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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-02-16 · Heft 8 (16.2.1852) · p. Seite 92

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 8 (16.2.1852)
Date
1852-02-16
Page
Seite 92 (sequence 8)
Language
German
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meknden sowol, als von einzelnen Parteien und Individuen, während der weitaus größte Theil--den' Gemeinde- Mitglieder auf der niedrigsten Stufe der Bildungr. standen, das Amt eines Geistlichen anzunehmen,; zumal da alle Gemeindeämter' dahier sehr prekärer. Natur sindweil nur zeitweilig; so ließ sich vr. L. doch nicht abschrecken, sondern ging frisch an'S Werk. Und das unternommene Werk war kein leichtes. Der Gottesdienst in den Synagogen war ein. vernachlässigter, erbauungslos, ja entweihend; von einer würdigen Begräbnißfeier keine Spur; das Schulwesen und die Schule lagen im Argen, ja, von einer würdigen, jüdischen Jugenderziehung konnte gar keine Rede sein. Das Erste was vr. L. daher that, war, daß er den Gottesdienst auf den ihm gebührenden Standpunkt erhob, Chorgesang und Konfirmation mit einer strengen Synagogenordnung einführte, und in regelmäßiger, Abwechselung in seinen verschiedenen Synagogen predigte; zunächst hob er das Begräbniß durch eine würdige Ordnung m ft w. ü. ft w. In allen diesen seinen Bestrebungen Und Arbeiten ging ihm der bessere Theil der Gemeinden . hilfreich und unterstützend an die Hand. Sein Hauptaugenmerk jedoch richtete vr. L., wie natürlich, auf die Jugenderziehung. Wie ich oben bemerkt, lag die Schule im Argen. Wohl einsehend nun, daß durch Vereinigung der Kräfte Größeres und Höheres erstrebt werden kann, als durch Vereinzelungdaß es also weit gedeihlicher wäre, wenn sich die unter ihm stehenden Gemeinden zu einer gemeinschaftlichen Schule vereinigen würden — Union School — als wenn eine jede derselben ihre getrennte Schule hätte, da er im ersten Falle seine vereinte Kraft und Aufmerksamkeit auf die vereinte Schule zugleich wenden konnte, während er im letzten, Falle seine Kräfte zersplittern mußte; alles dieses wohl einsehend/ brachte es vr. L. durch lange Bemühungen und Arbeiten, und mit mühevoller Bekämpfung kleinlicher Eifersüchteleien im Innern und gemeiner Jntriguen von außen, zu seiner großen Befriedigung dahin, daß sich die Gemeinden zu der projektirten Vereinsschule vereinigten, und dieselbe war — im September 1846 geschaffen. Während nun hierdurch vr. L. bei den Wohlgesinnten, und den Gebildeten in Ansehen stieg, wurden Andere mehr und mehr erbost-und eifersüchtig und begannen die kleinlichsten Jntriguen gegen denselben, unterstützt dabei durch die gehässigsten Gemeinheiten der polnischen Juden, vr. W Todfeinde, und die jüdische Presse, vertreten damals allein durch 1>en Occiäent von Leeser, dem deutschen, aber stockenglisch-portugiesisch seinwollenden Chasan m- Philadelphia, der bis auf brn heutigen Tag. noch nicht aufhort, Gift und Galle auf die „Cerman voctörs" und „6ermr»n vekorwers" zu schütten. Alles Mögliche wurde aufgegriffen, um Vr." L. zu schaden und wehe zu thun. Der erste Hauptschlag, den nun die feindliche Partei zu führen gedachte, war: die VrreinSschule zu zerstören. Viele zogen ihre Kinder aus derselben zurück, wodzurch natürlich dem Fonds der Schule ein großer Schaden erwuchs, und wirklich gelangten sie zuletzt an's Ziel. Und wo findet 'Schlechtigkeit und Niederträchtigkeit, zumal wenn metallener Nachdruck demselben gegeben wird, keine Unterstützung? Am 30. April 1848 ward in der Sitzung der Direktoren die Union-School als Solche für aufgelöst erklärt, weil ,-die Mitglieder sich weigerten,.die mit der Direktion übernommenen Pflichten zu erfüllen", vr. L. jedoch, der unvorsichtiger Weise, und nichts Böses ahnend, den MiethSkontrakt -— lease — des SchulhanfeS auf,8 Jahre, auf seinen eigenen Namen hatte stellen lassen, setzte die Schule bis etwa zum Januar 1849 fort, wo er, weil die Einnahmen bei Weitem die Ausgaben nicht mehr deckten, dieselbe aufgab. Was ihm davon übrig blieb, ist, daß er bis 1854 den jährlichen Miethzins-von 4O0 Dollars ----- fl. 1000 aus eigener Tasche zü Zahlen hat. Mit der Zerstörung dieses herrlichen Institutes nicht zufrieden, juchte dann dieselbe Partei den vr. L. in seiner Eigenschaft als Geistlicher auf jedmögliche Weise zu kränken und seine Stellung ihm zu verbittern^ Kein Mittel war zu schlecht; man verfolgte ihn bis in den Schooß seines häuslichen Lebens, Indem fast kein Tag-verging, an dem derselbe nicht einen anonymen Brief, strotzend von schwarzgallichter Bosheit, erhielt; von den boshaften und schimpflichsten Verdächtigungen und Verleumdungen, die man allerwege zu verbreiten suchte, zu geschweige«. Nur Eines fehlte den Feinden noch , ein Mittel nämlich, wodurch sie sich ihren Rabbinen vom Halse schaffen konnten. Aber auch das sollte ihnen bald werden. Ungefähr i.m September des Jahres 1849 nämlich wurde demvr.L. angezeigt, daß das Kind eines Gemeindemitglieds sehr erkrankt sei und er möge dasselbe besuchen, vr. L.- in demselben Augenblicke durch anderweitige,-wichtigere Berufspflichten in Anspruch genommen, ließ, es durch dcu Chasan thun. Wenige Wochen; darnach, erhielt vr. - L. auf, einmal eine Aufforderung vor dem Direktorium zu erscheinen/ um sich gegen mehrere gegen ihn eingesanhte Klagen zu vertheidigen. Hier nun wurde ihm nur eine, nur von einem einzigen Manne, dem Vater jenes Kindes, Unterzeichnete Anklageschrift, voll der gemeinsten

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