Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 3 (12.1.1852)
- Date
- 1852-01-12
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
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28 bischen Sekte derChassidim zu richten beginnt. Der Chassidismus war es, der mehr noch als die israelitische Orthodoxie der Bildung feindlich entgegentrat und ihre Jünger unter den Juden mit Stumpf und Stil auszurotten suchte. Er blieb fast immer Meister, weil er die verblendete Masse des Volkes und gewöhnlich auch die Reichen für sich hatte. Seit einigen Monaten hat das österreichische Ministerium dieser um sich greifenden Landplage in Galizien sein, besonderes Augenmerk geschenkt. Einer der Hauptleiter des Chassidismus in Belzec steht bereits unter polizeilicher Aufsicht. Rußland soll mit Nächstem in den westlichen von Juden bewohnten Gouvernements und im Königreiche Polen eine gemischte Kommission zusammentreten lassen, die sich die Kenntniß des Chassidismus zur Ausgabe machen wird. (C. Bl. a. B.) Frankreich. Paris, 1. Januar. Dem Präsidenten Napoleon brachte auch das israelitische Konsistorium am Neujahrsabende seine Huldigung dar. Crömieur hat seine Demission beim Konsistorium eingegeben. An den Arbeiten desselben hat er seit langer Zeit keinen Theit mehr genommen. — In der konsultativen Kommission sitzen zwei Israeliten: E. Furtado, Mitglied deö ZentralkonsistoriumS, und Achille Fould, Bruder deS Ministers. — In Lyon haben der Rabbiner und die Mitglieder de.S Gemeindevorstandes dem General Castellane und dem Präfekten ihre Glückwünsche dargebracht. (Man erinnere sich, wie eS 1848 den Juden im Elsaß erging!) (Rach den^rok. isr. de Fr.] Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Drei Vorlesungen über die Gesetzlichkeit in der Natur, im menschlichen Geiste und in der Geschichte. Erste Dorlefrrng. Die Gesetzlichkeit in der Natur. (Schluß.) Durch zwei Dinge stehen alle Theile deS Universums mit einander im Verkehr, durch daS Licht und die Gravitation oder allgemeine Schwere. Sie sind gleich-» sam die Boten, .die von einem unermeßlichen Raume zum andern eilen. Das Licht ist es, welches von den entferntesten Weltkörpern zu uns gelangt und uns Kunde giebt von ihrem Dasein; das Licht, welches uns gestattet, ihre Entfernung, ihren Standpunkt im All, ihre Größe, ihre Bahn, ihre Umlaufszeit zu berechnen, dag Licht ist also daS Verbindungsmittel aller Wesen mit einander. Allerdings gelangt daS Licht nur abgeschwächt zu unS, denn eS ist mehr als wahrscheinlich, daß der ganze Weltraum mit einem Fluidum, das man Weltäther nennen mag, erfüllt ist; man schließt dieS erstens daraus, daß, würde das Licht durch dieses Fluidum nicht abgeschwächt, der Himmel von den zahllosen leuchtenden Weltkörpern stets wie ein goldneS Gewölbe leuchten müßte, an dem die Sonnenur durch ihre Flecken sichtbarwäre; manschlicßt es mit größerer Gewißheit auS dem hemmenden Einfluß, der auf die Umlaufszeit des s. g. Enckeschen Kometen wirkt, und auS der Verdunstung zahlreicher und mächtiger Kometenschweife. Ob dieser Weltäther auf unsre Atmosphäre Einfluß übt, ob er in unfern LuftkreiS von dessen Grenze auS einbrkngt und da meteorologische Veränderungen hervorbringt, gehört freilich nur in daS Reich der Vermuthung. Sicher aber ist das Licht der Bote, der von einer Welt zur andern flieget, und dieser Bote hält.seinen Lauf, seine Geschwindigkeit nach einem und demselben Gesetze, seine Stärke, sein Reflex sind dieselben, ob es vom Sirius oder vom Orion kommt, sein Inhalt und seine Wirkung, z. B. seine chemische, find unter denselben Bedingungen immer dieselben, mag eS irdisches, planetarisches oder Sonnenlicht sein, eS wird in unseren Fernrohren und Spiegelteleskopen auf dieselbe Weise gebrochen, zurückgewotsen und in Bilder gesammelt, das Licht eines KamnünfeuerS oder daS Licht eines Sternes im Schwan. Nicht minder erweist sich uns das Gesetz der allgemeinen Schwere als ein ganz allgemeines, durch das ganze Universum reichendes. Die Bewegungen der größten und entferntesten Weltkörper geschehen nach denselben Gesetzen, nach welchen die geworfenen Körper hier auf unserer Erde bewegt werden. Einen glänzenden Beweis hierfür hat die neuere Zeit geliefert. Verschiedene Astronomen hatten in den Bewegungen des Uranus mehrfache Unordnungen beobachtet, Unordnungen, die Solche nach den Gesetzen der Gravitation schienen; sie hatten daraus geschloffen, daß noch ein großer, ungekannter, entfernterer Planet vorhanden sein müsse, der vermöge seiner Masse