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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-01-01 · Heft 1 (1.1.1852) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 1 (1.1.1852)
Date
1852-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 die Parlamentsakte erforderlichen Abschwörungseid zu leisten. Herr Rechtsanwalt Channel und Herr Macnamara erschienen für den Kläger, Sir F. Kelly, Herr Peacock, Herr Willis und Herr Goldsmid waren Beistand deS Verklagten. Herr Rechtsanwalt Channel sprach von Seiten deS Klägers Folgendes: Die Verordnung, in Folge deren gegenwärtiges Verfahren stattfinde, berechtige einen Jeden, auf Einziehung einer Geldstrafe zu dringen, mit welcher Jemand wegen Anmaßung von Sitz und Stimme im Parlament ohne vorhergegangene Leistung der erforderlichen Eide belegt sei. Kläger in dieser Sache sei ein Sekretär nach Versicherung ehrenhafter Advokaten. In Betreff des Verklagten sei der Jury wohl bekannt, daß er jüngst zum Parlamentsmitglied für Greenwich erwählt, jüdischer Religion, Alderman und gewesener Sheriff von Kent sei. Er selbst (der gelehrte Rechtsanwalt) habe Gelegenheit gehabt, nicht uur die Gastfreundschaft des Verklagten, sondern auch die Wirksamkeit und Gewissenhaftigkeit in Erfüllung der Pflichten seiner öffentlichen Aemter kennen zu lernen. Was er jedoch zum Lobe oder zum Tadel des Verklagten zu sagen habe, sei gegenwärtig von geringer Wichtigkeit. Ec habe die Sache nur erwähnt, um der Meinung entgegenzutreten, daß er bei dem, was zu sagen ihm angemessen scheinen würde, von dem Gefühl der Feindschaft geleitet sei. Er sei der Ansicht, daß der Abschwörungseid nicht nur deshalb verordnet sei, um die Beobachtuug seines Inhaltes sicherzustellen, sondern auch, um das Christenthum des Landes zu schützen, dem wir die Ordnung und den Bestand der Zivilisation verdankten. Es sei indessen nicht seine Absicht, sich über die Zweckmäßigkeit des Gesetzes auszulassen; das komme denen zu, die eine gesetzliche Aenderung desselben vermittelst der drei Zweige der Gesetzgebung erlangen wollten. Verklagter habe sich nach seiner Wahl zum Parlamentsmitglied an den Tisch des Hauses der Gemeinen begeben und beansprucht, auf das Alte Testament vereidigt zu werden, da dies für ihn die allein bindende Form sei. Diese Forderung sei ihm in Betreff des Huldigungs- und Suprematseides zugestanden; als jedoch der Sekretär deS Hauses ihm den Abschwörungseid vorgesprochen habe, habe Verklagter die Schlußworte: ,,Auf den wahren Glauben eines Christen" ausgelassen und mit Hinzufügung der Worte: „So mir Gott helfe" das Alte Testamente geküßt. Da das Haus dies nicht für die geeignete Form des Eides erachtet habe, so sei Verklagter angewiesen worden, sich zu entfernen. Zuvor er jedoch dies gethan, habe er sich, um sich der Worte der Parlamentsakte zu bedienen, „Sitz und Stimme angemaßt". Jetzt sei er Willens, die zahlreichen Parlamentsakten über diesen Gegenstand durchzugehen und zu zeigen, daß sich in ^denselben Nichts finde, was die Juden von der vorgeschriebenen Form des Eides entbinde. Herr Baron Martin unterbrach hier den gelehrten Rechtsanwalt und fragte, ob dieser Fall nicht ein Spezialverdikt erfordere und vor ein Nechtstribunal gebracht werden müsse. Die Thatsachen könnten nicht in Frage gestellt werden. Sir F. Kelly sagte, daß er dies für das geeignete Verfahren halte. Alle Thatsachen seien zugestanden, da von Seiten des Verklagten nur der Wunsch vorhanden sei, die Frage vor den Gerichtshof gebracht zu haben. Herr Rechtsanwalt Channel erwiderte, daß er auch dem Rath seiner Lordschaft zur Einholung eines Spezialverdikts seine Zustimmung gebe. Seitens des Klägers sei nur das Verlangen, die fragliche Sache zu erledigen, sonst würde er (der gelehrte Rechtsanwalt) den Prozeß nicht übernommen haben. Herr Baron Martin sagte, daß er seine Meinung von der Sache abzugeben habe. Da jedoch einer unserer ausgezeichnetsten Rechtsgelehrten sich dahin ausgesprochen habe, daß der Abschwörungseid vom Alderman Salomons richtig geleistet sei, so sei es erforderlich, den Fall zu seiner Erledigung vor das Haus der Lords, das höchste Tribunal deS Landes, zu bringen. Rorwich, 1. Dezember. Es freut uns, folgende Auszüge aus den „Norfolk News" vom 26. November geben zu können über die Wahl im sechsten Stadtviertel. Dieser Wahlkampf endigte, wie wir erwarteten, zu Gunsten des Herrn Joel For, der durch eine Majorität von einundzwanzig Stimmen von Neuem in den Stadtrath gewählt wurde. Das Verhältniß ergab sich beim Schluß des Poll folgendermaßen: Für Herrrn For (liberal) 180, Für Herrn Bunting (konservativ) 159.

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