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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-01-01 · Heft 1 (1.1.1852) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 1 (1.1.1852)
Date
1852-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 sehen, und uns beschämt, niedergedrückt fühlen, so blicken wir von uns auf jenen Sieg hin, und werden aufgerichtet. Wisset, Das ist das Eigenthümliche in der Menschenwelt, Das war auch von jeher in Israel heimisch, daß Druck Gegendruck, daß Erniedrigung Erhebung, Erschlaffung neue Belebung, Sinken Skeigen hrrvorruft. Das gewahren wir, daß, wenn eine Zeit alle Kraft, alle Mächtigkeit des Inhalts und des Strebens verloren hatte, gerade am diese eine andre Zeit folgte, welche mit außerordentlicher Energie sich erhob, einen neuen Aufschwung, eine Selbstüberwindung und Aufopferung mit sich brachte, die alles Frühere überwand und mit neuer Stärke und neuem Glanze zum Höchsten und Edelsten sich erhob. Das lehrt uns auch jener Makkabäersieg. Nach dem kurzen Aufschwung, den die letzten Propheten, den Esra, Nehemia, die Männer der großen Versammlung hervorgermen, war Juda in eine große Erschlaffung versunken, unterthan den Persern, ein SpielLall zwischen den Acgyptem und Syrern, ließ cs Alles über sich ergehen, was Jene wollten. Und als Antiochus Epiphanes seine freche, tempelschänderische Hand ausstreckte, es schwieg; als er Greise, Frauen und Kinder, die noch standhaft geblieben, marterte und mordete, es sah zu; als er die Tora verbrannte und Sabbat und Dundesakte bei Todesstrafe verbot, es rührte sich nicht. Wer hätte es da nicht für verloren geglaubt, für reif, für nahe dem Untergange — und siehe, nur kurze Zeit, und der Tyrann war vernichtet, und das Land frei, und Juda selbstständig, und der Tempel gereinigt, und die ewige Leuchte ergoß ihre Strahlen wieder, und es war eine Erhebung und ein Feuer in Israel, wie kaum jemals wieder. Und fürwahr, dieselbe Menschheit und dasselbe Juda ist noch heute, und kein Verfall, und keine Fäulniß ist so groß, daß nicht neuer Aufschwung, neue Mächtigkeit, neues Leben darauf folgen könnte, ja folgen müßte, gerade weil jene vorangegangen, in denen nicht die Menschheit, nicht Jrsael verbleiben, die sie auf die Länge nicht ertragen können. — Und sehen wir weiter. Wer hat denn diesen Makkabäersieg bereitet? Waren es die Vielen, oder die Wenigen? Es war Mattathias der greise Priester, er begeisterte feine fünf Heldensöhne, sie begeisterten ihre nächsten Genossen, diese begeisterten ihre Freunde, und als erst diese Hunderte sich aufgerafft und erstanden waren, da schwollen sie bald zu Tausenden, und dann zu Zehntausenden, und dann floß das heiligende Feuer durch alle Adern und alle Glieder Jsrael's: 'Süd ra „Wer ist wie der Ewige!" erscholl es von allen Lippen, tönte es in allen Herzen — und es war vollbracht, das erschlaffte Israel war wieder erstanden, das geknechicte, medergeiretine erhob sein Haupt wie nie, es stand da, das alte, ruhmreiche, in Gott starke und unüberwindliche Juda. Und also, m. Fr., bedarf es, eine neue Zeit zu bringen, nicht der Vielen, der Myriaden; seien es Wenige, aber Gottes ganz voll, der Funke zündet und wird zur Flamme. Wir brauchen nicht zu tragen: wie soll in diese blöde, abgestorbene Masse ein neuer Geist gerathen? Lasset ihn nur da sein unter der Wallung Gottes, lasset ihn sein Wesen nur beginnen unter der Fügung des Höchsten, und aller Staub verwirbelt, und alle Geister werden ergriffen und erfüllt. Des ist uns der alle Makkabäersieg eine Bürgschaft. Wir sagten: die Menschenwelt hat ihren Gott verloren — aber sie hat ihn nicht verloren auf immer. DaS ist nur ein Geschlecht und eine Zeit. Sie kann ihn wiederfinden, sie wird ihn wieder suchen und finden, dieweil Er immer berrit ist, sich wicdrrfinden zu lassen. Aber wir müssen ihn suchen; und worauf wartet Ihr, um ihn zu suchen? Wartet Ihr, Einer auf den Andern? Es ist Jeder berufen. Du lebest nun einmal auf diesem Erdball. Also Du, ja Du da, und Du da mußt ihn suchen. Gehörst Du zu denen, die an den alten, überkommenen Formen der Religion hangen, wohl, so such' Ihn auf in denselben, frage, was diese Form sollte und soll, vollziehe sie. nie, ohne zu denken, warum und wozu sie vollzogen wird; nicht die Furcht und nicht die Gewohnheit müssen Dich treiben, sie zu vollziehen, sondern das Bedürfniß, Gott in ihnen zu begegnen, und durch sie zu Ihm geleitet zu werden. Gehörst Du zu denen, welche auf der Oberfläche des Stromes treiben, ohne zu bedenken, was sie sollen und wollen — strebe heraus, frage Dich, woher Du gekommen und wohin Du gehst, laß Dich die Furcht vor den Dingen über Dir überfallen, mach Dir bewußt, daß Du zur Rechenschaft gezogen werdest, daß Ernst und Inhalt in Dein Leben kommen müssen, und daß es nicht genug ist, erworben und verzehrt zu haben. Gehörst Du zu Denen, welche sich einett Gott erklügeln, welche sich selbst überhebend auf eignen Füßen zu stehen vermeinen, o erkenne Deinen Wahn,'; nimm die vier Jahrtausende zur Hilfe, die doch allein Dir Deinen Gott gegeben, erkenne es an, daß Du ihn doch nur von ihnen hast, fliehe zu diesem Buche der Lehre, das, ohne Dein Wissen, Dich hält und stützt; blick in Dein Herz, das mehr als all Deine Vernunft den Gott der Liebe fühlt und kennt; und bist Du zurück-

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