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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-01-01 · Heft 1 (1.1.1852) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 1 (1.1.1852)
Date
1852-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 gegangen zu all den Quellen, woraus die Gotterkenntnkß uns erstießet, dann erst wirst Du befriedigt sein und nicht wanken. Gehörst Du aber, Unglückseliger, zu Denen, die sich ihren Gott hinwegklügeln, die den Stoff zum Geiste, die todten Dinge zum Gott machen — geh noch einmal zurück, dieweil es Zeit ist, gehe den Weg noch einmal, den Du zurückgelegt, nachdem Du nun weißt, wohin er führt, vor Allem sei wahr vor Dir selbst, lege den hochmütigen Dünkel, den Ehrgeiz, klug und ein Denker zu sein, ab, weise die Phrase, dag Wortgeklingel von Dir, sprich : indem Du läugnest, straft Dich Dein Innres nicht seist Lügen? indem Du die Hoffnung des Heils, der Unsterblichkeit, der Erkenntnkß jenseits des Grabes Dir abschneidest, hoffst Du nicht in den geheimen Winkeln Deines Herzens, daß cs doch nicht also sein wird, daß Du unsterblich seiest? Ha, Du, der Du den Geist läugnest, wie kannst Du denn wagen zu läugnen, da Du nach Dir selbst keinen Geist hast? Wenn es die Faser Deines Gehirns ist, warum vertrauest Du Dich denn dieser Faser an? Nicht doch, folge den Verführern der Jugend nicht, die selbst heucheln. AuS Etwas kann niemals Nichts werden: also, bist Du, so bleibst Du. Und weil Dn bleibst, so suche Den, durch den Du bist und bleibst, such' ihn auf, weil Du ihn verloren hast, suche ihn zur rechten Zeit, warte nicht, bis Dich die Schrecken der Nacht, die Schrecken des Unglücks, die Schrecken des nahenden Todes überfallen. . . . Nein, lasset uns Allesamint die Wege des Unglaubens verlassen, wo wir stehen, von da aus lasset unS streben, bis daß wir voll sind Dessen, der spricht: i**1-! Wn&n rV’ttN 81N*»5 nny „Erkennet jetzo, daß Ich, Ich es bin, daß Ich tödte und Ich belebe"' — (5 30?. 32, 39), lasset uns streben und ringen, bis daß wir von uns sagen können: vruBpia ■’iööi N2N8L) na •’asi»» b2 : s-DinK'ü) na -!2 „Auf meinem Lager, in den Nächten sucht' ich den meine Seele liebt, ich suchte ihn, bis daß ich ihn gefunden, den meine Seele liebt." Zeitungsnachrichten. Deutschland. Lübeck, im Dezember. Um angeregte Zweifel zu beseitigen, wird, sicherm Vernehmen nach, der Senat ehestens an die Bürgerschaft einen deklaratorischen Antrag dahin richten, daß die seit 1848 eingetretene Gleichstellung derJuden, welche in politischer Beziehung doch einmal durch die Verfassung sanktionirt ist, auch in gewerblicher Beziehung unverändert fortbestehe. Es dürfte damit der für die nächste Bürgerschaft von einem Mitglicde derselben bereits in der letzten Bürgerschaftsversammlung cmgekündigte, auf die Wirkungen der Aufhebung der Grundrechte bezügliche Antrag eine befriedigende, wenn gleich schwerlich im Sinne des Antragstellers liegende Erledigung finden. Frankfurt am Main, 5. Dezember. Der in der Sitzung der ständigen Bürgerrepräsentation vomu^, 2. d. von derselben gefaßte Beschluß über die Senatsanträge wegen Ergänzung des Senats rc. ist (nach dem Volksboten) im Wesentlichen dahin ausgefallen, daß das Kolleg die Anträge auf Ergänzung deö Senats und des Kollegs abwcisen müsse, namentlich auch nicht der Ansicht sein könne, mit dieser Ergänzung der erledigten Stellen die Verfassungsreform zu beenden; daß vielmehr gewisse Verfassnngsveränderungen, wie namentlich die Trennung der Verwaltung von der Justiz, eine bessere Zusammensetzung des Senats und eine Reorganisation der Verwaltung auch fortan anzustreben seien, was nicht im bloßen Wege der Gesetzgebung, wie der Senat vermeine, geschehen könne, sondern nur durch verfassungsmäßige Abstimmung der Bürgerschaft; daß aber eben einer solchen Abstimmung der allein berechtigten christlichen Bürgerschaft auch vorher noch die Frage der Gleichstellung der Landbewohner und Israeliten unterliegen müsse, da diese Frage keineswegs, wie der Senat annehme, bereits verfassungsmäßig geordnet erscheine. DaS Kolleg müsse sich daher auch entschieden gegen eine jede Mitwirkung zu Wahlen mit dem dermaligen gesetzgebenden Körper verwahren, als welcher ja nicht versassungSgemäß zusammengesetzt sei, da er sowol Landbewohner als Israeliten als gleichberechtigte Mitglieder umfasse. Darum könne eS auch keinesfalls die in ihm selbst erledigten Stellen besetzen, und zwar um so weniger, als es sich ohnehin, wenn auch nur mit Noch, bis zum Zusammentritt eines andern verfassungsmäßigen gesetzgebenden Körpers noch behelfen könne. Das Kolleg werde übrigens der auch von ihm anerkannten Geschäftsnoth des Senats

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