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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-02-02 · Heft 6 (2.2.1852) · p. Seite 62

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 6 (2.2.1852)
Date
1852-02-02
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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gegangen ist, sondern immanent und eingeboren unserm Geiste ist,,, so d.aß. dieser gar nicht von ihm-sich trennen kann *) V—i fo kann auch irgend eine Kraft in irgend einem 'getvorden'en' Dlnge, nicht durch sich selbst entstanden sein, sondern sie muß, aus einer höhern und höchsten Kraft erflossen, in eine höhere und höchste Kraft aufgehen. Diese höchste Kraft nun, aus der alle vorhandenen Kräfte in den Wesen geworden, welche sie in die Wesen hineingelegt hat, und ihnen wieder entziehet, daS ist die Allmacht, ■nt» ba, die Urkraft aller Kräfte, von der der Psalmist sagt (10.4, 29. 30.): „Du birgst Dein Antlitz, sie verschwinden; nimmst ihren Odem, si5 verscheiden, zu ihrem Staube kehren sie zurück; Du sendest Deinen Odem, sie werden geschaffen, und Du erneust der Erde Angesicht." - Aber wie? sehen wir nicht alle Wesen und die Ln ihnen waltenden Kräfte einer beständigen Flucht anheimgegeben? Sehen wir nicht, wie Alles, was da ist, unaufhörlich sich verändert? Nicht blos alle Wesen, die wir heute gewahren; sind in der nächsten Stunde nicht mehr, waS sie eben waren; sondern auch Geschlecht folgt auf Geschlecht, Wesenreihe auf Reihe; nicht blos das GraS „am Morgen Llüht's, am Abend wird es abgeschnitten", auch auf die Zeder des Lebanon, mag sie drei Jahrtausende überstehen, folgt endlich doch die andere Zeder — sondern noch mehr, dieser Erdball, aus seinen Tiefen graben wir Thiere und Pflanzen heraus, welche bezeugen, daß er einst ganz anderer Beschaffenheit gewesen, ganz andere Bewohner getragen; und auf den Spitzen seiner Berge bezeugt das Gestein, daß einst in grauer . Vorzeitselbst der Stoff dieser Erde ganz anders gewesen. Und wie diese Erde anders gewesen, so wird sie einst, *) „Das Geschäft der Vernunft ist es, den KausalneruS zwischen mehren durch einzelne Urtheile ausgesprochenen Verhältniffen aufzufinden, und sie thut dies durch die unS .eingeborne Idee vom Grunde. Die Idee des Kausalnerus ist nämlich durchaus nicht eine zufällig, aus der Assoziation der Vorstellungen entstandene. Ich mag mir diese kombiniren, wie ich will, mag aus ihnen abstrahiren, mag mir ihr stetes Miteinander und Nacheinander Vorhalten, wie ich will, daraus entsteht immernoch nicht der Gedanke an Ursache und Wirkung, an Grund und Folge; aus bem post Hoc würde in mir nie das propter Hoc entstehen, wenn mir nichts schon a priori der Gedanke des nothwendigen GrundeS eingepflanzt wäre." S. Psychologie im Handwörterbuch der Physiologie von Rud. Wagner, B. II. S. 769. ES bestätigt sich dies durch den einfachsten Blick auf die Kombinationen des kindlichen Geistes. sel'S erst nach Myriaden von Jahren, anders werden, wozu sie langsam sich wandelt. Und wie diese Erde, - so auch, all die großen Weltkörper, die,.-.Sonnen und Monde allesammt, so zahllos ihre Heere. Wenn aber also Alles, was da ist, ewigem Wandel und Wechsel unterworfen, so schließt das die Allmacht,, die Summe aller Wesenkräfte, an sich, nicht aus, daß sie selbst sich wandle, daß sie, Veränderliches schaffend, nicht selbst veränderlich sei — wie denn alle Völker der Erde in ihren Religionen wähnten, auch ihre Götter würden einst enden. Da trat die Offenbarung Mosche's ein, Md sprach: nicht also ist eS; jene Allmacht, jene Urkraft aller Kräfte, sie ist zugleich der irpMis -nvrr ir>H8, sie wird fein, die sie. ist, sie ist HIN'' ewig, unveränderlich diefelbige. Und wohl, wenn wir tiefer schauen: wenn die'Wesen und ihre Kräfte allesammt sich immerfort verändern, ist nichts, nichts Unveränderliches vorhanden? Allerdings, in ihnen selbst. Denn verändern sie sich etwa nach Zufall, nach Willkür? verändern fie sich heute so, morgen so? Nein, sie verändern sich nach bestimmten, nach unveränderlichen Gesetzen. Wie sie gestern sich veränderten, so, ebenso verändern sie sich morgen; nach denselben Gesetzen werden sie und hören fie auf; nach denselben Gesetzen wandelte sich der Erdball, und dieselben Gesetze wirken auf die entferntesten Sonnen und Monde. Ob wir die üVw 'Hin die uralten Berge untersuchen, wir gewahren, daß, als sie wurden, dieselben Gesetze in ihnen walteten; ob wir die Thiere und Pflanzen der Vorwelt erforschen, ganz anders gebaut wurden sie und warerz dennoch nach denselben Gesetzen; dieselben Bedingungen brachten stets dieselben Wirkungen hervor. Und ist so dag Sein, wie es in den Wesen sich gestaltet, ewiger Veränderung unterworfen, daß Du im nächsten Augenblick nicht mehr triffst, waS Du jetzt getroffen, wie „Du niemals in dieselbe Welle hinabsteigst" — so ist in diesem Sein doch ein ewig Unveränderliches, ein ewig Dasselbe, das Gesetz, nach dem eS wird, und aufhört so zu sein, ja, in diesem Veränderlichen ist selbst die Ünveränderlichkeit, im Wandelbaren ein unwandelbar Ewiges, daß sie sich, und wie sie sich verändern. Und nun, all dies unveränderliche Gesetz, eS ist aus dem ewigen Wesen erflossen, von Ihm als wirkender Gedanke in daS Sein gelegt; und wie alle veränderlichen Kräfte in dem •Htt) btf ihre Urkraft, ihre Summe , haben, so hat alles unveränderliche Gesetz des Seins im seine unveränderliche Quelle. Das ist die höhere Erkenntniß, die uns durch Mosche gebracht wird, die höchste, zu der der Men-

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