Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 8 (16.2.1852)
- Date
- 1852-02-16
- Page
- Seite 87 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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87 Verachtung angegriffen ist, verfügt. Es ist dies Buch ein hundsgemeines Erzeugnis, wie deren der Verfasser, dem Vernehmen.nach ein Aktuar Holzschuher, seit Jahren in dem gemeinsten jüdischen Dialekt zur Belustigung der Lachlustigen mehre herausgegeben hat, dem mit jenem erst Aussehen erregenden Urtheil viel zu viel Ehre angethan wird. — Die Volksbötin in München, redigirt von dem geistreichen Verfasser des „Punsch", verweigerte kürzlich die Anzeige der früher erwähnten Schmähschrift „Ueber das Treiben der Judensippschaft" die Aufnahme in seine Spalten als sittlichkeitswid r i g. — Die Veschneidungsangelegenheit des vr. Landau aus Hürben ist in neuerer Zeit wieder in Anregung gekommen. Das Untergericht erkannte gegen einen Zwang und gegen Mithilfe Seitens des weltlichen Arms. Mit Spannung wird der Entscheidung königl. Regierung entgegengesehen. Herr Rabbiner Guggenheimer hat unsre ausgesprochene Erwartung in Hinsicht auf seinen nv.vi-7 vollkommen gerechtfertigt. Er hat sich darin nicht nur den blinden Eiferern nicht zugeftllt, sondern sich, ckit Festhaltung des Positiven-, offen für den Fortschritt ausgesprochen. Den Finsterlingen Wollte dies allerdings nicht gefallen, wie denn seiner Zeit auch sogar der nvvn des Herrn vr. Feuchtwängen in Schwabach für Wechsler den aus Fürth herbeigeeilten Ultraorthodvren gar nicht zusagen wollte.. Ein rein deutscher Satz beleidigt schon das Ohr dieser Herren. Allein „das Wort sie müssen lassen stah'n." — Herr Rabbiner Grünbaum in Ansbach hat kürzlich in einer jährlichen Gehaltszulage von . 100 fl. eine verdiente Anerkennung' Seitens seiner Gemeinde gefunden. Vor wenigen Tagen starb in München im schönsten Manttesalter Freiherr von Bechtolsheim, der im Ministerium für Kirchen- und Schulangelegenheiten mit dem Referate über das jüdische; Kirchenwesen rc. betrauet war. Wer die Entschließungen der Neuzeit in dieser Branche beachtet hat,, vermag zu ermessen, was für Folgen chieser Todesfall haben mag. Die ausgeschriebene lukrative Kantor- und Religionslehrerstelle in Fürth lockt zahlreiche Bewerber. Möchte sie dem. Würdigsten zu Theil werden. K. Preußen. Berlin, 6. Februar. In der gestrigen Sitzung der ersten Kammer wurde auch einmal unserer Glaubensgenossengedacht, in welcher Weise, das erzieht sich aus Folgendem, welches wir dem Sitzungsbericht der Voss. Zeitung entnehmen.. Der Abg. Dr. Klee hat bei der Kammer vor ei* Niger Zeit folgenden Antrag eingebracht: Die Kammer wolle beschließen: an die königliche Staatsregierung den Antrag zu richten, baldigst ein Gesetz einzubringen, durch welches die Steuerfreiheiten, wie sie vor Erlaß der Verfaffüngsurkunde den Kirchenbeamten der evangelischen und römischkatholischen Kirche, so wie den Schullehrern zugestanden, allgemein wieder hergestellt, resp. die entgegenstebenden gesetzlichen Bestimmungen aufgehoben werden. Abg. v. Bethmann-Hollweg spricht für den Antrag. Der Redner hebt die Noth der meisten Lehrer als besonder» Grund für den Antrag hervor und wünscht, daß derselbe auf alle Elementarlehver, ohne Unterschied des Glaubens, ausgedehnt werde. Minister der geistlichen Angelegenheiten: Wenn der Antrag durchgehen sollte, so werde doch die Regierung niemals darin willigen, die beregten Vortheile auf Kirchensekten oder die Juden für übertragbar zu erkennen. Abg. v. Gerlach berichtigt seinen Freund v. Bethmann-Hollweg dahin, daß die Juden keine Religionsgesellschaft, sondern ein Volk seien. Abg. Beit berichtigt den Abg. von Gerlach dahin, daß nicht, nur die Verfassung , sondern unsere ganze Gesetzgebung nicht von den Juden als von einem Volke, sondern als von einer GlaubenSgesellfchaft spreche. Wenn aber der Abg. v. Gcrlach die ganze Gesetzgebung ignorirt, so könne das bei ihm nicht: auffallen, da er sogar das Landrecht ein revolutionäres genannt. ' Der Antrag wurde übrigens abgelehnt. Aus dem Großherzogthum Poseir, 3. Februar.' (Privatmitth.) >,Die erfreulichen Zeichen" Ihrer posener Korrespondenten können wir im Norden unserer Provinz, trotz der genauesten Beobachtungen, nicht wahrnehmen; im Gegentheil .erblicken wir nur sehr trübe Erscheinungen, die uns und jeden Freund des Judenthums mit Wehmuth und Trauer erfüllen müssen. Die meisten Gemeinden sind in Parteien zerrissen, die sich gegenseitig zu bekämpfen suchen und den geringsten Fortschritt nicht üustauchen lassem Da