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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-03-15 · Heft 12 (15.3.1852) · p. Seite 138

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 12 (15.3.1852)
Date
1852-03-15
Page
Seite 138 (sequence 6)
Language
German
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138 schaft befinden, hat ihr sehr nützliche Aufmunterungen zukommen lassen. —. Neuerdings ist endlich wieder ein Israelit als Professor angestellt worden, nämlich Herr A. Widal als Supplernentar-Professor der alten Literatur bei der Fakultät von Air. (AreK. isr. de Fr.) Amerika. Paris, im März. Die neueste Nummer der Arch. isr. de Fr. (sie erscheinen jetzt wieder in Monatsheften) enthält einen Artikel aus New-Aork, dessen Hauptinhalt wir hier wiedergeben, ohne ihn, da wir den Korrespondenten nicht kennen, zu verbürgen. Vor einigen Jahren bilderen einige unbekannte (obseurs) Personen eine Gesellschaft zu gegenseitiger Unterstützung unter dem bezeichnenden Titel rp^ia ■»an. Die bescheidenen Gründer zweifelten nicht an der Wichtigkeit ihres Werkes. Die schnelle Aufnahme einer großen Anzahl fremder, insonders deutscher, von Fortschrittsideen erfüllter Männer veränderte vollständig den Geist und die Verfassung dieser Gemeinde, und aus einer stationären oder retrograden, wie sie war, wurde sie eine der vorwärtsgeschrittensten der Welt. Dennoch hat dieser „Orden", meiner Meinung nach mit Unrecht, die alten Formeln und geheime Zeremonieen beibehalten. Die Sitzungen werden bei geschlossenen Thüren gehalten. Die Aufnahme geschieht unter Mysterien; es giebt hierarchische Stufen wie bei den Freimaurern, und die „große Loge" übt eine souveräne Macht in Dem aus, was die allgemeinen Interessen des Instituts betrifft, während fie sich in die partikuliären Geschäfte der Logen nicht einmischen darf. , Außer dem Ziel des öffentlichen und Privatnutzens, welches diese Gesellschaft zum Inhalt ihrer Bestrebungen gemacht, hat sie sich zur Aufgabe' gestellt, durch alle Mittel die Zivilisation und den Unterricht unter ihren Glaubensgenossen zu verbreiten und nach außen die Wahrheiten des Judenthums zu verkünden. Um Ihnen eine Vorstellung von der Wichtigkeit dieses Vereins zu geben, wird eS genügen zu erwähnen, daß er soeben auf seine Kosten ein prächtiges Gebäude für seine Versammlungen errichtet hat, und daß die verschiedenen Sektionen Fonds zur Bildung einer großen Bibliothek votirt haben, mit welcher ein Saal, genannt der „Diskussionen", verbunden «sein soll, für die wissenschaftlichen, religiösen, moralischen und künstlerischen Verhandlungen. —. Daß der Korrespondent die übermäßigsten Erwartungen von dem Vereine hegt, daß er von ihm eine völlige Umwandlung unsrer Religion erwartet — nun, das zeugt von dem jugendlichen Feuer des Korrespondenten. Literarische Nachrichten. Prag, im Februar. Rapoport's Erech millin. (Fortsetzung.) Artikel ''-wwdr, Kap. 2. So viel aber geht aus dem Verfolg der fraglichen Erzählung mit Sicherheit hervor, daß man dem A sch m o da i übermenschliche Kraft und Kenntniß zugeschrieben, z. B.,. daß er einen Baum entwurzelt, ein Haus niedcrgerissen habe bloS durch fein Vorbeiziehetr *), — daß er in des Himmels Höhe Todesverhängnisse über die Menschen vernommen, und Aehnliches. Trotzdem werden ihm aber auch körperliche, und zwar häßliche Eigenschaften beigelegr, z. B., daß er zu seiner DurststkUung einer großen Quantität Wassers bedürfe, daß er durch Weingenuß in einen tiefen Schlaf sinke, — daß er sehr wollüstig sei u. ft w. — Alles dieses gründet sich auf die oben (1. Kap.) zitirte Lorajta im Traktat Chagiga * 2), welche lautet wie folgt: „Sechs Eigenschaften besitzen die Dämonen, durch drei gleichen sie den Engeln, und durch drei gleichen sieden Menschen: den Engeln gleichen sie dadurch, daß sie wie diese Flügel haben, von einem Ende der Welt bis zum andern derselben schweben und hinter dem Vorhang 3) Zukünftiges erfahren; den Menschen gleichen sie dadurch, daß sie wie diese esse und trinken, durch Begattung sich fortpflanzen, und sterben." Tosafot rügen, daß hier der Schlaf übergangen sei, und meinen, daß dieser schon in den genannten menschlichen Eigenschaften mitenthalten sei (daß Aschmodai wirklich auch zuweilen in einen Schlaf verfiel, wissen wir bereits). Meiner Ansicht nach ist aber die hier mitgetheilte Borajta babylonischen Ursprungs, *) Gittin 68 a heißt es indessen, daß er am Baume sich gerieben — IrPS HN. ' 2) Fol. 16 a. 3) Siehe oben erstes Kap. Anmerkungen des UebersetzerS.

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