Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 6 (2.2.1852)
- Date
- 1852-02-02
- Page
- Seite 67 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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67 mit den königl. Patenten vom Januar 1790. Besonders wichtig sind S. 20 die Decisions doctrinales du grand sanhedrin im Februar und März 1807, deren Tert schon schwer aufzufinden war; das berüchtigte Dekret vom 17. Matz 1808, dem sogleich wieder eine Menge von Ausnahmen folgen; ein Tableau der damaligen (1808) Mischen Bevölkerung Frankreichs, sie betrug, freilich mit der Rheinprovinz und Piemont, nur 77,162; die Mische Bevölkerung der bedeutendsten französischen Städte war damals: Paris 2733 Seelen, Straßburg 1476, Metz 2400, Nancy 739, Bordeaux 2131, Marseille 440; das Reglement der Rabbinerschule zu Metz vom 21. August 1819; dann das Dekret des Königs Ludwig Philipp gegen die Schweiz, als diese die französischen Juden in ihren Gebieten ausnahmsweise behandelte, vom 12. Dezember 1835; die, die Verhältnisse der Synagoge neu organisirende Ordonnanz vom 25. Mai 1844, überhaupt lernen wir eine Menge Erlasse der Regierung Königs Ludwig Philipp in Betreff der Israeliten kennen, die einen Geist der Humanität und fast zarten Berückstchtigung athmen, daß die französischen Israeliten diesen König im besten Angedenken zu haben wo! veranlaßt sind,, wie der Herausgeber auch selbst bemerkt. Den Beschluß macht der Budgetentwurf des israelitischen'Kultus für 1852. Derselbe zeigt gegen 1851 wieder eine Steigerung von 4300 FrcS., nämlich 167,000 Frcs. (44,533 7* Thlr.) —Mit S. 165 beginnt der umfänglichste Theil des Werkes, der „Anhang". Er giebt zuerst geschichtliche Notizen über die portugiesischen, lothringischen , metzer und elsassischen Juden. Dann die Verhandlungen über die Judenfrage in der Nationalversammlung von 1789, in der pariser Gemeinde 1790, dann wieder in der Nationalversammlung 1790 bis zur Erlangung der Gleichstellung. Es folgen alle Details, welche die jüdische Notabelnversammlung und das Sanhedrin betreffen, von großem historischem Interesse, die daselbst gehaltenen Reden, die Fragen und Erklärungen u. s. f. Hierauf folgen die Verhandlungen in der Pärs- und Deputirtenkammer von 1818 an, welche unsere GlaubenSgenossenschaft, deren Kultus, Schulwesen u. s. f. betrafen, die weitläufigen Verhandlungen über den Eid wore judaieo an den verschiedenen Gerichtshöfen u. dgl. m. Den Beschluß macht (S. 499) die Verhandlung in der Nationalversammlung vom 3. April 1850, in welcher eine Vermehrung des Budgets um 7800 Frcs. angenommen wurde. — So empfiehlt sich diese Sammlung als ein Gemälde aus unsrer Zeit, das würdig ist den Bildern aus früheren Zeiten gegenübergestellt zu werden. Sie giebt viel Belehrung; sie giebt auch vielen Stoff zum Nachdenken, zu Betrachtungen/ K ott es po nd e n z. London, 19. Dezember 1851. Zum ersten Male von London aus einen Bericht von ihrem frühern schweizer Korrespondenten aus Bern. Es würde vermuthlich noch nicht geschehen sein, indem ich lieber zugewartet hätte bis ich London und seine Verhältnisse etwas näher kennen gelernt, wenn mir nicht ein Zirkular zugekommen wäre, von Herrn Dr. Adler, Chief-Rabbr dahier, welches die Veröffentlichung verdient.- Herr 0r. Adler ladet durch Zirkularschreiben männiglich zu einer Sitzung in Susser-Hall ein, Behufs der Gründung besserer jüdischer Lehranstalten für mittlere undobere Volksklaffen. Bekanntlich existiren hier in London jüdische Lehranstalten, sogar mit einem Waisenhause verbunden, für die ärmeren Klassen. Für-die höheren Schichten der Volksklassen oder für Solche, die sich weiter in der rabbinischen Literatur ausbilden wollen, sei es um dieselbe zu kennen , oder aber sich dem geistlichen oder Lehramte zu widmen, dafür ist durchaus nicht gesorgt — ist dies ein längst und allgemein gefühltes Bedürfniß. Es darf zwar nicht ignorirt werden, daß für das Talmudstudium, nach altem Stile, durch ^2 gesorgt ist. Meines bedarf kaum der Erwähnung, daß diese, so wie sie hier existiren, nicht ausreichen, Rabbiner und Lehrer für das heutige Judenthum und das heutige, obschon ziemlich orthodoxe England auszubildem Wenn sich der Leser einen Begriff von diesen hiesigen Lehranstalten machen will, so lese er nur nach wie eine recht korrupte polnische Klaus, von drei oder mehren Rabbinen bewohnt, die man der Fütterung wegen dahin gesetzt hat, weil sie sonst zu Nichts taugey, aus sieht, und er hat eine treue Kopie der hiesigen. Nach dem Plane des Herrn vr. A. soll nun eine solche jüdische Anstalt gegründet werden, wo die Dotationen zu den alten ^ri2 mit benützt würden, weil deren Zweck in jener ja vollkommen erzielt würde, die 2000 L. St. von einem Herrn A. L. MoseS, die zu solchem Zwecke vorhanden sind, angewendet, freiwillige