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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-02-09 · Heft 7 (9.2.1852) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 7 (9.2.1852)
Date
1852-02-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XVI. Jahrgang. Allgemein e No. V. . (Sin unparteiisches Ortzan für alles jüdische Interesse. Redaktion: I-r Ludwig Philrppson, Dr. V. Meyer», Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 9. Februar 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGc.) für sechs Monate — 22 xk Ngr. (18 gGr.)'für das Vierteljahr angesetzt worden. Me Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere . hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogene Inhalt. Zeitungsnachrichten: Preußen: Brieg, aus der Provinz Posen, Neustadt Lei Pinne, Schönlanke, aus Westfahlen. OesterreichischerKaise r st a a t: Wien, PreßbUrg, Preßburg. Großbritanien: London. Korrespondenz: London. (Schluß.) Belletristisches: Der unbekannte Rabbi. Eine Novelle. (Fortsetzung.) Zeitnngsnachrichte». Preußen. Brieg, im Dezember. (Privatmitth. Verspätet.) Wenn auf der einen Seite die Emanzipation der Juden, gar sehr in Frage gestellt wird, erblickt man auch auf der andern, wieder Erscheinungen, die den Fortbestand derselben dokumentiren. Einen Beweis hierfür sehen wir in der Person des Herrn vr. meä. Ehrlich, ersten Vorstehers unserer Gemeinde, um die er sich wahrend seiner bereits mehrjährigen Amtirung viele Verdienste erworben. Derselbe wurde nämlich vor zwei Jahren, an seinem 25jährigen Doktorjubiläum, von Sr« Majestät dem König zum SanitätSrath ernannt, und zwar sollte dies ein Zeichen der Anerkennung für die aufopfernde Thätigkeit fein, die der Jubilar während der Eholerazeit in den dreißiger Jahren in verschiedenen, von dieser Seuche cheimgesuchten Städten bei Zivil und Militär entwickelt hatte. Kurze Zeit darauf wurde er als Arzt und erstes Administrationsmitglied der hiesigen Irrender^ sorgungsanstalt für Schlesien provisorisch angestellt. Der letzte 'Provinziallandtag hat ihn nun, wahrscheinlich durch die königliche Regierung dazu veranlaßt, nicht nur in seinem Amte definitiv bestätigt, sondern auch mit einer persönlichen Zulage vpn 100 Thlr. jährlich bedacht. Allerdings hat sich Herr Sanitätsrath Dr. Ehrlich durch die fast beispiellose Sorgfalt und liebevolle, väterliche Behandlung, die er der Anstalt und ihren unglücklichen Bewohnern widmete, alles deffen mehr als würdig gezeigt, indessen dürfte doch in unserer Zeit schon die gerechte Anerkennung und Würdigung, welche die Leistungen eines Juden bei der königlichen Regierung finden, ein erfreuliches Zeichen sein, daß unsre Emanzipation nicht zu einem Schattenbilde verblaßt ist. Denen unserer Glaubensgenossen aber, die sich dem Staatsdienste widmen wollen, möge dies Erei-Miß als Sporn dienen, alle ihre Kräfte aufzubieten, um mehr, alö gewöhnlich gefordert wird , zu leisten; denn wir dürfen die Hoffnung hegen, daß die in ihrem Fache Ausgezeichneten doch endlich den Lohn ihrer Mühen erringen werden. — Schließlich hier noch' die Anzeige, daß bei der hier jüngst stattgehabten Gemeinderathswahl die Herren H. Friedländer, L. Eckersdorf und I. Böhm, alle drei thätige Mitglieder des jüdischen Gemeindevorstandes, auch zu Mitgliedern des Erstem ernannt worden sind. Dies ist um so anerkennens-

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