Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 9 (23.2.1852)
- Date
- 1852-02-23
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
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SS Und aus dem Funken ward ein Strahl, Und aus dem Strahl zumal Gin Licht, und aus dem Licht ein Feuerstrom, Der strömte durch mein ganzes Leben, Zu Einem Wollen, Einem Streben, Zu Eines Zieles sammelndem Gedanken: Ihm weiht' ich mich ohn' Wanken, ohne Schwanken, Zhm jagt' ich nach ohn' Zaudern und Ermüden, Ob Täuschung, ob Erreichen mir beschieden — Und wenn ich sank, ich raffte mich empor, War ich umdrängt, ich wühlte mich hervor, Muthkg streckt' ich die Hand Hinein in den glühenden Feuerbrand, Durch der Wogen Drang Zum rettenden Ufer ich dang- Was so begonnen, das kann nicht enden! Mir nach, mir nach! 'lind weihet Das Leben, eh' ich das Ziel erreichet — ' Die nach mir kommen, werden es vollenden... Nein! Nimmer eitel! Wie? eitel? ES schlief mein Geist in zarten Körpers Hüllet.. Da wacht' er auf als träumerischer Wille... Er schreitet vor, schon unterscheidet Er was ihn freut und was er leidet... •*, Und er gewahrt... *; Und um ihn schaart Sich der Gestalten Menge — Ha! wesch ein Blitz im wogenden Gedränge: Zch bin!— und alle Welt ringsum nicht ich!... Von aller Welt um mich ein andrer, Bin ich durch all die W?lt ein Wandrer... Ich nehme wahr, und sie wird wahrgenommen, Ich leide ... von mir wird sie empfunden, Ich erkenne ... von mir wird sie gelöst, gebunden, Denn vom Nothwend'gen kann sie ab nicht kommen, Jndeß ich frei mit meinem Schalten walie!... . Und wohlgezündet hat des Blitzes Brand, Denn fort und fort wächst er, genähn, gepflegt, Von Friedens Wehen hoch empvrgewandt, Vom Sturm gefacht, der durch das Leben fegt; Nie steht er still, er breitet seine Schwingen, Nur weiter,, weiter, hoher fietS zu ringen; Und seine Anker wirft er in die Gründe, Und seine Segel lüftet er zur Ferne; Ja, ihn entwickelt selbst die Sünde, Daß fort und fort er lerne, lerne, lerne... So stehe still einst, klopfend Herz, Und dies Gehirn zerfall' zu Sraube, Was da gewaltet, finkt nicht erdenwärtS, . Was da gekämpft, wird nicht dem Tod zum Raube: Das Ende ift's des Anfangs erst gewesen, Doch drinnen war's ein ewig schreitend Wesen — Nein! nimmer eitel! Wie? eitel? Weil die Geschlechter gehen? Weil ewig yicht dieselben Menschen stehen Auf diesem Erdenrund? Doch gehen sie, so wie sie kamen? Wird Andres niemals unter ihnen kund, Und für Dasselbe nur ein andrer Namen?... Die Menschheit ist kein eitles Wort, Und die Geschlechter schaffen fort und fort, Und waS sie schufen, Andren wird's gegeben, Zum Weiterstreben, DaS Eine, es beginnt, daS Andre führt es weiter, . Und droben wirkt — der ew'ge Leiter! Was da ein Geist in grauer Zeit gedacht, Vor unser. Aug' ist'S heute noch gebracht, Und so belehrt, werd' ich die Spätrer, lehren, Und was ich säe, ferne Enkel zehren. . Ha, was des Geistes ist, geht Nichts verloren, Der Name schwindet, doch tief innen bleibt's, Tief »men treibi's, Zum ew'gen Dasein auserkoren!... So schreitet sie von Gau zu Gau, Vollendet Bau aus Bau; Von Wissen drängt der Geist zu Wissen, Und von Erkcnntniß zu Erkenntniß; DaS Recht verlangt nach weiterem Bekenntniß, Die Liebe heilt, was noch zerrissen! Sö wird unendlich fortgewoben — DaS ist das Werk deö ew'gen Geistes droben — Halleluja! Zektungsnachrichten. Deutschland. A«S Württemberg, im Februar. (Privatmitth.) Der römische Januö hat unS seine Fratze gezeigt, man hat Ihnen schon, von den unduldsamen *