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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-12-15 · Heft 51 (15.12.1851) · p. Seite 606

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 51 (15.12.1851)
Date
1851-12-15
Page
Seite 606 (sequence 6)
Language
German
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606 Abot, mit einer neuen Uebersetzung und einer ausführlichen deutschen Erklärung, in diesen Blättern nvch keine Erwähnung und Besprechung gefunden, so wie daß der Herr Verfasser uns so lange auf die Fortsetzung desselben warten läßt. Seine mit Erfolg gekrönte Bewerbung um Mainz kann doch wol nicht Ursache sein, da seiner Bestätigung von der dortigen Regierung bereits entgegengesehen wird. Die Erklärung des Herrn Rabbinen Meklenburg in Königsberg in No. 43 d. Bl. bezüglich L. Bergmanns hat auch in unserer Gegend Sensation erregt und die spätere Berichtigung nicht ganz befriedigt. Es ist nun an Herrn Bergmann, den Gegenbeweis mit Dokumenten zu führen. Zur Steuer der Wahrheit können wir jedoch aus einem Briefe eines sehr braven, in Jerusalem lebenden Baiern (vom 29. Mai 1851 Ni^n fb) mitthcilen, daß Bergmanns Mission im Auftrag der dortigen Deutschen erfolgt ist. Aus demselben Brief geht auch hervor, daß die dortigen Deutschen ein wahres Stück deutschen Michels sind. Bon allen Sammlungen außer Deutschland bekommen sie gar Nichts und von den deutschen Sammlungen nicht ganz den vierten Theil *). Ueber Herrn Lehren in Amsterdam spricht sich der Briefschreiber, dessen Namen ich aus Rücksicht gegen die ihm dadurch drohende Gefahr verschweige, gar nicht vortheilhaft aus. Möchte ein Rath beachtet werden, so wäre es der: die Deutschen mögen persönlichen Sammlern aus Jerusalem rc. gar Nichts mehr verabfolgen lassen, da ohnehin so Vieles davon auf Reisekosten aufgeht, dagegen aber alle Sammlungen und Anfallungen einem deutschen Agenten dort zur Vertheilung ausschließlich an die Deutschen insolange gelangen lassen, bis diesen auch der ircffende Antheil an außcrdeutschen Sammlungen zu Theil wird, jedenfalls aber Nichts mehr an Herrn Lehren, sondern an Herrn Montesiore in London verabfolgen zu lassen! Schließlich lege ich Ihnen noch Abschrift einer juridischen Abhandlung über das Gesetz vom 29. Juni d. I. an, das unfern vormaligen Rechtsboden bildet und das in dem Archiv unserer Kultusgeschichte nicht fehlen darf. Die im Geiste der mildesten Jn- *) Und zwar erst auf Reklamation in der neuern Zeit. Dies ist wahrscheinlich auch die abgeschlossene Ucbereinkunfl in Amsterdam. Korresp. tcrpretation gehaltene Arbeit hat den Bürgermeister der Stadt Nvrdlingen, den scharfsinnigen Beurtheiler unscrs Gemeindccdikts- und Polizcigcsetzentwurfs zum Verfasser. K. Stuttgart, 4. Dezember. (Privatmitlh.) Herr Regierungsrath Dr. Weil, .vortragendes Mitglied der k. israelitischen Oberkirchcnbchörde, hat von der k. k. österreichischen Regierung einen ehrenvollen Ruf erhalten, wodurch seine Uebcrsicdlung nach Wien und sein Eintritt in die Dienste des Kaiserstaates in einigen Tagen bevorsteht. Welche Verdienste dieser rühmlichst bekannte Mann in einer zwanzigjährigen amtlichen Wirksamkeit sich erworben hat, spricht das ihm bei seiner nachgesuchten Dienstentlassung von dem Chef des Departements des Kirchen- und Schulwesens zugekommene hohe Schreiben aus. Dasselbe lautet: „Euer Hochwohlgeboren unterthänigstes Gesuch vom 27. v. M. um gnädigste Enthebung von der von Ihnen bekleideten Stelle eines Vortragenden Mitgliedes der israelitischen Oberkirchenbehördc, Behufs des Eintritts in auswärtige Dienste, habe ich Sr. k. Majestät vorzutragen nicht ermangelt. Höchst Dieselben haben hierauf durch Entschließung vom gestrigen Tage jenem Gesuche in Gnaden zu entsprechen geruht. Zugleich haben Sc. Maj. mich gnädigst beauftragt, Euer Hochwohlgcboren bei dem Austritt aus dem diesseitigen Staatsdienste höchst dero besondere Zufriedenheit mit Ihren vieljährigen und ersprießlichen Leistungen auszudrücken. Indem ich mich einerseits freue, das Organ der höchsten Anerkennung Ihrer verdienstlichen Amtsführung zu sein, vermag ich andererseits mein lebhaftes Bedauern nicht zurückzuhalten, Sie aus einem Wirkungskreise scheiden zu sehen, in welchem Sie durch eifrige Pflichterfüllung, so wie durch umsichtige und gewandte Geschäftsbehandlung, den Beifall Ihrer Vorgesetzten nicht weniger, als das Vertrauen und die Zuneigung Ihrer Glaubensgenossen, für deren Bestes Sie in einer zwanzigjährigen Laufbahn mit sichtlichem Erfolge thätig gewesen sind, Sich zu erwerben gewußt haben. Mit vollkommenster Hochachtung Stuttgart, den 3. Dezember 1851. Der Chef des Departements desKirchen- ».Schulwesens, Freiherr v. Wächter-Spittler."

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