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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-02-23 · Heft 9 (23.2.1852) · p. Seite 98

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 9 (23.2.1852)
Date
1852-02-23
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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98 O Schatten, die am blauen Himmel ziehen, erst schnell Q .v.; f.; , entfliehen, DGN^'wsedrrkkhckn in.Heeren, Oich^eMW^i II Dunkelen Schichten, ° Um den Himmel sich thürmen in Stürmen, Dann bricht'S hervor in schwarzer Nacht, Schrecken und Sturz.und Schlacht —^ , Unv wenn die Sonne wieder lacht, ' Ruht Schweigen auf der weiten Oede... Eitel, eitel, es ist Alles eitel! Wohlan! so zieh zurück, O Mensch, den irren Blick, Geh in dich, laß die wirre Welt, Die heut' gefällt, und dann zerfällt — Erhebe dein zerfahrenes Gemüth, Daß dir ein sichres Glück erblüht 3» forschenden, in treibenden Gedanken, sonder Schwanken, - Erwirb dir Weisheit und Erkenntniß, Dring' in der Dinge innerstes Berständniß, Dann ficht der Dinge Wandel dich nicht an, Du hast, was niemals schwindet, me verrann! .... Ich hab's versucht; so Tag wie Nacht Hab' ich geforscht, Hab' ich gedacht; 'Zu meinem Lager kamen die Gestalten, Zu künden, wie sie sich entfalten, Aur meinen Wegen ging ich sinnend, DeS Lebenden Begriff gewinnend; Je mehr es kam, je mehr eS drängte, So tiefer sich mein Geist versenkte, Was sich von selbst dem Denker bot; Und was verborgner als der Tod. ... Doch wehe, aus deS Wissens Menge Entstieg der Zweifel dicht Gedränge, Aujeder Antwort kamen Fragen, Aus sichrem Schluß Verzagen; Der Lichtstrahl zeigte mir die Nacht, Die finstrer nur sich um mich kegle, Und die am Abend von mir fegte, WaS mir der Morgen harr' gebracht. Halt' ich daS Bauwerk doch vollendet, Und fügte schon die Zinne ein: So wich der Grund, und Stein auf Stein Entrollten, tückisch umgewentet. WaS ist die Wahrheit? rutt's mit Donnerrollen, WaS ist die Wahrheit? -flüstert'S leise nach. Und waS erringet dein ohnmächtig Wollen? ... O, schlafe, Geist . . . und werde nimmer wach! . . . £)j das ist eitel, eitel, ^itel! / Und AlleS eitel — Wie? eitel? \; , Und da drinnen fühlt und wühlt Ein ewig liebend Herz, und kühlt Nicht in des Nordens EiS sein heiß Erglühendes Verlangen, Sein Sehnen, fein Erbangen? . . . Schau, die Geliebte lächelt. . . Und selig fächelt DeS Paradieses Hauch mir zu . . . O, mich umarmt mein Weib, Und ihre Treu' stets neu Durchströmt mit göttlichem Entzücken Mein harmerfüllteö Herz, mit wonnigem Beglücken. Die Mutter mit dem Säugling tritt — , Sie lauschte lang auf meinen Schritt: „Jzt kommt, izt öffnet er 'die Pforte, .Jetzt hör' ich seines Willkomms Worte" — ' Die Mutter tritt mit meinem Kinde Voll Lächelns zu mir her — Wie hoch, wie heilig, o wie hehr! . . . O Greis, laß um die Silberhaare Den Enkel frische Blüthen winden —- Sie kreisen schnell, sie flieh'n, die Jahre, Doch nicht des Herzens Freuden schwinden! . . . Ich hab's empfunden -- In schwerer Stürme Stunden Deckt' Liebe mir ein schützend Dach, In finstrer Nächte Grauen War Lieb' an meinem Lager wach. Um Mitternacht könnt' ich sie schauen, Wie sie die Geister von mir scheuchte, Und nie'verlosch mir ihre Leuchte! Unendlich bist du, Liebe, unergründlich, . Dein Fuß unendlich in der Tiefe, Und deine Schläfe in den Höhen, Hoch über Sonnen .. . , Nimmer eitel! Wie? eitel? In meinen JüngUngstagev , War mir in's Herz ein HimmelSfunkm gesunken. ,

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