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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-11-17 · Heft 47 (17.11.1851) · p. Seite 562

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 47 (17.11.1851)
Date
1851-11-17
Page
Seite 562 (sequence 10)
Language
German
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562 j» errichten, in denen die Abgeschiedenen drei Tage lang bewacht werden könnten. 2) Die „Deutsche Zeitung f. d. I. rc.", in deren Jahrgang 1787 No. 17 wir obiges Faktum bestätigt finden, beruft sich bei dieser Gelegenheit auf einen hebräischen Brief Mendelssohns an den schweriner Gemeindevorstand, welcher — wie der Korrespondent in einer Note anführt — von einem gewissen Jakobson in's Deutsche übersetzt, im Septemberhefte des „Rostocker Wanderers von 1772" abgedruckt gewesen sein soll. Bon demselben Korrespondenten erfahren wir in der genannten Zeitung auch., daß Moses Mendelssohn selbst erst 24 Stunde» nach seinem Ableben — mit Bewilligung des Oberrabbiners zu Berlin, welchen Herr David Friedländer darum angesprochen — beerdigt worden. 3) Zm Jahre 1786 erließ das k. k. Gubernium von Prag zwei Verordnungen, durch welche den Juden in Prag und ganz Böhmen das „frühe Verscharren ihrer Tobten" bei Strafe verboten wurde. Diese Verordnungen sollen aber — nach dem Berichte eines andern Korrespondenten der D. Z. f. d. I. rc. vom Jahre 1787 — durch nichts Anderes, als durch den Eifer, mit welcher die „Gesellschaft der hebräischen Literatursreunde" *) in ihrer Zeitschrift: „der Sammler"^) die schnelle Beerdigung der jüdischen Leichen als «inen um jeden Preis „abzustellenden Mißbrauch" zu erklären unaufhörlich bemüht war, veranlaßt worden sein. (Schluß folgt.) Literarische Nachrichten. Auder Altmark, im August. Je mehr das Häuflein derer in Israel zusammenschmilzt, welche das Hebräische überhaupt nur verstehen, was bei der jetzigen Erziehung und Bildung der jüdischen Jugend nicht Ver- *) Im Jahre 1783 durch eine Anzahl junger jüdischer Gelehrten in Königsberg i. Pr. zu dem Zwecke gegründet, Bildung und Aufklärung unter den jüdischen Glaubensgenossen nach Kräften zu verbreiten. — Im I. 1787 hat diese Gesellschaft, welche damals schon in vielen Städten Deutschlands tüchtige und thätige Mitglieder zählte, den Namen: „Sozietät zur Beförderung des Edeln und Guten" angenommen. SB. *) Erschien in hebräischer Sprache und dürfte unter dem Namen wol den meisten Lesern dieser Zeitung bekannt sein. W. wundern erregen kann,-desto spärlicher erscheinen auch Beiträge zur neuhebräische Literatur, die bis vor wenigen Dezennien eine so große Rolle in der Geschichte des Judenthums spielte. — Dankbär müssen wir daher jede Gabe aufnehmen, welche insbesondere die Kenntniß der mittelalterlichen Literatur, welche von einer uttver» gleichlichen immensen Ausdehnung ist, befördern: Nichts fördert mehr die Durchbildung der Geschichte des Judenthums. Leider haben die letzten drei Jahre, die viel zerstört und wenig geschafft und geschaffen haben, die spärlichen Gaben noch spärlicher an Zahl und Ausdehnung werden lassen und es sind nur wenige und winzige Heftlein, die vor uns liegen, die wir aber nicht übersehen wollen, sie vielmehr den Freunden und Kennern dieses Literaturzweiges empfehlen. Schon 1848 erschien in Rödelheim (Druck von I. Lehrberger und Komp.) ein Heftchen von 16 Seiten 8., einen hebräischen Kommentar über die Abhandlung des Maimonides „von den Graden der Prophetie" enthaltend, von Simon Scheyer. Der Kommentar gründet sich größtentheils auf Aussprüchen des Rambam's selbst, wie sie an verschiedenen Stellen des More zerstreut sind. Das Merkchen bietet eine interessante Zusammenstellung der Maimonidischen Auffassung des Prophetenthums in Hinsicht des Begriffes (sowol rationell als in der heil. Schrift), seines Verhältnisses zum 127PN tm u. s. w. Ueberall stößt es uns auf, wie Maimonides den Begriff und die Weisen der Offenbarung mit aristotelischer Logik zu zerlegen und besinnen sucht — merkwürdig für den Historiker, wenig fördernd, das wahre Wesen der Inspiration zu begreifen. In einem sehr schönen und faßlichen Hebräisch ist das 1850 in Frankfurt a. M. bei Kaufmann erschienene Schriftchen von Karmoli, die Geschichte der Familie Jechrja enthaltend, geschrieben (Lepbvr dibreh hajamim libneh Jechijah). Wie einflußreich aus die hebräische Literatur viele Mitglieder dieser großen, in Spanien, Portugal und nach der Vertreibung in Italien und der Türkei blühenden Familie waren, ist bekannt. Wir haben hier eine auf 43 S. 8. aus vielen Büchern und Manuskripten (die Quellen sind überall gewissenhaft angegeben) gesammelte und mühsam zusammengerragene Chronik und Genealogie der Jechija's, vom Jahre 1200 bis 1593 reichend, mit Angabe der eruirten Lebensverhältnisse und der Schriften der Einzelnen. Das Werkchen ist daher von großem Interesse für den Forscher der Geschichte und Literatur des mittelalterlichen Judenthums.

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