Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 6 (2.2.1852)
- Date
- 1852-02-02
- Page
- Seite 66 (sequence 6)
- Language
- German
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66 Magdeburger zu Grunde legt. Ehre solchem Eifer, solcher wahren Frömmigkeit! Magdeburg, 20. Januar. (Privatmitth.) ©dt Beginn dieses Jahres Hai die hiesige Gemeinde dem, seit 18 Jahren bei ihr wirksamen Rabbinen vr. Philippson sein Gehalt um ein Bedeutendes erhöht. Schönlanke, 30. November. - (Privatmitth. Verspätet.) In unserm Gemeindeleben hat sich seit dem Jahre 1848 Vieles besser gestaltet. Ein wackerer Vorstand hat die Leitung übernommen, dem sowol eine ersprießlichere Ordnung des Ganzen, als auch vereinfachtere und mit weniger Kosten verknüpfte Einrichtungen in allen Zweigen der Verwaltung zu danken sind. Besonders suchte er mit weiser Energie dem Kassenwesen, als dem Zusammenfluß der nicht selten schwer fallenden Opfer der Gemeindeglieder, das beim Antritte seiner Verwaltung im erbärmlichsten Zustande sich befand, aufzuhelfen, und es gelang seinen unermüdlichen Bemühungen einen Kassenbestand hervorzuzaubern, welcher der Führung eines erfahrenen, christlichen KassenmanneS übertragen, dem re-' cherchirenden Blicke der Gemeinde zu wahrer Freude und Genugthuung gereicht. So war das bisherige Wirken dieses Vorstandes ein gesegnetes und recht erfreuliches. Unmöglich Scheinendes hat er bewirkt und sich den Dank der Gemeinde im vollsten Maße verdient. Wir wollen indeß rathen, die Ersparnisse nicht weiter auszudehnen, da durch ein solches Verfahren unversehens Beeinträchtigung und Schmäle-' rung der wohlerworbenen, wenn auch nicht schwarz auf weiß verbürgten Rechte, oder eines gewiß nirgends überflüssigen Einkommens Dritter erfolgen würde. Die Gemeindeverwaltung stütze sich auf den redlichen Willen, spare, wo zu sparen ist, entziehe aber. Keinem eine Quelle seiner würdigen-Subsistenz. Rabbiner, Kantor und Lehrer haben Alle nicht zu viel; Letzteren läßt sich freilich Nichts entziehen, aber auch Erstern darf Nichts entzogen werden. Es ist so schon zu beklagen, daß zur Anerkennung, gleich wie zur Ermunterung treuer Gemeindebeamten nicht mehr geschieht. Anerkennung und Ermunterung fördern die Thätigkeit und damit die Erfolge in. jeder Branche. Eine Gemeinde, - deren Gebrauch 1000 Thaler. jährlich umfaßt, wird nicht unglücklich, wenn derselbe in manchen Jahren 10 bis 20 Thaler mehr betragt und mit diesem Mehrbeträge hier und da eine AuSzeich^ nung, ein außerordentliches Geschenk ertheilt wird. Die Schule erfreut sich des herrlichsten Gedeihens. Die Lehrer Leffer und Pulvermann, welche gleich verpflichtet sind, weil sie gleiche Gehälter beziehen, wetteifern in dem Streben ihre Schule den best gehobenen Volksschulen im Staate anzureihen. -Zu beklagen ist, daß Unberufene, hin und wieder sich kein Gewissen daraus machen, bei guter Gelegenheit, die ihnen bald geboten wird, die Leistungen des Lehrers zu bekritteln, und Uebelerzogene nicht sehen können, wenn die Lehrer in den mit den Kindern angestellten, öffentlichen Prüfungen solch vorzügliche Erfolge feierm Herr Löbel Blaschke, dieser wohlwollende, greise Rabbi, ist in ein annäherndes Verhältniß zur Schule getreten, indem er den Schulprüfungen beiwvhnt,. sich sehr würdig oabei benimmt, und jeit einiger Zeit sogar selbst nachhelfenden Unterricht in der ReligionSzeremonienlehre, zwei Mal wöchentlich nach Endigung der Schulstunden, der Schuljugend im Sckullokale ertheilt. — Möge der hier begonnene Fortschritt, den wir als Solchen mit Freuden begrüßen, ern bleibender sein! Rußlands Warschau, 15. Januar. Aus dem Tarif der Begrabnißsteuer für Israeliten heben die H. N. noch u. a. hervor: daß für die Erlaubniß zur Erbauung eines steinernen oder hölzernen Denkmals 20 S.-Rubel gezahlt werden. Hier folgen die Kategorien der Denkmäler nach der Höhe und dem Umfange; je kleiner sie sind, desto weniger Abgaben zahlen sie. Auch die Bretter zum Leichenkaften sind besteuert und endlich der Umfang der Grüfte nach dem Kubikmaaß. Der Familie bleibt eS überlassen, den Todten in einer beliebigen Klasse des Leichenwagens, deren eS mehrere giebt, nach der von ihr gewählten Statte bringen zu lassen. Diese Letzteren find abgesondert nach der Größe ihres Umfangs und-nach dem Preise.- Literarische Nachrichten. Ntagdeburg, IS. Januar. Halphen, Recueil des lois etc. (Schluß.) Die Sammlung selbst beginnt