Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 5 (26.1.1852)
- Date
- 1852-01-26
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
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Das Volk neigt den Mund auf die Erde und trinkt aus den Wasserquellen, Das Volk an den beiden Wafferquellen Schlägt mit dem Fuß aus wie ein Esel) Berührend mit einem Baumzweig Den Brunnen der Bitterkeit, versüßt er ihn. Die zweite erinnert an den Durchgang durchs das rothe Meer, an die Reiterei des Pharao und seine schimpfliche Flucht. EroduS 15, 17. Man sieht dazwischen allerlei Figuren, die eine egyptische Krone, Menschen und Pferde darstellen. Förster übersetzt die Inschrift, wie folgt: „Es flieht das schnelle Pferd, seine Vorderbeine in die Höhe hebend und wirft im Laufe seinen Reiter zur Erde. Pharao lauft ebenso rasch wie eiu Pferd und hält fliehend mit seinen Händen den Helm auf dem Kopfe fest." Zn den übrigen Inschriften ist die Rede von der sprüchwörtlich gewordenen Hartnäckigkeit des jüdischen Volks, von seiner Auflehnung gegen die Befehle Gottes und von der hohen Bestimmung, die ihm vorbebalten ist. Drei Inschriften, Fragmente, beziehen sich auf die Vögel, welche den Hebräern gesandt würden, als sie des Manna's überdrüssig, fich nach den Fleischtöpfen Egyptens sehnten. Man weiß, daß in dem mosaischen UrtMe diese Vögel mit' dem Worte sslu bezeichnet werden, welches die Uebersetzer durch „Wachteln" wiedergegeben haben. Den Inschriften deS Sinai zufolge wären diese Vögel rothe Gänse gewesen. Forster's Uebertragung lautet: Die rothen Gänse sind aus dem Meere gestiegen Und das Volk hat fich davon genährt bis zur Sättigung. Die in einer einzigen Zeile auf eine oben abgerundete Tafel geschriebene Inschrift durfte wol die bedeutendste sein, lieber den Buchstaben befindet sich die Abbildung eines Mannes, der seine beiden Hände zum Himmel hebt. Es ist darin die Rede von der Schlacht von Raphidim, von MoseS und seinen beiden Gefährten, Aaron und Hur, die ihn auf den Berg begleitet hatten. Sie ist folgendermaßen abgefaßt: „Es betet zu Gott der Prophet, auf einem harten Stein die beiden Hände gestützt von Aaron und von Hur." In anderen Inschriften wirddie Quelle erwähnt, die unter dem Stabe Mofis hervorsprudelte, die Schlangen, welche Tod in das Lager der Hebräer brachten, so wie die Volksspiele und Scheinkämpse, welche bei ihren Volksfesten stattfanden. Die Enträthfelung der Inschriften des Sinai durch Herrn Förster ist ohnstreitig von hoher Wichtigkeit, vorausgesetzt, daß sie bei sorgfältiger Prüfung anderer Gelehrten sich als probehaltkg bewährt. So weit das Mag. für Lit. d. Ausl. Da wir das Original nicht vor uns haben, haben wir kein Urtheil, und werden daS Weitere erwarten müssen. Literarische Nachrichten. Leipzig, 15. Januar. In diesen Tagen 'ist die 17te Lieferung des III. Bandes deS BibelwerkeS des Dr. PHilippson ausgegeben. Sie enthält Tnö das Hohelied nebst Einleitung und den größer« Theil von Ruth. Der Druck von ist bereits begonnen, und wird die 18te Lieferung schon wacker in hineinreichen. Bei dem raschen Fortgang, den das Werk jetzt nimmt, und der die Beendigung desselben bald voraussehen läßt, werden die Leser, denen eS unbekannt ist, die Notiz nicht ungern sehen, daß eine jede Buchhandlung noch jetzt den Eintritt in die Subskription vermittelt, und daß bei dem schon bedeutenden Kaufpreis jede Buchhandlung einem soliden Käufer wol solche Bedingungen stellt, daß er das Werk, ohne es mit einem Male zu bezahlen, zu erwerben vermag. DaS Werk enthält den Text, die neue Uebersetzung, den ausführlichen Kommentar, der ebenso die wichtigsten Ansichten und Auslegungen der traditionellen Erklärer als die der neueren Gelehrten bringt, Einleitungen zu jedem Buche, und über 500 der feinsten Holzschnitte antiquarischer, naturhistorischer und topographischer Gegenstände. Band I. enthält bie *Yrnn. in 26 Lieferungen oder 130 Bogen, Band II. bie . ö*w»!35 üWfiNl in 39 Lieferungen oder 195 Bogen, Band III. bis jetzt die Psalmen, die Sprüche Schelymo'S, Jjob, Hohelied und Ruth in 18 Lieferungen oder 90 Bogen. Die Ausstattung ist vorzüglich zu nennen. Zu Känzelbibeln eignet sich die Ausgabe besonders. Pie fortgesetzte Theilnahme des Publikums an diesem bereits zwölf Jahre in Arbeit befindlichen Werke zeugt für seinen Werth. s *