Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 4 (19.1.1852)
- Date
- 1852-01-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xvi. Jahrgang. Allgemeine No. 4. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion:. Vr Ludwig Philrppfon, Dr. B. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 19. Januar'1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich'ein mal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart mkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. l 5 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/r Ngr. (18 gGr.j'für das Vierteljahr ang'esetzl worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen» I n halt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: aus Vaiern, Frankfurt am Main. Oesterreichischer Katserstrat: Wien. - Preußen: Posen, aus der Provinz Posen, Goch. Die Schweiz: Bern. Grwßbritanien: London. Literarische Nachrichten: Magdeburg (Fortsetzung). Belletristisches: Der unbekannte Rabbi. Eine. Novelle. (Fortsetzung.) / Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Baiern, Ende Dezember. (Privatmitth.) Unserm Monatsbericht lassen wir zum Jahresschluß eine Konstatirung unserer Lage vorangehen. Die Beseitigung der Grundrechte durch den deutschen Bund, und somit der Emanzipation unserer deutschen Glaubensgenossen/ konnte uns nicht berühren, weil wir sie Nie erlangt. Uns muß es vorläufig genügen, durch die Krone und eine Zweidrittel-Majorität der Volkskammer der Gleichstellung gewürdigt worden zu sein. Zwei der höchsten politischen Rechte, nn der Kammer der Abgeordneten zü sitzen und den ÄSahrfprüch' der Geschworenen mit fällen' zudürfen, Haben Uns' die letzten Jahre gebracht. Unsere ärgsten HW müssen Westehen, daß wir davdn^ nicht nur 'würdigen 'Gebrauch gemacht/ sondern daß; sich auch nicht die 'leiseste BiMstlinme datzegen-weruHnen-läßt. Der durch ausschließlich christliche Wähler in die Kammer gesandte Abgeordnete Dr. Arnheim genießt die Hochachtung aller Parteien — ein mir befreundetes intelligentes Kammermitglied nannte ihn mir eine Perle der Kammer — und Dr. Morgenstern, Nürnbergs Abgeordneter, bleibt mit eiserner Konsequenz dem Prinzip treu, das ihn in öie Kammer gebracht hat. Außer bei der Debatte über die Emanzipation, in welcher Dr. Arnheims talmudischeS Wissen sehr am Platze sich erwies, haben Beide in Sachen der Juden noch wenig gethan —was würden katholische Mitglieder in ähnlicher Lage aufbieten! -— aber wir bescheiden uns gern, daß dieselben das Terrän besser kennen, und daß sie Abgeordnete des baierschen Volkes und nicht der baierschen Israeliten sind. Unsere Gerichtshöfe, die zu ihrem Ruhme schon im Vormärz streng am Rechte hielten, und da, wo veraltete Ausnahmsgesetze bezüglich der Juden ihrem Nechtsgefühl entgegenstanden, immer die mildere Seite vorkehrten, oder doch die Mißbilligung der Rechtsungleichheit, die nur der Gesetzgeber, nicht der Richter beseitigen könne, in ihren Erkenntnissen häufig niederlegten,' -lassen Vorkommnisse, wie sie uns diese Blätter aus Posen kürzlich Meldeten, nicht fürchten. Denn als vor einiger Zeit der christliche Vertheidiger eines vor dem Kreis- und Stadtgericht Ansbach öffentlich angeklagten Juden in seinem Plädoyer die Worte einstießen ließ.: fein.Älient nicht vor Gerichtgestellt worden, wenn ex ckein:Jude Lwäre!