Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 12 (15.3.1852)
- Date
- 1852-03-15
- Page
- Seite 137 (sequence 5)
- Language
- German
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137 ab. Dem Verein -find 8 neue Mitglieder beigetreten - und durch den Tod schieden 2 Mitglieder aus.. Ueber-! Haupt zählte der Verein am Schluffe des Jahres 1851 100 Mitglieder. Von den im Jahre 1851 eingegan- : genen 141 Gesuchen wurden 128 mit der Summe! von 4605 Thlr. durch den Vorstand berücksichtigt. Seit dem Bestehen deS Vereins überhaupt wurden! im Ganzen 587 Gesuche mit 21,445 Thlr. bewilligt.! Von diesen erhielten 292 Handwerker und 285 Handelsleute Vorschuß. ■ Das Kapitalvermögen des Vereins am Schluffe des Jahres 1850 betrug nach Abzug von 12 Thlr. 25 Sgr. Kosten nebst Beiträgen und Geschenken 2622 Thlr. Diese segensreichen Resultale, welche der Verein seit der kurzen Zeit seines Bestehens erzielt hat, mögen eine Aufforderung füc! alle diejenigen sein, welche, sich in der Lage danach j befinden, ihm eine recht thätige Theilnahme zuzuj wenden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Brody, 22. Februar. (Lloyd.) Als Kuriosum! theile ich mit, daß in voriger Woche hier an einem einzigen Tage zwanzig und in letzter Woche an einem Tage nicht weniger als dreißig Hochzeiten nach hebräischem Ritus gefeiert wurden. Die ungleich größere Zahl dieser Ehen werden, da sie ohne vorschriftsmäßige Konzession geschehen, vor dem Gesetze als bloße Konkubinate angesehen, und dies bringt sehr oft bei Scheidungen, Sterbefällen und Erbschaften traurige Resultate zu Tage. Prag, im März. Nach dem Rechenschaftsbericht des israelitischen Institutes für Krankenpsiege für das Jahr 185 L zählt diese Anstalt 455 Mitglieder und weist an Einnahmen 1515 fl., an Ausgaben 1042 fl. und an JnstitutSvermögen 6562 fl. aus. —. (Privatmitth.) Die Angelegenheit der jüdischen Gewölbe in der's. g. Christenstadt dürste — so hofft man — bald eine günstige Wendung nehmen. Lewberg, 29. Februar. Nach den eben erschienenen statistischen Ausweisen über die galizischen Gymnasien bestehen in unserer Provinz 6 Ober- und 6 Untergymnasien, an welchen 83 ordentliche Professoren und 102 Suppleanten lehren und die im Ganzen von 2780 Schülern besucht sind, unter denen 360 Juden. —. Den hiesigen Kaufleuten jüdischen Glaubens, welche in Betreff der Ghettofrage an düs Ministerium den Rekurs ergriffen haben, ist letzthin von der Landesstelle als Bescheid die Verwerfung des Rekurses zugekommen. Der Magistrat ist zur weitern Amtshandlung beauftragt und die Verkaufsgewölbe müssen aus den christlichen Bezirken entfernt werden. Der Ankauf von Liegenschaften jedoch ist durch eine neu erfolgte Entscheidung den Juden nicht benommen. Rußland. Aus Rußland. Im Jahre 1847 hatte der Kaiser einen Ukas erlassen, wonach binnen 5 Jahren sämmtliche Juden Rußlands, welche weder eine stabile Beschäftigung noch hinreichenden Lebensunterhalt nachzuweisen im Stande seien, sich ein Handwerk oder eine bestimmte Beschäftigung wählen sollten. Zu diesem Behufe wurden ihnen alle Industriezweige mit Ausnahme des HausirwesenS und der Schankwirthfchaften freigestellt. Diejenigen, welche diesem Befehle nicht Nachkommen würden, seien als Landstreicher zu betrachten und zu behandeln. Da nunmehr die durch den UkaS festgestellte Zeit verstrichen ist, so hat der Senat angeordnet, daß vom 13. Juli d. I. ab eine Klassifizirung der Juden nach 2 Kategorien vorgenommen werde. In der einen werden alle diejenigen, die sich ein bestimmtes Handwerk wählen, verzeichnet; in die andere werden die Renitirenden und Alle, die ein Handwerk nur zum Scheine betreiben, ausgenommen, um zu öffentlichen Arbeiten in Bergwerken, Festungen u. s. w. verwendet zu werden. Diese Klassifikation wird in allen Provinzen, wo öen Juden gesetzlich der Aufenthalt zusteht, gleichzeitig durchgeführt werden. (Voss. Ztg.) Frankreich. Paris, 1. März. Den 6ten Februar wurde der neue Saal der „Gesellschaft zum Studium deö Talmuds" feierlich eingeweiht. Vor einer zahlreichen Versammlung hielten der GrSßrabbiner von Paris, und nach ihm Herr Trenel, Sekretär der Kommission, sehr angemessene Reden. Am andern Tage sprach auch Herr Albert Cohn, der diesem guten Werke seine Hilfe leiht. Die Familie Rothschild, von der einige Mitglieder sich unter den Subskribenten der Gesell-