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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-03-01 · Heft 10 (1.3.1852) · p. Seite 119

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 10 (1.3.1852)
Date
1852-03-01
Page
Seite 119 (sequence 11)
Language
German
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119 z. B. im s. g. Somnambulismus die Systeme des Unterleibs und ihre.Störungen. Hieraus und aus allem diesem geht hervor, daß allerdings alle- Thätigke ire-n des Körpers .von der Seele aus gehen, daß aber die Lei Weitem meisten Thätigkeiten des Körpers von der unbewußten Region der Seele ausgehendie wenigeren von der bewußten. ES ist falsch, wenn man gewöhnlich den bewußten Geist allein als Solchen anfieht und dem Körper gegenüberstellt, und nun gezwungen ist, noch ein Drittes, eine s. g. Lebenskraft anzunehmenvon welcher die Funktionen des Körpers ausgehen sollenvielmehr giebt es strikte nur Körper und. Geist, der Körper befaßt daS Ganze der Organe in ihrem stofflichen Bestände, vom Geiste geht nun aber all deren Thätigkeit aus, km Geiste besteht aber eine Region des Bewußten und eine des Unbewußten , so daß alle LebenSthätigkeiten des Menschen von diesen beiden hervorgerufen werden. . (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Oldenburg, im Februar. Die WiederverheLrathnug einer gerichtlich geschiedenen Frau. Wenn auch mit innerm Widerstreben, kann ich es doch nicht lassen, in einer Angelegenheit daS Wort zu nehmen, bei welcher ich durch eigenthümliche Verhältnisse betheiligt bin. Ein Korrespondent dieses: Blattes hat schon wiederholt (in No. 45 deS v. 3- und in No. 5 d. Z.) deS Falles der Wiederverehelichung einer in-Hamburg gerichtlich geschiedenen Frau erwähnt, die dort Aufsehen mache, hat aber die Thatsachen, auf die eS ankommt, nur mangelhaft und Manches unrichtig dargestellt. Noch schlimmer ist ein anderer Berichterstatter im treuen ZLonswächter No. 3 d. I. verfahren. Dieser hat die ganze Thalfache, um die es sich hqndelt, zur Ehre GotteS verstümmelt, entstellt und mit dem Mantel der Liebe bedeckt, berichtet ganz naiv, eS sei ein Mann, feine Frau verlassend, nach Amerika gegangen und darum habe der Staat die Ehescheidung verfügt, und gießt dann das Füllhorn seines Hasses und Eifers gegen-mich auS^ weil ich eine blos gerichtlich und nicht auch , religiös, durch einen Eiet geschiedene. Fraur-elnEandern Manne angetraut-habe. Mit innerm Widerstreben gehe ich an die Beleuchtung dieses Verfahrens und des ganzen Vorfalls. Handelte es sich: bloS um die Auffassung und Beurtbeilung der Thatsachen, um den religiösen Gesichtspunkt, von welchem man dabei auszugehen habe , und wäre er dem Meinigen noch so sehr entgegengesetzt — ich würde dieser Verschiedenheit ihre volle Berechtigung zuerkannt und mich.auf Darlegung meiner Motive und Anstchten beschränkt haben. Hätten eS jene- Korrespondenten offen und. ohne Rückhalt gesagt, daß -jener Mann, welcher die setzt gerichtlich von ihm geschiedene Frau zuerst geehelicht, ein Schwindler..und Betrüger war schon vor der Hochzeit, der sichebenso wenig ein Gewissen darausmachte, ein braves und.Isolides Mädchen in's Unglück zu stürzen, als er sich, aus -einem betrüglichen Bankerott ein Bedenken machte; daß er.das Bewußtsein, er könne seine Pflichten als Ehemann nicht erfüllen, weil er eines bürgerlichen Verbrechens schuldig und der Strafe verfallen sei, schon bei der Eingehung der Ehe in sich getragen hätten ste diese ThatfScheLna'ckt und unverhüllt hingestellt und dann hinzugefügt^baß) dieser Mann einen Tag nach der Hochzeit Weib: und Heimat verlassen und daS Weite gesucht hat, um sich den. Gerichten zu entziehen, nachdem er zuerst die beträchtliche Mitgift seiner Frau verschleudert und diese im. Elend hat sitzen lassen: man würde , wennsodann die Fraget aufgeworfen würde, ob trotz alledem die gerichtlich erfolgte Ehescheidung, nachdem er einer freiwilligen.Scheidung flch geweigert, auch religiöse Geltung habe odernicht, gewußt haben, um was es sich handelt unD ich härte nur nothig, meine Gründe'für die Geltung dem Nrtheile5Sachverständiger zu unterstellen; nur nothig zu sagen,; wie ich dazu gekommen, in diese Angelegenheit mich eivzumischen. Daß ich mehr sagen, daß ich Thatsachen an's Licht, ziehen muß, die in Hamburg offenkundig und auch gencn Korrespondenten bekannt sind, das widerstrebt mir, darf mich indessen nicht abhaltcn, den Sachverhalt und die.einschlägigen Motive so kurz wie thunlich darzulegen, Am 24. September v. I. erhielt ich von Herrn vr. G. Rießer folgendes Schreiben: „3ch nehme mir ohne „Umschweife die Freiheit, Sie. in Ihrer theologischen und „amtlichen Eigenschaft um Hilfe zu bitten. Eine-hiesige „jüdische Ehefrau-ist von den kompetenten Gerichten von „ihrem Ehemanne wrgen durch ihn begangener bürger- „licher Verbrechen rechtskräftig geschieden worden. Sie . „willjetztwjederhcirathen, kann , aber natürlich keinen „Get. bekommen. Die beiden Prediger am hiesigen Tem- „peh hgben -sich bereit, erklärt, die Trauung dennoch vor-

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