Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 9 (23.2.1852)
- Date
- 1852-02-23
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
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lich der Magistrat vor einigen Lagen-sich in'S Mittel legte aind den Vorstand der genannten Innung zwangsweise dazu verhielt, dem Lehrling, welcher bei einem zünftigen Meister das Handwerk erlernte (im SinNe des §. 1 der für Ungarn eingeführten Gewerbeordnung), unverzüglich den Freibrief auszustellen. Bei dieser Gelegenheit mußten mehrere mittelalterliche Bestimmungen, wie z. B.: „daß demjenigen Meister, der einen jüdischen Knaben in die Lehre nimmt, kein Leichenbegängniß veranstaltet, werden darf, daß demselben das Gefellenhalten verweigert wird rc.," auf Antrag des Bürgermeisters aus der Zunftordnung gestrichen werden. ~ (Korrespbl. a. Böhm.) —. Vor einigen Tagen wurde bei dem Landgerichte zu Lemberg die Lizitation eines Gutes vorgenommen. Da sich unter den Kauflustigen auch einige Israeliten befanden, so bedeutete man ihnen, daß man auf ihr Gebot keine Rücksicht nehmen könne. Dieser Vorfall erregte um so größeres Aufsehn, da die Juden seit dem Jahre 1848 unbehindert liegendes Eigenthum erwarben und verbücherten. Prag. Derselbe Korresp. der „Brünner Ztg.", welcher vor Kurzem die Nachricht brachte, daß auf die gegenseitigen Petitionen wegen der Uebersiedelung der israelitischen Gewerbe in die christlichen Stadttheile Prags von Seite des h. Ministeriums eine Entscheidung herablangte, welche die Uebersiedelungsfrage bis zum bevorstehenden Erlaffe eines Gewerbgesetzes siftirt, berichtigt diese Nachricht jetzt dahin, daß nach dem Wortlaute' des bezüglichen h. Ministerialdekrets die Sistirung dem Ermessen Sr. Erz. des Herrn Statthalters überlaffen wurde. Großbritanien. London, 9. Februar. In der heutigen Sitzung des Unterhauses legte Lord John Ruffel, der Premierminister, seine neue Reformbill vor. Lord John erwähnte, wie er beabsichtige, eine den parlamentarischen Eid verändernde Bestimmung in die Bill auszunehmen. (Aufhebung eines gehässigen Unterschiedes in der Eidesformel für Katholiken und für Protestanten und Auslassung der Worte: „on thc true faith öf a Christian“.) Lord John erfüllt hiermit nur ein wiederholt gegebenes Versprechen, und wird, selbst wider den Willen der Times, und sogar wider den Willen der „Kölnischen Zeitung", die wiederholt mit „Hineinschmuggeln" um sich wirft, im Unterhause damit durchdringen. Ob auch im Oberhause? ist eine andere Frage, die wir nicht zu bejahen wagen. Sir Robert Jnglis erhob natürlich seine Protestation dagegen. Ostindien. Bombay. Im Jahre 1816 betrug die Bevölkerung der Insel Bombay 161,550 Seelen, unter denen 800 Juden, eingeborne. 1849 war sie auf 566,119 Seelen gestiegen, von denen 1132 Juden, .nämlich: ' . ■ 158 unter 13 Jahren Knaben, 142 unter 13 Jahren Mädchen, 371 Männer zwischen 14—5Ö Jahren, 304 Frauen zwischen 14—50 Jahren, 83 Männer zwischen 51—80 Jahren, 74 Frauen zwischen 51—80 Jahren, > zsm. 1132. In den Bombay Times fianb 1840 eine Reihe von Briefen über die ostindische Armee Eingeborner, worin auch Folgendes erwähnt ward: Die Juden siyd recht tapfere Männer, und durch die ganze Armee verbreitet. Das 19te Regiment hat 70 bis 80 jüdische Soldaten, das 4te, 21ste und 24fte, jedes 20 bis 35; das Stammkorps hat die wenigsten, von 3—15. Jeder jüdische Soldat ist entweder geboren oder von Kindheit an gebracht in sein Regiment. In'meinem Korps, sagt, der Briefschreiber, hatten wir 5 oder 6 eingeborene Ossiziere, welche Juden waren. Unser Serjeant-Major war ein Jude, auch einige Pfeifer und Trommler. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, daß diese jüdischen Soldaten zu den besten und intelligentesten der eingeborenen Soldaten gehören. Mit Ausnahme, daß sie . dem Trünke ergeben find, und, wenn sie unmäßig gewesen^ unter einander streiten, werden sie selten zur Bestrafung gezogen. Mit den Hindu's und Mohamedanern verheirathen sie. sich nicht. (Jew. Intellig.) Rußland. Warschau, im Februar. (Privatmitth.) Mit dem Beginn l. I. hat der neugewählte Vorstand der