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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-11-24 · Heft 48 (24.11.1851) · p. Seite 571

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 48 (24.11.1851)
Date
1851-11-24
Page
Seite 571 (sequence 7)
Language
German
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571 Aufsatze in der Berliner Monatschrift *) rc. hinweisend, die Leser dringend bitten, „überall, wo es nur irgend nöthig und möglich, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Kräften und Mitteln dahin zu wirken, daß dem grausamen, die Menschlichkeit empörenden Gebrauche der Juden, ihre Leichname einige Stunden nach dem Absterben dem Schooße der Erde anzuvertrauen, endlich Einhalt gethan werde." Der erwähnte Aufruf, 5 Spalten der Zeitung füllend, schließt mit folgenden Worten: „Vielleicht würde, wenn die Sache in Ansehung der Juden in Bewegung käme, auch allgemein darauf Rücksicht genommen, daß bei 48 Stunden Aufschub noch keine Sicherheit vor dem Erwachen im Grabe da ist! Vielleicht würde auf Ihre Veranlassung hier und da die Ordnung eingeführt, daß man die Verstorbenen nicht eher begrübe, bis das einzige sichere Zeichen des Todes, der Geruch und die anfangende Verwesung sich einstellte! Welch Glück wäre es dann für Sie, auch nur Einen Menschen vor der schrecklichsten und martervollsten aller Todesarten bewahrt zu haben!" Mehr denn 60 Jahre sind seit der Zeit verflossen, welcher wir obige Notizen entnommen haben. Es ist seitdem hie und da anders worden — aber noch lange nicht überall. Der erwähnte Mißbrauch hat im Judenthume noch sehr viele Anhänger und Vertheidiger, und wir leben schon in der zweiten Hälfte des „aufgeklärten Jahrhunderts." 2) *) Ganz besonders auf einen Artikel im Aprilhefte des Jahrg. 1784, betitelt: „Ueber die frühe Beerdigung der Juden" und begleitet von mehreren Aktenstücken und Belegen über Falle, wo in Folge des frühen Beerdigens Lebendige in das Grab gelegt worden. W. 2) Wir können hier nicht umhin, auf einen in No. 13 des Jahrg. 1848 dieser Zeitung enthaltenen Artikel: „Jastrow 28. Februar" von unserm Freunde W—ll (jetzt in Goch im Düsseldorfschen) und das von demselben zitirte Sendschreiben rm b^b amp bip bttWO von Dr. Altschul in Prag, zu verweisen. W. Belletristisches. Der unbekannte Rabbi. Eine Novelle. (Fortsetzung aus No. 37. 38. 39. 42. 44. 45. 46.) 7. Bachur Jossel. Und Abba zu dem Freunde: bin friedlich ja gesinnt. Du siehst, daß aller Orten sich Hader nur noch spinnt. Chamisso. Sieh, wie die Lerche fröhlich steigt und immer höher sich schwingt, aus kleiner Brust das Morgenlied singend. Sie verkündet den Frühling. „Ec hat gesendet sein Wort und es schmilzt", immer dünner wird die Winterdecke der Erde, schon sieht neugierig Krokus hier und da durch und beschauet sich die neue Welt, die Strahlen der Sonne werden wärmer, in der Bäume Mark quillt der Saft empor, es schwellen die Augen an den Zweigen, die eine grüne, hoffnungsvolle Zukunft bergen. — Ach, auf mich herab, auf den schreibenden Greis, siehst du, Bild meiner Mutter. Es ist eine schöne, jugendliche Gestalt, ein holdes, lächelndes Antlitz — und bu; junges, früh vergrabenes Wesen, du warst meine Mutter, des alten Mannes, der mit dem zerknitterten Gesichte und mit den lebensmüden Augen zu dir, wie zu einer Engelsgestalt, emporblickr. Und — zwar nicht so holdselig lächelnd, so jugendlich frisch, wie du, zwar nicht im farbenreichen Bilde, aber doch freundlich und still und vom geistigen Auge gesehen, steigt eine andere Gestalt aus dem Grabe hervor und stellt sich vor mich mit dem ewig heitern Blicke, den auch der tiefste Schmerz nicht trübte, mit der immerwahrenden Klarheit auf der hohen Stirn, mit den leuchtenden, feuchten Augen — es ist deine Gestalt, mein Bachur, es ist dein Andenken, mein Lehrer, was mich heute überkommt am Hellen, klaren Februarmorgen. Bleibe bei mir, mein Josserl, du hast mich ja nie im Leben verlassen und ich auch nicht dich, als der Todtenschweiß dir von der Stirn rann und als du den letzten Siegesblick auf dies Schlachtfeld zertrümmerten Menschenglücks, auf diese Schädelstatte vermoderter Freuden, verwesener Hoffnungen warfest! — Doch zurück zur väterlichen Hütte. Da sind wir ja im Dorfe. Noch ein kurzer Weg zwischen den italischen, hohen Pappeln; um den Bach

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