Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 10 (1.3.1852)
- Date
- 1852-03-01
- Page
- Seite 117 (sequence 9)
- Language
- German
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Abhandlungen verschiedenen Inhalts.; Drei Vorlesungen über die Gesehlichkeit in der : Natur/ im menschlichen Geiste und Ln der Geschichte. *) “• Zweite Vorlesung.; :D i e M e setzt ich k e ih; i tu ui.enschl Lche n G e j ste. Durch das gestirnte Himmelsgewölbe den staunenvollen Blick wandern zu lassen-und überall Anhaltepunkte deS Wissens und Verständnisses .anzuknüpfen, ist schön und erhebend. -Schön -und erhebend, das Senkblei in die ungeheuren Tiefen des Meeres zu werfen, und die Wesen da drunten zu Mustern , die, wie der Dichter -sagt, „mit \ Nacht und'Gränen bedeckt find". (Scfjöh-tmb-ertyefcenb j sicher, dem Bau der Pflanze, die Sitte des Thieres, die i Weise-der Auflösung -und Zusammensetzung? der terrestri-! schen- Körper zu? beobachten.!' Wer?Eineseristirt', was - für den 'Menschen ,immer'- dochdas meiste und? höchste Interesse beansprucht, zu dem er immer wiederkehrt, dessen: Dunkelheit ihm ärw Drückendsten ist, der Mensch selbst, Läs?3ch, -/dasUn den verborgenen'.Kammern seines Gei-; stes wohnt, herrscht und leidet,, sein eigner Geist. Folgen Sie mir "daher mit Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit, wenn "ich 'mich heute zu ihm wende, und ein einfaches Bild desselben vor Ihnen ausfzurollen versuchen werde.??l.-Mettn'/tvib'' den'' Mnschllchen Geist in der Beweglichkeit feines 'Denkens UNd Fühlens beachten , wie' er nach Belieben 'oder Zufall ^ald 'mit diesem, bald mit jenem Gegenstände sich beschäftigt, bald' diesem, bald jenem Ge-: fühle sich hingiM^ wenn wir ihn oft genug bei einer: Wahl anlängen fthen , die er zu treffen hat ' und trifft, und wie sein Wille die entgegengesetztesten Wege emschlägen könnte geschieht dies in jedem Augenblick, in kleinen wie großen Dingen; wenn wir endlich, die Verschiedenärtlgkeit deS menschlichen Geistes erwägen, wie derselbe in zahllosen Individuen die mannigfaltigsten Stufen ein-', die tausendfachsten SchattiruNgen und NüaUcirüng'en ännimmt — so denken wir uns sicher im Augenblick den menschlichen Geistnichtallein als völlig frei, sondern als daS willkürlichste, zufälligste Ding in der Welt. Und doch, m. H., ist es nicht so; sondern auch der menschliche Geist lebt und bewegt sich unter- und innerhalb fester; unveränderlicher Gesetze; ja; die Freiheit *) S. Ao. 2 und 3 d. Z. des Millens ist hie Krone deS menschlichen Geistes , er assein, trägt: sie unter den Geschöpfen der Erde, er besitzt diese Freiheit so sehr, daß er sogar zur absichtlichen Selbst- Vernichtung schreiten kann — und dennoch ersteht sie, erisii.lt und wirkt sie nur innerhalb bestimmter Gesetze, nach denen der Geist so sehr wie jedes natürliche Wesen abkreist und sich darlebt. Um nun diese Gesetze näher zu erkennen,. lassen Sie mich einen Weg einschlagen, bei welchem leicht faßlich zu sein» der bestimmende Grund für mich sein soll. Wenn Sie einen Menschen schlafen sehen, so wissen Sie, daß trotz seiner Unbeweglichkeit der Geist in ihm ist, denn so wie Sie irgend einen seiner Sinne durch einen starkem Angriff zur Thätigkeit aufreizen, sei es durch Licht, stt es durch Schall, sei eS durch das Gefühl, so sehen .Sie auch-die besondere Thätigkeit seines Geistes wieder -rege werden, wir sagen: er erwacht. Ja, auS . eigner Erfahrung wissen Sie, daß. selbst im Schlaf der . menschliche Geist nicht-ganz unthätig ist, sondern, eine Flucht von Vorstellungen durch ihn hindurchgeht, wir sagen: er träumt. Was - ist nun der Unterschied im Zustande deS Wachens und im Zustande des Schlafens? 3m Wachen ist der Geist seiner und seiner Thätigkeit bewußt, d. h. er weiß was in ihm vorgeht und leitet seine Thätigkeit mit Absicht, im Schlafe ist er seiner .unbewußt, er weiß nicht was in ihm vorgeht, sondern nimmt in das Erwachen nur von den stärksten, im Traume an ihm vorübergegangenen Vorstellungen eine bald schwindende Erinnerung hinüber, und leitet seine Thätigkeit nicht selbst, -also auch-nicht mit Absicht. Wir sehen also; daß eS im Menschlichem.-Geiste einen Zustand: des- Bewußtseins und des Unbewußtseins giebt. Gehen wir aber nun näher ein, so sehen wir, daß dieses Bewußtsein und Unbewußtsein nicht blos zeitlich abwechselnde Zustände unserS Geistes sind. Wir bemerken, nämlich, daß wir im Geiste uns nur gerade immer Einer Vorstellung und waS dazu gehört bewußt find, daß dagegen in demselben Moment alle anderen Vorstellungen, die wir gehabt und uns angeeignet haben, unS unbewußt sind, jedoch so, daß sie bei Gelegenheit immer wieder zum Bewußtsein kommen können;' daS Bewußtsein befaßt sich in jedem' Moment nur immer mit Einem Gegenstände, und? die Vorstellungen unzähliger anderer Gegenstände ruhen in ihm/ er hat sie aber nickt etwa verloren, sondern auf äußere oder innere Veranlassung treten sie wieder in.--daS Bewußtsein auf meinen Moment,: und dann abermals in daS Unbewußtsein zurück» WaS also ^der ' 10*