Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 13 (22.3.1852)
- Date
- 1852-03-22
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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155 auS. So z. B. müssen Juden, Quäker, Dissenters» Unitarier, Presbyterianer und alle anderen Sekten und Konfessionen, die Alle hier geduldet sind und vollkommene Kultusfreiheit haben,, zu dem Unterhalte der englischen Stääksklrche ihreS Sprengels beilragen, während weder der Staat noch' hie Bewohner des Sprengels das Geringste zum Unterhalte einer Synagoge oder einer Kirche obgenannter Sekten leisten. Die Quäker protestiren gewöhnlich, wenn, sie ihre Beiträge abliefern sollen, hängen selbst Protestationen an ihre Häuser und selbst an öffentliche Plätze, nennen es schreiende Ungerechtigkeit,. Diebstahl u, dgl., bezahlen aber dennoch. Andere lassensich freilich.erstpfänden, bevor sie zahlen, und weichen somit nur der Gewalt. - Dieses sollte meines Dafürhaltens ein Jeder thun z denn die Anzahl der Nicht- Hochkirchlichen ist in England so groß, daß sie, zusammenhaltend, eine ansehnliche Macht bilden, und sicherlich einmal zum Ziele gelangen würden. Auch ist es würdiger, Ungerechtigkeiten ernstlich entgegenzutreten, als .sie so gerade über sich ergehen zu lassen. Unter den Männern der literarischen Welt steht hoch oben, wegen seiner Produktivität und genialen Auffassung des zu verarbeitenden Stoffes sowol als auch der Geschicklichkeit, Manuskripte zu entziffern, Herr Edelman auS Wilna, unter dem hebräischen Titel aiü 'jN bekannt. Sein Name sowol als manche seiner schriftstellerischen Produkte sind in der jüdischen Gelehrtenwelt so bekannt und so oft in Blättern besprochen worden, daß ich mich einer detaillirten Erörterung enthalten kann. ^Nur aufzählen will ich, was Herr Edelmann gegenwärtig bearbeitet., :; ,» //■ Bekanntlich brachte genannter Herr E. den weit größten Theil der letzten drei Jahre in Oxford zu, um daselbst den reichen Schatz der Manuskripte zu erforschen, und hat er sich eine große Menge werthvoller Handschriften abgeschrieben, die er Alle früher oder später zu veröffentlichen gedenkt. . Sein längst angekündigter ->iri22 soll die Presse verlassen haben. Es ist dies ein großes Verdienst, das sich der Herausgeber erwirbt, indem dieses Werk von Ashtari Parchi sehr selten und eben so theucr gewesen sein soll. Herr Edelmann hat eine Vorrede, Anmerkungen und ein recht praktisches Register, dazu geschrieben. Der 2te Theil der „Ortorder Schätze" ist »och in der Arbeit: ES war. ein Jrrthum in meinem vorigen Berichte, daß er bereits erschienen. "M153 Diographieen und philosophische Betrachtungen, von Gabirol, MaimonideS, Saadia, Aban Dänan, Hille! aus Verona rc.' . . ,,y Wenn Herr Edelmann mit seiner genialen AuffassungSweise sich noch mehr in den Geist der hebräischen Sprache hineinarbeiten - wird 'Und sich Mühe giebt, rein hebräisch zu schreiben , so werden seine Produkte köstliche Schätze der hebräischen Literatur werden. - * "'; Herr Leopold. T>ukeS gräbt seit einigen Wochen wieder in den kalifornischen Goldminen zu Orford und wird wol einige Klumpen gediegenen GoldeS zu Tage sördern. Ob er es wol nachher in Cigarren verwandeln wird?^ Ein anderer Gelehrter, der sich in besiheidenerM Kreist bewege und dessen literarischer Ruf nicht so leicht über daS Meer hinüber , nach Deutschland dringen, wird , weil seine Produkte in englischer Sprache sind, ist Herr Densamin Asher. Als Kefronim-Rabbi spielt .er. -hier^schon-'Äne Rolle. Jeder Mensch, , der öffentliche Vorträge hält, wirkt auf's Volk,. besonders wenn er moralische Vorträge.zu halten berufen ist, und noch mehr, wenn diese in solchen Momenten gehalten werden, wo das "Herz empfänglicher ist, wo der Mensch durch Schläge VeS Schicksals gedemüthigt ist. Dies ist ganz besonders der Fast bei Hcrtn Asher. Er hält bei der Bestattung der Leichen zur Erde und in dem Trauerhaüse während der'sieben Trauertagefreie Vortrage, wozu er ganz' fähig und' geeignet feinsoll. Er hat das ähnlich der deutschen-Bearbeitung von. Rehfuß, in's Englische übersetzt. Mit einer von R. Mosche ben Esra und.moralische Betrachtungen von ihm selbst. 6 Ein anderes Merkchen von ebenfalls praktischem Werthe hat er herausgegeben unter dem Titel ShW "sivn, Katechismus der jüdischen Religion, gewidmet dem Herrn DeniS Samuel. Beide Arbeiten haben viel Beifall gefunden. Ueber dies letztere Werkchen erlaube ich mir einige wenige Worte. Das, Ganze ist; gut aufgefaßt, kurz und faßlich. Der Verf. hat in einigen Punkten aus das Mifsionswesen dahier Rücksicht genommen , waS sicher nicht ganz unnöthig ist>. die J^igenh.schon,frühe.Mt,-einigen Waffen zu versehen..,.Db'/Hies ^beMrrade in einem Katechismus. Platz findensoll,, ob nicht der Jugend eine gewisse Gehässigkeit,. oder -besser einen gewissen /Mache! in'S Herz bringt (waS leider, beit>er<;Jugepd immer und ewig gegen die Juden geschieht), dieS wäre noch sehr zu bedenken. /Auch wünschten wir/die räbbinischen Beweisstellen mit biblischen vertäüscht zü sehend-''