Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 2 (5.1.1852)
- Date
- 1852-01-05
- Page
- Seite 21 (sequence 9)
- Language
- German
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21 heute erschienene Nummer deS „Bund" bestreitet nicht, daß vielleicht in gewissen vertraulichen Kreisen eine solche Note produzirt worden ist; er setzt dagegen die gegründetsten Zweifel in die Behauptung der kstrie, daß dem Bundesrath eine Solche vorgelegt worden sei. -A Die von mehreren Schweizerblättern bestrittene Note deS französischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten wegen der Vertreibung französischer Juden aus Basel ist am 19. behändigt und dem Chef des Justiz- und PolizeidepartemenLS Druey zur Berichterstattung übergeben worden. Die Note soll vom 16. datiren, in sehr entschiedenen Ausdrücken abgefaßt sein, die angedrohten Repressalien sollen sich jedoch nur auf die beiden betheiligten Kantone Bafel- Stadt und Baselland und deren Angehörige beziehen. Rußland. Aus Polen, 14. Dezember. (Voss. Ztg.> Der Administrationsrath des Königreichs hat in Bezug auf die Israeliten, welche im russischen Militär ihre fünfzehnjährige Kapitulation beendet haben und aus Gesundheitsrücksichten oder wegen Verkrüppelung verabschiedet wurden und denen nach der Verordnung vom 12/24. Marz 1848 gewisse Vergünstigungen, die ihren übrigen Glaubensgenossen gesetzmäßig nicht zufiehen, zu Gute kommen, folgende Zufatzartikel erlassen: 1) Alle Vergünstigungen und Unterstützungen, aus welche ausgediente israelitische Militärs aus dem Königreich Polen Anspruch haben, könnenauch ausgediente israelitische Soldaten aus dem Kaiserthum Rußland beanspruchen, welche nach ihrer Entlassung aus dem Militärdienste sich im Königreich Polen niederzulaffen wünschen. 2) Diejenigen Israeliten, welche beweisen können, daß sie zur Zeit ihrer Aushebung zum russischen Militär in einem Umkreise von drei Meilen von der polnisch-russischen Grenze wohnten, können sich wieder in diesem Kreise niederlassen. 3) Israelitische verabschiedete Militärpersonen aus dem Königreich und Kaiserthum werden von den AufenthaltSkartengebühren befreit, welche in Warschau an die städtische Kaffe entrichtet werden. Frankreich. Stratzburg, 25. Dezember. (Privatmitth.) Ich habe in meinem vorigen Artikel (No. 46 v. I.) begonnen, einige hervorragende Persönlichkeiten unserer Gemeinde zu nennen, lassen Sie mich darin fortfahren. Unter den Zuständen der Gegenwart ist es sicher von großer Bedeutung, wenn eine Gemeinde Männer und Frauen besitzt, auf die sie mit Stolz Hinweisen kann, alS Vorbilder in ihr und für andere Gemeinden, die im Strudel des Lebens nicht äufhören, Sinn und Kraft für die Sache des Glaubens und der Glaubensgemeinde zu haben und zu verwenden. Die noch nicht genannten Mitglieder unserS Konsistoriums sind die Herren JaqueS Schwarz, Bijoutier, ein höchst intelligenter und vielgereister Mann, der einer gemäßigten Reform in unseren Gebeten das Wort redet, und seinen Platz sehr würdig auSfüllk, * und S. Weil, ein in Gemeindesachen sehr erfahrener Mann, der seit 20 Jahren in unserer' Gemeinde administrativ wirkt, aber auch in anderen Gemeinden, wenn Streitigkeiten entstanden, mit großer Gewandtheit dieselben auszugleichen verstand; derselbe hat. auch viele Verdienste um den hiesigen Tempelbau sich erworben. Hoffen wir also von unserm Konsistorium des Guten noch Vieles! — Nächst dem Konsistorium ist die Administrativkommission der Gemeinde für diese von höchster Wichtigkeit. Der Präsident derselben, Herr S. Kahn, Schwager des ErministerS Goudcheaur, ein wissenschaftlich gebildeter Mann, fungirt eine lange Reihe von Jahren bereits zu allgemeiner Befriedigung und mit vielem Eifer; der Vizepräsident, Herr Simon Cers, Marroguinfabrikant, ist ein ebenso humaner Mann gegen Jedermann, wie. ausgezeichneter Familienvater, ein ebenso glücklicher Administrator, daß man ihn eine Perle in der Gemeinde nennen kann, wie tüchtiger Fabrikant, in des- - sen Fabrik das beste Sasfianleder in Frankreich produzirt wird, und das Grüngold auf's Leder zu bringen erfunden worden ist. Nun gestatten Sie mir aber auch einige würdige Damen zu nennen; so dieMad. Helene Worms, geb. Ratisbonne, Gattin deS Geniekapitäns, Herrn Worms, eine junge Dame, die selbst in die Hütten der Armuth geht, um zu sehen, woran eS fehlt, und zu helfen und Andere zur Mithilfe aufzufordern, eine wahre „Mutter der Armen"! Di? Damen Hirz, Mai, Aaron (Gattin deS Großrabbinen) sind es, welche eine Mädchenschule und Kinderbewahranstalt gegründet haben, weshalb sie von Haus zu HauS 2*