Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 4 (19.1.1852)
- Date
- 1852-01-19
- Page
- Seite 38 (sequence 2)
- Language
- German
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4 38 unterbrach ihn sogleich der. Präsident mit den Worten^ Eine MAe^PrasulNtion ^nmsse - strengstens' zupückgewiesen' werden! Der Gerichtshof kenne nur Staatsbürger. J Zn dem einzigen Advokaten jüdischen Glaubensin Fürth ist ein zweiter dort (Herr Dr. Feust), Herr Dr. Berlin in Ansbach *), Herr Dr. Arnheim in Baireuth und Herr Dr. Maiersohn in Würzburg gekommen. Sie werden vielfach durch christliche Mandanten beschäftigt. — Das Jahr 1848 hat uns auch noch einen Lieutenant in der aktiven Armee,'Herrn Tabor aus Pappenheim gebracht. Unfern — nicht vormaliger, wie der Setzer in meinem letzten Bericht (No. 51, S. 606) irrthümlich gabsondern d er m a l i g en Rechtsboden in bürgerlichem Rechte bildet daö Gesetz vom 29. Juni d. I., und unser Staatsministerium, besonders daS des Handels, fährt fort in vorkommenden Fällen die mildeste Interpretation geltend zu machen. Zeuge dessen ist der hier schon mitgetheilte Erlaß über Güterzertrümmerungen rc., und ein neuerer allerhöchster Erlaß vom 5. Dezember, inhaltlich welchem auf die Beschwerde deS Farbermeisters Ving von Mamelsdorf eine erschwerende Verfügung der königlichen Regierung von Unterfranken über den inländischen Produktenhandel aufgehoben und zugleich ausgesprochen ist, es sei kein Grund vorhanden, denselben dem Juden als Solchen zu verbieten rc. Wird doch nicht wie weiland Alles vwnV gedeutet! — Das Ablösungsgesetz verwickelt viele . Gemeinden in Prozesse wegen bisheriger Abgaben an Pfarreien rc., die, je nachdem sie persönlicher oder dinglicher Natur sind, ihre juridische Entscheidung finden werden. Während so unsere bürgerlich-soziale Stellung eine verbesserte genannt werden muß, können wir von unserer kirchlich-religiösen von keinem Fortschritt, also nur von Rückschritten berichten. So viele Synagogen, so viele Synagogenordnttngen, resp. Unordnun¬ *) Wenige Tage vor Weihnachten war es der geschickten Vertheidigung ves Herrn Dr. Berlin gelungen, für einen christlichen Bürger aus Feuchtwangen von den Geschworenen ein frcisprecheiltes Urtheil zu erwirken. Er zeigte es ihm eiligst mit dem Anfügen an, die'Kosicn der Verthklvigttng für seine Familie zu den Weihnachtsfeiertagen zu verwen vcn. Ihr Herren, die ihr aut die Menschenliebe privilegirt zu fein vermeint; was für eine Liebe ist das? nicht eine jüdische? - K orresp. gen; die Verbindung mit dem Rabbinat lose; keine Neigung^GememnützigeS unterstütze^ MeueS zu schaffen. Nach außen will man einen Vorsänger, der, ganz dem sonst so hoch angeschlagnen entgegen, unbeweibt und kündbar sein soll; einen provisorisch ängestellten Lehrer mit möglichst geringem Gehalt — weit unter dem Vorsänger — bei dem aber pädagogische Gewandtheit und Kenntnisse noch nicht genügen, er soll auch Französisch, Englisch, Buchführung rc. lehren können, und endlich wo möglich keinen eignen Rabbiner, sondern. Anschluß an ein fernes Rabbinat für wenige Gulden. Reduzirung des Gemeinde-Budgets auf das Minimum, Fernhaltung jeder möglichen Belastung, das sind die Lebensfragen in unseren Kultusgemeinden. — Darf es da befremden, daß eS bereits an ^Schulamtskandidaten und in wenigen Jahren noch mehr an tüchtigen RabbinatSkandidaten fehlen wird? Welcher geistigbegabte Jüngling, und nur Solche widmen sich in der Regel diesem Fache, wird sich den Wahlplackereien, den verschiedenartigsten Anforderungen, nach Opferung hoher Kosten und der schönsten Lebensjahre, aussetzen wollen?. Nur Schwachköpfe, Halbgebildete rc. werden sich fürder solchem Berufe widmen. Wir werden wieder Bachurim, etwas weniges modernisirt, zu Lehrern und Rabbinen erhalten, und das will man auch von gewisser Seite. Schon hat man den Seminarbesuch Seitens der Religionslehrer als sie ihrem Berufe entfremdend, bei allerhöchster Stelle dargestellt und dafür die Bildung bei einem Rabbiner propouirt, als wenn der Religionslehrer nicht auch der pädagogischen Bildung bedürfe. . Mit Rabbinen, die sich dem Leben und seinen Anforderungen gänzlich verschließen, sind wir theikweise schon beglückt und für Nachwuchs ist auch schon gesorgt. Die Landleute zumal, auch die Neumodischen, lassen sich solche Herren gern gefallen, die für sie,,fromm" sind, während sie ihrerseits um so freier ihren Lüften, ihrer Hab- und Rachsucht rc. sröhnen mögen. Wird aber die jüdische Religion und ihre Bekenner aus solchem Gebühren'wahren Nutzen ziehen, gehoben werden vor Gott und der Welt? Wir zweifeln stark! Dey Schein, wird man befördern und die Herzen unbefriedigt lassen. Wie in anderen.Kirchen wird man ein Mitmachen der Religionsbrauche hie und da herbeiführen, wovon man aber, dem Menschenauge entrückt ,, ^alsbald mit Geringschätzung abläßt. Der moralische Fonds wird