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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-01-19 · Heft 4 (19.1.1852) · p. Seite 40

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 4 (19.1.1852)
Date
1852-01-19
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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40 Sache, d. h. er wird die Stelle nicht erhalten. Die Herren Nürnberger hätten mit der Menge schon einen kleinen Versuch machen dürfen! Was uns die nächste Zukunft bringen wird, das ruhet-in des Bundestags Schoost. K. P. 8. Soeben, auf dem Bahnhof, wird mir aus sicherster Quelle die Nachricht, daß der III. Ausschuß den Antrag seines Referenten, die Petition der Religionslehrer an das Ministerium zu überweisen, nicht abgelehnt, wie der Korresp. v. u. f. D. berichtete, sondern angenommen hat. Frankfurt am Main, 5. Januar. (K.Z.) Das 51r Kollegium hatte bekanntlich vor einigen Wochen einen die Anträge beS Senats in der Verfassungssrage ablehnenden Beschluß gefaßt. Dieser Beschluß stützte sich auf ein, von einer Kommission jenes Kollegiums erstattetes Gutachten, in welchem mehrere, für das hiesige Gemeindewesen wichtige Fragen in-einer Weise besprochen wurden, welche von den Ansichten des Senats bedeutend abwich. Namentlich gilt dies von der Gleichstellung der Jftaeliten und Landbewohner mit den übrigen Staatsbürgern, welche Gleichstellung nach der Ansicht des Senats durch die seit 1848 angenommene Akte verfast sungsmaßig feststeht, während das 51r Kollegium in dieser Beziehung ernstlich Bedenken erhebt. Wie man nun vernimmt, hat der Senat eine Kommission von drei Mitgliedern (darunter auch der hiesige BundestagSgesandte, Schöff Dr. Harme) aus seiner Mitte ernannt, welche jenes Gutachten prüfen und darüber Bericht erstatten soll. Oesterreichischer Kcuserstaat. Wien, 5. Januar. Eine Deputation der hiesigen israelitischen Gemeinde hat sich zu dem h. Reichsrathspräsidenten begeben, um demselben mehrere Anliegen, die Stellung der Israeliten betreffend, vorzutragen. —. Als Seitenstück zur Prager Anschlußfrage theile ich Ihnen einen Beschluß des klausenburger Magistrats mit, der dahin geht, daß die seit dem Jahre 1837 daselbst von etwa 7 bis 8 auf beiläufig 30 Familien angewachsene Judengemeinde, deren Bethaus unlängst feierlich eingewecht wurde, und die namentlich in' d'en Revolutionsjahren bedeutend für die Stadt kontribuirt hat., auf den Normälstand (!) vom Jahre 1837 gebracht werden, somit die zugewachsenen Familien Klausenburg verlassen sollen. Glücklicherweise bedarf dieser Beschluß erst der hohem Genehmigung. sCorresp. Bl. a. Böhm.) Preußen. Posen, 4. Januar. (Privatmitth.) Die hiesige öffentliche jüdische Elementarschule, die bekanntlich drei Klassen mit drci Lehrern hat, leistet anerkanntermaßen alles Mögliche, was unter den obwaltenden, keineswegcs günstigen Umständen nur irgend möglich ist, und können wir keinesweges der Meinung derjenigen oder vielmehr desjenigen theilen, der die Lehrkräfte an dieser Anstalt als „abgenutzte" verschreit. Da aber diese Anstalt, wie alle öffentlichen Lehranstalten hiesiger Provinz mit geringen Ausnahmen, aller Lehrfächer ermangelt, welche sie zu einer jüdischen machen würde; so hat sie nur so viel das Recht, eine jüdische Anstalt zu heißen, als der Zufall, daß deren Lehrer und Schüler imJudenthume geboren sind, ihr die Berechtigung dazu geben können. Eine Anstalt, die es sich zur Aufgabe machte, gebildete Juden zu erziehen, fehlte gänzlich bis vor nicht langer Zeit, da Herr Ludwig eine solche, verbunden mit einem Pensionat, in's Leben rief. Der Eifer des Unternehmers für das Judenthum, seine konservativ-religiöse Richtung und seine Intelligenz hatten dieser Anstalt das günstigste Prognostikon gestellt und in der That sah man auch dieselbe der eifrigsten Tbeilnahme des gebildetem Theils der jüdischen Bevölkerung, welchem Interesse für das Judenthum innewohnt, sich erfreuen. Die Erfolge rechtfertigten das Vertrauen, und die, öffentlichen Prüfungen übertrasen die kühnsten . Erwartungen. Nur eine Erwartung blieb unerfüllt, nämlich die, daß die neue Anstalt ein Cheder werden würde. WaS half cS, wenn diese Anstalt mit großem Zeitaufwands auf den Unterricht im Pentateuch, Propheten, Kommentaren und hebräischer Grammatik ihre Aufmerksamkeit richtete? Ein Eheder ist das Ideal dieser Leute und ohne dasselbe ist ihnen das Juden- Ihum gefährdet. Diese Schule ist eine regelmäßige und darum ward ihr Untergang beschlössen. Ein gewisser Here W. ist dazu ausersehen, dieses Werk zu vollbringen und dem Ideal Leben zu geben. Doch wollen wir hoffen , daß es nicht gelingen wird und

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