Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 5 (26.1.1852)
- Date
- 1852-01-26
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
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33 darf daselbst nur neben Seinesgleichen verwesen. Einer gleichen Ordnung unterwirft das neue Beerdigungsreglement nebst Tarif die Israeliten. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Die fiiiaitischen Inschriften. Ein unten folgender Artikel, der in einer der jüngsten Nummern des Magazins für die Literatur des Auslandes gestanden, muß unser Interesse für die in der Ueberschrift genannten Inschriften außerordentlich erhöhen, da, sollte die darin beschriebene Entzifferung richtig sein, für den Inhalt des Pentateuchs ein ungeheuer wichtiges Zeugniß gefunden sein würde. .„Sinaitische Inschriften nennt man nämlich eine ungeheure Zahl von Inschriften, welche sich in der sinaitischen Halbinsel in der Höhe auf Felsen finden, in Charakteren, die man bis jetzt noch nicht entziffern konnte. Diese Inschriften selbst sind schon an 1400 Jahren bekannt, aber auch damals kannte man die Schriftzüge und die Sprache nicht mehr. *) Man denke, mitten im Schweigen der Wüste auf den Felsen zahllose Inschriften unentzifferter Schrift und Sprache! Wir geben hier zuerst einige Bemerkungen Robinsons Bd. I. S. 210. Man findet diese Inschriften auf allen Straßen, die von Westen nach dem Sinai führen, und südlich bis nach Tür. Sie erstrecken sich bis an den Fuß deS Sinai, oberhalb des Klosters el-Arba!n; man findet sie aber nicht auf Jebel Müsa, noch auf dem jetzigen Horeb, noch dem Katherknenberge, noch im Klosterthale; während sie am Serbal selbst bis zum Gipfel hinaufgehen» Bis jetzt hat man noch keine einzige östlich vom Sinai gefunden. Der Ort, wo die größte Zahl derselben sich findet, ist der Wady Mukkateb „das beschriebene Thal" (2rtew), durch welches die gewöhnliche Straße nach dem Sinai geht, ehe sie den Wady FeirLnerreicht. Hier stehen sie zu Tausenden an den Felsen. Viele davon haben Kreuze bei sich, zuweilen augenscheinlich auS derselben Zeit wie die Inschriften selbst, zuweilen stchtbarlich spätern Ursprungs oder aufgefrischt. Die Jnschrif- *) Wir haben die Abbildung eines solchen Felsens im III. Bände unserer Bibel zu Jjob 19, 24. gegeben. Redakt. ten sind gewöhnlich kurz, und mekstentheilS haben sie dieselben Anfangszüge. Diese Inschriften wurden zuerst von Cosmas 535 erwähnt. Er. hält sie für die Arbeit der alten Hebräer und sagt, einige Juden, die sie gelesen, erklärten sie ihm als Bezeichnung der „Reise des und des, aus dem und dem Stamme, in dem und dem Jahre und Monate", ganz nach der Weise der Reifenden der neuern Zeit. *) Nachdem die Aufmerksamkeit der europäischen Gelehrten wieder durch Clayton, Bischof von Clogher, um die Mitte deS vorigen Jahrhunderts auf diese Inschriften hingeleitet worden, wurden sie von ihm und Anderen immer den Israeliten auf ihrer Reise nach dem Sinai zugeschrieben. (Journ. from grand Cairo to M. Sinai. Lond. 1753. p. 4.) Auf jeden Fall war der Inhalt derselben schon zur Zeit des Cosmas unbekannt, und eS war keine Überlieferung in Bezug auf ihren Ursprung vorhanden. Ferner S. 428 ff. Eine große Anzahl der Inschriften ist in den Iransaet. ok ttie Royal Society of Literat. Vol. II. pt. I. Lond. 1832 kopirt, nämlich 177 in den unbekannten Schristzügen, 9 griechische und 1 lateinische. Nach Prof. Beer's Forschungen und Angaben sind die Buchstaben einem besonder« und für sich bestehenden Alphabet gehörig; einige sind ganz eigenthümlich, die anderen haben mehr oder minder Verwandtschaft mit dem Palmyrenischen, und besonders mir dem Estrangelo und Kufifchen. Die Lettern werden von derRechten zur Linken geschrieben. Den Inhalt giebt nun Beer dahin an, daß die Inschriften nur in Eigennamen, bestehen, denen gewöhnlich Friede borangehe; manchmal auch -ns* memoratus sit; und einige Male -p-iä gesegnet. Zwischen den Namen kommt oft das Wort oder ^2 Sohn vor; manchmal folgen ihnen am Ende ein oder zwei Worte. So kommt das Wort ‘jins Priester zweimal als ein Titel vor. Die Namen seien Solche, wie sie unter den Arabern gebräuchlich sind, die einfachen endigen mit 1, die zusammengesetzten mit einem \ So: VT’T, 1N12, 12)18, •npi?ab«, auch N2S, *>übN am, N22. Merkwürdiger Weise sei kein einziger christlicher oder jüdischer Name darunter. - Jndeß ist alles dies nur hypothetisch, und die Hauptmeinung des Prof. Beer ging dahin, daß sie von christlich-arabischen Pilgern, den Nabathaern, herrühren, weil *) Cosmas Judicopl. Topogr. Christ. in Montfaucon'S I Coli. nov. Patr. II. p. 205i