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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-02-09 · Heft 7 (9.2.1852) · p. Seite 74

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 7 (9.2.1852)
Date
1852-02-09
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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74 werther, als die hiesige Stadt unter 12,000, Einwohnern nur ungefähr 360 jüdische zählt. g. Aus dev Provinz Posen, M.Januar. (Privatmitth.) Ihr posener Korrespondent in No. 4. d. Z. tritt wieder einmal für die stadtisch-jüdische Schule zu P. (und deren Lehrer) in die Schranken, will aber dieser Anstalt nur insoweit den Namen einer „jüdischen" gestatten, „als der Zufall, daß Lehrer und Schüler im Judenthume geboren sind, ihr die Berechtigung dazu geben kann." Hätte der geehrte Korresp. bei dieser seiner Aeußerung nur die posener Schule im Sinne gehabt, Wir würden geschwiegen haben, da uns diese Nichts mehr angeht, nachdem wir das, was wir über sie und ihre Leistungen denken, durch unsere Artikel in No. 42 v. I. (Seite 581, Note 1) deutlich genug ausgedrückt zu haben glauben. Da aber der genannte Korresp. die oben angeführte Auslassung über die posener städtisch-jüdische Schule auch auf alle jüdische Lehranstalten der Provinz angendet wissen will, indem er es an den gesummten öffentlichen jüdischen Schulen der Provinz tadelt, daß sie ,,mit geringen Ausnahmen" (und welche sind diese?) aller derjenigen Lehrfächer ermangeln, die sie zu jüdischen Anstalten machen würden, — so fühlen wir uns veranlaßt, hier unsererseits einige Bemerkungen auszusprechen, es den anderen Lehrern deS Großherzogthums überlassend, auch ihre Ansichten und Meinungen über diesen Punkt — sie seien für oder gegen — in diesen Blättern unumwunden kund zu geben. UnS sei eS gestattet, Folgendes zu bemerken: 1) Die jüdischen Elementarschulen im Großherzogthum Posen sind (nach dem Gesetze vom 1. Juni 1833 und dem vom 23. Juli 1847) öffentliche Lehranstalten. Sie sind Volksschulen, und machen auch auf keinen andern Namen Anspruch, ebenso wenig, als ihre Lehrer anders als Volksschullehrer heißen und heißen wollen. 2) Unter allen diesen Anstalten giebt es aber keine einzige, in welcher nicht auch Unterricht in der jüdischen Religion — wir verstehen hierunter vorzüglich: Glaubens- und Sittenlehre und biblische Geschichte^- ertheilt wird. In den meisten dieser Schulen wird auch, so weit eS sich thun laßt, der Urtert der Bibel verstehen gelehrt, und in sehr vielen — namentlich da, wo die Kinder im Hebräischen noch ganz unvorbereitet in die Anstalt kommen, — auch auf das Hebraisch-Lesen, so wie später aüf das Uebersetzen der täglichen Gebete, so viel Zeit, als dik Umstände zulassen, verwendet. — Die erwähnten Unterrichtsfächer aber sind unftrs Erachtens hinreichend, um bei unseren Schulen auch daS Prädikat „jüdisch" genügend zü rechtfertigen. 3) Unsere Elementarschulen alle erkennen es als ■ ihre erste Ausgabe, das Kind für daS sittliche bürgerliche Leben vorzubereiten. Indem sie dieses Ziel treu verfolgen, vergessen sie aber so lange sie noch Konfessionsschulen sind— auch nirgends, dem Konfessionellen Rechnung zu tragen, und dies geschieht genügend, wenn die oben sub 2 angeführten Lehrgegenstände mit demjenigen Eifer und derjenigen Treue behandelt werden, wie es dem Lehrer, nombens dem gewissenhaften Lehrer, Liebe zum Berus und Liebe zum Judenthume vorschreiben. Neustadt bei Pinne, 26. Januar. (Privatmitth.) Lange schon war es der Wunsch devGemeinde, einen Rabbiner, der beiden Fachern, des Talmud und der Wissenschaft, beiden Parteien, der alten wie der neuen zu genügen vermöchte, zu wählen. Drei Kandidaten waren aus der Wahlliste verzeichnet, von denen die Majorität der Kandidat der Phil, und Theologie Herr Jakob Hamburger aus Berlin erhielt. Der Einzug desselben als Rabbiner Hierselbst erfolgte den 21. d. M. Derselbe wurde, von Berlin aus BreSlau kommend, von Posen abgehott, und in Pinne, eine Meile von hier, erwartete ihn der größte Theil der Korporation, worunter die VerwattungSbeamten und Repräsentanten waren. Hier wurde dem Herrn Rabbiner der erste Wagen dieses großen Zuges zum Gebrauche gestellt. Von da setzte sich der Zug, bestehend auS'8 eleganten Wagen, in Bewegung, und langte gegen 5 Uhr Abends hiev am Die Straßen, die der Zug passirte, waren prächtig illuminirt. Am Ringe von dem Gasthause Hotel de Yarsovie hielt der Zug still, und eS begaben, sich Alle nach einem Saale daselbst,, der hell beleuchtet und schön ausgeschmückt war. Hier empfingen zwri.Ehüre von Knaben und? Mädchen, unter Leitung undthätiger Mitwirkung der beiden Lehrer, diesen hohen Gast mit einem herzergreifenden EmpfangSliede. Dar--

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