen Fehler wenigstens auSlassen können. - . Auch Herr Lövi (nicht Levi, wie ich im Letzten geschrieben), der zweite Geistliche daselbst, soll ein sehr, bedeutender Forscher und Kenner der alten Sprachen und tiefer Denker sein. Nur sehr Schade, daß er aus zu großer Bescheidenheit sein Licht unter den Scheffel stellt. Wie kömmt es nun,, daß diese , beiden gelehrten Herren Solches unbeachtet lassen und Fehler lesen, die , das Ohr eines jeden Kenners der .hebräischen Sprache, beleidigen? Wir haben ein Wort fallen lassen über die Universität von London, und wollen noch etwas mehr darüber sprechen. v * Sir Isaak Lion Goldshmid, Baronet, gehört mit zu den Beschützern und, so ich recht berichtet bin, zu den Gründern dieser Universität. Mindestens soll er eine ansehnliche Summe unverzinslich zu ihrem Unterhalte vorschießen. Es ist diese Universität die Einzige, in Großbritanien, an welcher ein Jude oder Dissenter, kurz ein anderer als ein strenger Anhänger der englischen Hochkirche einen. Grad erlangen kann. .Jeder kann wol in Orford, Cambridge u. f. m. studiren, aber wiegesagt nicht befördert werden. ' Er müßte daselbst, einen Eid ablegen, den er als Jude, Quäker u. dgl. nicht leisten kann, und werden diese Universitäten auf einem streng englisch christlichen Fuße geführt. Ob mit der EidesabänderungSbill im Parlamente auch diesem Uebelstande wird abgeholfen werden, ist sehr zu bezweifeln. . Es betrifft dies ja n u r daSPr in zip, nicht aber die hochgestellten Juden in Person. Man steht aus diesem kleinen Uebelstande, — eS sollen später noch andere, Nachfolgen — daß trotz der ausgedehnten persönlichen Freiheit in England doch noch große Intoleranz herrscht. Diese Intoleranz beschränkt sich aber glücklicherweise nicht bloS auf Juden (und dies, ist.bei ^allein Elende. noch ein schwacher. Trost),' sie dehnt fich auf Alle, die sich nicht zur anglikanischen Kirche bekennen,