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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-01-19 · Heft 4 (19.1.1852) · p. Seite 43

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 4 (19.1.1852)
Date
1852-01-19
Page
Seite 43 (sequence 7)
Language
German
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43 Belletristisches. Wer unbekannte Nabbi. Eine Novelle. Intoleranz wurden von Rewbel, Beaumetz, den Abbe Maury und den Bischof von Nancy vertreten, die Duldung und Vernunft durch Clermont-Tonnerre, Duport, Barnave und Mirabeau. Demungeachtet war daS Resultat eine Vertagung. Erst den 28. Januar 1790 gab die Versammlung ein . erstes Dekret zu Gunsten der Israeliten, indem sie die Juden, welche Portugiesen,. Spanier und Avignoner hießen, für Bürger erklärte. Den 25. Februar begab sich eine Deputation des pariser Stadtraths zur Versammlung, um sie zu bitten, die Israeliten der Hauptstadt in das Dekret vom 28. Januar einzuschließen. Einen gleichen Schritt that der Stadtrach am 26. Mai 1791. Ein Dekret vom 20. Juli 1790 schaffte alle besonderen Abgaben der Juden ab, unter Anderm die 20,000 Livres, die sie dem Herzog v. Brancas und der Gräfin v. Fontane jährlich unter dem Namen des Rechts der Wohnung, des Schutzes und der Duldung bezahlen mußten. Endlich dekretirte die Versammlung am 27.^September 1791 feierlich die Emanzipation der Israeliten.- Duport trug einfach darauf an, Rewbel wollte den Antrag bekämpfen, aber Regnaud de Saint-Jean-d'Angely schnitt die Diskussion ab, indem er auf einen Ordnungsruf gegen Jeden, der diesen Antrag bekämpfen wolle, antrug, da dies gegen die Konstitution selbst gerichtet sei. Die Versammlung verwandelte sofort den Antrag DuportS in ein Dekret. — Unter Napoleon fand bekanntlich die Versammlung der Notabeln 1806 und das große Sanhedrin 1807 statt, in deren Folge. Napoleon den 17. März 1808 die Ordnung der Synagoge organisch regelte. Aber an demselben Tage erließ er das Ausnahmegesetz wider die Juden des Elsaß, das aber niemals zur eigentlichen Ausführung gekommen. Die Charte von 1814 schloß die jüdischen Geistlichen von der Staatsbesoldung aus) 1819 und 1823 wurde das Synagogenreglement angemessen modifizirt, 1829 gründete Karl X. die Rabbinerschule in Metz; die Charte von 1830 schloß die jüdischen Geistlichen in die Staatsbesoldung ein, was vom 1. Januar 1831 an geschah; 1844 wurde der jüdische Kultus neu organisirt; 1848 verschwanden die Notabeln, und das allgemeine Stimmrecht wurde auch auf die Synagoge bei der Wahl der Konsistorien und Rabbin/n angewendet. * (S^luß folgt.) : (Fortsetzung.) Nach wenigen Stunden war es für diesen Zeit aufzustehen, der Augenblick der Entscheidung nahete. Er erhob sich mit dem Ausruf: „Ich flehe zum Herrn, der mir beständig, zur Seite ist", hüllte sich in seinen weiten Rock und — paßte auf. Da vernahm man Pferdegetrappel, es wurde stark an den Laden eines Fensters geklopft und eine Stentorstimme rief: Achaim, Achaim, komm heraus mit den Jungen. Was, Donnerwetter, Ihr Hundsfötter, bleibt Ihr lange, ich werde Euch Beine machen! Aber Achaim mit seinen Jungen war schon zur Thür hinaus, die Todtenpforte öffnete sich und ein Arbeitsmann kam mit einer Karre an und hinter ihm ging eiligst der Schuster. Guten Morgen, Achaim, sagte der Fürst (denn er war es, nur von einem Stallknecht begleitet, tHHde waren zu Pferde), es ist heute kalt, hast Du 'keine neue Spur von dem Eber, den ich gestern verfolgte, zu Gesicht bekommen? „Ermuß angeschoffen sein, Durchlaucht, denn ich fand Schweißspur neben dem Bach, wahrscheinlich hat er im Dickicht beim Drommelteich verendet. Dort können ihn nur die Hunde Wen, denn es ist zu sumpfig und das Schilf zerschneidet die Beine." Während dieses Gesprächs nahete sich der Schuster dem Pferde, worauf der Fürst saß, und hielt diesem das Schreiben des Bür- W genneisters von Sammetloch entgegen. Josstls Vater stand hier vor einem Fürsten, der der größte Kriegsmeisier und topferste Held seiner Zeit war. Er war es, der als einer der ersten Bildner des Kriegsheeres gilt, das damals und später Europa mit seinen Thateu erstaunte, das durch Tapferkeit, Mannszucht und edle Sitte die Zierde und Rettung Germaniens wurde und, so Gott will, noch lange bleiben wird. In seinem Aeußern war der Fürst rauh, nach der Sitte seiner Zeit und besonders des Soldaten jener Zeit, aber dennoch war sein Herz nicht kalt und unempfindlich, besonders von großer Ehrfurcht gegen Gott und tiefer Religiosität durchdrungen. Je nachdem , der edlere oder rauhere Theil seines Selbst die Oberhand gewann, offenbarten sich schöne, oft erhabene- oder trübe, oft nur grausam scheinende, im Gründe aber m.chr neckische, Züge m . seinem Leben.; „Wer ist Er und wag will (gr?" donnerte er den Schuster an. Dieser, nicht. erschrocken, dpnn man hatte

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