Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 10 (1.3.1852)
- Date
- 1852-03-01
- Page
- Seite 114 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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114 ist bis jetzt noch nicht erfolgt, da der von seiner Gemeinde verehrte Rabbiner vr. D. Joel aus Schwersenz die auf ihn gefallene Wahl ablehnte. Demselben wurde bei dieser Gelegenheit der schönste Lohn seines segensreichen Wirkens zu Theil, indem ihm von dem Vorstände seiner Gemeinde in den schmeichelhaftesten Ausdrücken der Anerkennung Beweise des Vertrauens gegeben wurden. Die Gemeinde von Fi lehne hat vor einigen Wochen durch den Tod des praktischen Arztes Dr. Bondi einen schmerzlichen Verlust erlitten, da stein demselben nicht nur einen großen Gelehrten und tüchtigen Arzt, sondern auch noch ganz besonders einen Mann verloren, der stets mit seinem Vermögen nicht minder als mit seinen medizinischen Kenntnissen ein eifriger Wohlthäter der Armen gewesen, und für die Erhaltung des JudenthumS immer das aufrichtigste Interesse genommen. Posen, 17. Dezember. (Eingesandt.) Allen Verdächtigungen gegenüber, bemerken wir einfür allemal Folgendes: Unsre Schule'— Dank sei unsrer daS Beste änftrebenden Behörde — erfüllt vollständig die. Absicht, die sie entstehen ließ — tüchtige Heranbildung für den Gewerbestand. Sie ist den anderen hiestgen Anstalten gleichgestellt in Betreff der Unterrichtsgegenstände, unterscheidet stch jedoch von ihnen wesentlich durch den jüdisch-religiösen Typus, der ste vermittelst eines tüchtigen Religionsunterrichts durchdringt. Mögen auch Unwissenheit und Anmaßung die Leistungen dieser Anstalt zu verdächtigen suchen, — die Zufriedenheit und Anerkennung unsrer Behörde so wie vorurtheilSloser Beurtheilung können sie uns nicht rauben. bl. und 1., Lehrer an der städtisch-jüdischen Schule. Posen, im Februar._ Die warme Theilnahme, welche der Tod des jüngst dahingeschiedenen Oberrabbiners, Herrn Salomon, Eiger, in weitesten Kreisen gefunden, ist dem Vers faffer folgender Lebensskizzen ebenso dringende Veranlassung zur Veröffentlichung derselben als das eigne tiefgefühlte Bedürfniß, seinem Heimgegangenen Freunde und Gönner einen geringen Tribut der Hochachtung, welche er seinem Andenken stets aufbewahren wird, darzübringen. * Herr Salomon Eiger, aus einer bedeutenden Rabbinerfamilie stammend, vor 67 Jahren zu Lissa geboren, wo sein Vater damals privatisirte, war der zweite Sohn des hiesigen, vor 14 Jahren verstorbenen, von seinen Glaubensgenossen fast aller Welttheile gekannten, wegen seiner großen „ talmudischen Gelehrsamkeit und musterhaften Frömmigkeit hochgeachteten OberrabbinerS Rabbi Akiba Eiger. Gemäß der damaligen Richtung und Erziehungsweise der Juden erhielt Salomon schon frühzeitig talmudischen Unterricht, und da der Vater an ihm vielen Scharfsinn und seltene Anlagen zum Talmudisten wahrgenommen, so widmete er seiner Erziehung eine ganz besondere Aufmerksamkeit Unter der Anleitung seines Vaters, von einem befähigten Privatlehrer unterrichtet, machte der damals noch sehr junge Salomon solche Fortschritte in den talmudischen Studien, daß er schon als zehnjähriger Knabe durch die Masse seines talmudischen Wissens die Aufmerksamkeit vieler Talmudisten von bedeutendem Range auf sich zog, und sein Ruf als ein Solcher sogar bis nach Polen drang, wo zu jener Zeit das Studium des Talmuds vorzugsweise kultivirt wurde. Mit. seinem Vater, der inzwischen als Rabbiner nach Märkisch-Friedland berufen, dorthin übergestedelt, Verblieb Salomon bis zu seinem löten Jahre im elterlichen Hause und frequentirte die von jenem daselbst gebildete Rabbinerschule (m^), aus welcher viele hochangesehene Rabbiner hervorgingen. Später mit seiner noch jetzt lebenden Gattin, der einzigen Tochter eines reichen Bankiers in Warschau, verheirathet und dort ansäjsig, setzte Eiger, obgleich Theilnehmer an den Handelsgeschäften, seines Schwiegervaters, mit großem Eifer seine schon weit gediehenen Studien fort und wandte, stets daS stch vorgesteckte Ziel, ein großer Talmudist zu werden, alle von seinen damaligen Berufsgeschäften ermüssigte Zeit den wissenschaftlichen Studien zu. Auf welcher Höhe der talmudischen Wissenschaft er schon in jener Lebensepoche gestanden, davon geben die von ihm aus jener Zeit herrührenden, in seines Vaters Responsen, “ira rrmizjrv aufgenommenen, vielen Scharfsinn und umfassende Gelehrsamkeit zeigenden Abhandlungen die besten Beweise; und das von seinem Vater den gedachten Abhandlungen hinzugesügte beifällige Unheil zeigt "zur Ge-