Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 8 (16.2.1852)
- Date
- 1852-02-16
- Page
- Seite 90 (sequence 6)
- Language
- German
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Diese hatten ein Gotteshaus, welches noch lange hätte benutzt werden können, allein die Gemeinde wollte auch ein schönes Gotteshaus haben. Dieser Sinn zur Verschönerung des Gotteshauses muß um so mehr hervorgehob en werden, als die Hütten - dieser im Schweiße ihres Angesichts sich mühsam ernährenden Hausirer sämmtlich mit Stroh gedeckt sind. Man wollte nun ein schönes Gotteshaus bauen, allein das durch viele Jahre ersparte Zvoko-Geld war nicht hinreichend, und andere Gemeinden durch Sammlungen belästigen wollte man auch nicht, es mußte also Jeder so viel ihm nur möglich war beitragen und das Gotteshaus stand in kurzer Zeit da, und welchen Stolz sah man nicht darin, daß es nächst dem Schlosse das schönste Gebäude im Dorfe war! Noch war der innere Bau nicht ganz vollendet als Feuer im Dorfe ausbrach und sämmtliche Häuschen der Israeliten ein Raub der Flammen wurden.' Das Gotteshaus blieb zwar verschont, allein die Gesetzrolle, die sich noch nicht im Gotteshause befand, war verbrannt, welcher Verlust von Allen beweint wurde. Der in Israel durch sein Leben und Tod bekannte ftl. Rabbiner Kohn in Lemberg, der in diesem Orte geboren ist, schenkte zwar der Gemeinde eine Gesetzrolle; allein bevor selbe noch anlangte ward beschlossen, ein neues Eremplar schreiben zu lassen. Und siehe! durch die Gaben Aller setzte man es durch! Vergleicht nun der Leser, was 15 Mitglieder, die m der mißlichsten Lage sich befinden, für die heilige Sache gethan, und was in einer Synagoge, die an 400 Sitze zählt, welche alle an Festtagen verpachtet sind/ geschehen sollte, hält er dann das was geleistet wird dagegen, er wird sich den Schluß selbst ziehen. Bernhard Kohn. Die Schweiz. Bafelland. Im Landrathe gab am 26. RR. Rehmann auf eine Interpellation, betreffend die Judenfrage, den Aufschluß, daß zwischen Bundesrath und französischer Regierung, ein Notenwechsel stattfinve, bis zu dessen Ausgange die Ausweisung suspendier sei. Frankreich. Paris, im Januar. G u st a v H a l p h e n, Mitglied deS israelitischen Konsistoriums der Seine, türkischer Konsul zu Paris, ist zum Offizier der Ehrenlegion ernannt worden. Die Königin von Spanien hat demselben die Dekoration des Ordens JsabellenS der Katholischen verliehen: — Man hebt hervor, daß jüngst ein Unterpräfekt, Herr Lambert, Departement der Meurthe, Israelit, sich jüngst in Benfeld mit einer reichestGlauhensgeyossin in der bescheidenen Synagoge daselbst kopuliren ließ. In der Ädminiftrativsphäre giebt eS auch in Frankreich uoch wenige Beamte unserS Glaubens, (Arch. isr. de Fr.) Amerika. Albanien. tieft tm Albany Journ. i)om 15. Dezember: Wir haben unter Augen einen eigenthümlichen Gegenstand von großem Interesse. Er ist uns aus dem Gebiete Pyttawatomie am.Flusse Kansas zugekommen durch die Güte deS vr. Lykins, der 20 Jahr in dieser ^Gegend wohnte. Er besteht .in 4 kleinen Pergamentröllchen, die eng mit einander verbunden sind, und einen kleinen Kasten bilden, ungefähr einen Kubikzoll groß. Auf den Pergamenten befinden sich mehrere Stücke des Pentateuchs in hebräischen Lettern mit außerordentlicher Schönheit geschrieben. Der 0r. Lykins hat die Rolle, von einem gewissen Pategwe erhalten , der sie von seiner sehr , betagten Mutter hatte. Ueber 5V Jahre ist sie in der Familie. Sie hatte zwei, aber eine ist beim Uebergang über den Fluß verlorengegangen. Die Letztere enthielt, nach der Aussage der Indianer, eine Geschichte der Schöpfung der Welt. Der Jndianerstamm fleht sie seit langer. Zeit .als eine mächtige Medizin (Wundertalisman) an, und. nur durch besondere Autorität erhielt sie der Dr. Lykins, um sie nach Washington mitzunehmen, jedoch unter der festen Zusicherung, sie wieder zurückzubringen. Die Indianer entziehen ihre Eristenz den Weißen, und der Dr. erhielt nur durch die Indiskretion eines Metis davon Kunde. Fragt man. sie, seit wann sie sie haben, so antworten sie, daß sie nicht zu sagen wüßten, wann .sie sie nicht gehabt. Freunde der Ansicht,, daß die amerikanische Urbevölkerung von den.- Israeliten herstamme, schöpfen daraus einen neuen Beweis.