Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 9 (23.2.1852)
- Date
- 1852-02-23
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 Schmarotzerpflanzen, die ausgerüstet mit allerhand Zeugnissen jüdischer Kapazitäten, ihre Glaubensgenossen brandschatzen. Den. Württembergern,> die sich in der Ausstellung solcher Zeugnisse gefallen , wird M daS Handwerk durch die Gesetzgebung gelegt, die . auf deren Ausstellung eine Strafe setzt. Es mögen sich die Herren Rabbiner hiermit warnen lassen, diese mißverstandene Humanität fortzusetzen, die doch nach ' Egoismus riecht. Soeben, als ich diese Worte niederschreibe, fährt ein leichtes Fuhrwerk an «reinem Fenster vorüber, auf dem zwei schnurrende Polen sitzen,, die zu ihrer Schnurrbequemlichkeit Roß und Wagen'benützen. Wie mancher arme Hausvater arbeitet sich die Hände schwielig und läuft die Füße wund", um Brod den Kindern zu schaffen, und solche industriöse Vagabupden mißbrauchen den Wohlthätigkeitssinn ihrer Glaubensbrüder. > Rabbiner Dr. Bassermann in Mühringen hat von seinen Gemeinden eine ansehnliche Besoldungszulage erhalten, um denselben nicht sich durch eine Beförderung entfremden zu lassen. Wie wir aus freundschaftlichem Schreiben ersehen, erscheint demnächst in Frankfurt a. M. eine Schrift des Herrn Rabbi Joseph Schwarz aus Jerusalem über das heilige Land, die sehr interessant zu,werden verspricht; besonders enthält , sie Berichtigungen der Karl v. Ranmerfchen Schrift über Palästina. Stuttgart, im Februar. (Privatmitth.) Unter , den vielen politischen Verbrechern, die zu Ludwigs-' bürg vor den Assisen abgeurtheUt wurden, befindet sich nicht „ ein" Jude; auch ein Beweis dafür, wie ungerecht der Vorwurf war, als hätten die Juden besonders an der Revolution sich betheiligt. — vr. Karl Weil, unser berühmter Landsmann, wird von der schwäbischen OpposilionSpreffe geschmäht, weil er in k. k. österreichische Staatsdienste übergelreten und dort ihm literarische Erscheinungen zugeschrieben werden, die die allerhöchste Beachtung aus sich ziehen., Zuletzt soll der Jude gar keine Meinung mehr haben dürfen. A. E. Preußen. Berlin, 9. Februar. (B. Z.) Sonntag den 8. d. hatte , die ordentliche Generalversammlung der Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur gegenseitigen Unterstützung in Krankheitsfällen statt. Der zeitige Vorsitzende des Vereins, Herr B. Liebermann, leitete die Debatten. Der Rechenschaftsbericht pro 1851 ergab die günstigsten Resultate. Kaffenbestand 1206 Thlr. Bei Aenderung einiger Paragraphen des Statuts wurde der Antrag wegen Erhöhung des Wochenkrankengeldes angenommen, außerdem den Krankenversorgecn (Pflegevätern) bei dringenden Fällen eine Ertraunterstützung an die Kranken zur Disposition gestellt. Ein Antrag wegen Erhöhung der monatlichen Beiträge wurde nicht beliebt, obgleich eine Vergleichung der Krankenfälle des Monats Januar d. I. (15) gegen das verflossene Jahr 1851 (71) einige Besorgniß erregte. Die Zahl der gegenwärtigen Mitglieder beträgt 171, unter denen sich viele Ehrenmitglieder befinden, die zu den respektabelsten jüdischen Einwohnern hiesigen Orts gehören, und nicht wenig für das Gedeihen dieses Instituts wirken. - Eine Neuwahl des Vorstands fand statt, wobei mit großer Majorität der zeitige Vorstand wieder gewählt wurde. Dem Schluffe der Sitzung folgte ein freundschaftliches Mahl, zu dem sich außer Mitgliedern noch viele Ehrengäste gesellten. . Oesterreichischer Kaiserstaat. Preßburg, 5. Februar.. Die Ruine der sogenannten „Todeskostlstung" (welches Gebäude bekanntlich 1848 vom Pöbel demolirt wurde) ist ohne Bedachung, wie sie jetzt dasteht, derart den Einflüssen der Wttterung ausgesetzt, daß der gänzliche Einsturz derselben befürchtet wird. Stückweise war dieses schon früher und erst vor einigen-Tagen wieder der Fall, welcher Umstand der Sicherheitsbehörde Veranlassung gab, den Magistrat auf die Gefahr und Gemeinschädlichkeit eines solchen Einsturzes aufmerksam zu machen und dem gemäß Äbhilfe zu verlangen. Zu dem Ende wurde mit Hinzuziehung von Sachverständigen, vorgestern eine Kommisstonsberarhung abgehalten, in welcher man den Antrag stellte, daS verwüstete Gebäude auf Kosten der Stadt wieder aufführen zu lassen. , Preßburg, 7. Februar. Trotz der Intervention des k. k. Distrikts-ObergespanS und einerzustimmenden Aeußerung der Handels- und Gewerbekammer sträubte sich die hiesige Schuhmacherinnung lange Zeit, einen jüdischen Lehrling freizusprechen/ bis end-