Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 43 (20.10.1851)
- Date
- 1851-10-20
- Page
- Seite 513 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3225714-3225758--12030-3242178- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
513 Jahre 5582 (1822) zwischen den getrennten Gemeinden der wi"isv und denen der geschlossene, in Amsterdam gedruckte, die Interessen Beider, wie den Frieden zwischen Beiden wahrenden Konvention frevelhafterweise gebrochen wird. Die betrügliche Absicht des genannten Bergmann geht nun aber unzweifelhaft dahin, die spärlichen Quellen, die uns, dem DT»«« bVo, aus den Ländern Deutschlands und Polens noch zufließen, von uns abzuleiten und sie Anderen zuzuwenden, was ihm, wie wir vernommen, bereits in mehreren größeren Gemeinden Deutschlands, namentlich inHamburgauch gelungen. Wir erklären, daß der spws'ajs bVa von der vorgeblichen Mission des rc. Bergmann Nichts weiß, und sein Herumstreifen in den verschiedenen Ländern nur in betrüglicher Absicht ist, um dadurch die ohnehin nur geringen Hilfsquellen unseren armen, der deutschen Gemeinde angehörigen ö'-nST zu entziehen, wodurch mehr als 700 Seelen, unter denen viele, trotz Armuth und Elend mit vollster Hingebung der jüdischen Wissenschaft beflissene Gelehrte, insbesondere viele nothleidende Wittwen und Waisen, total dem Elend und der Verzweiflung preisgegeben würden." Es wird nun wol nur dieser Mittheilung bedürfen, um unsere Brüder in den verschiedenen Gemeinden zu warnen, dem rc. Bergmann als Betrüger irgend welchen Glauben zu schenken, am Wenigsten ihm eine Spende zum Besten unserer Brüder im heiligen Lande zuzuwenden, zu denen Nichts gelangen wird. Königsberg in Pr., den 10. Oktober 1851. I. H. Meklenburg, Rabbiner. Literarische Nachrichten. Brilon, 1. September. Wir nehmen die Spatten dieser Zeitung für die Anzeige eines jüngst hier in der Buchdruckerei von M. Friedländer erschienenen Werks in Anspruch, das in mehr als einer Beziehung das Urtheil der Oeffentlichkeit fordert und verträgt. Es ist oder Hebräisches Lehr- und Uebungsbuch von H. Leeser (Lehrer in Dülmen), dessen erster Kursus schon 1848 und dessen zweiter in diesem Jahre erschienen ist. Wenn tiefgründliche Forschung, dialektische Methode und eine vergleichende Behandlung, wie wir sie in Wilhelm von Humboldts sprachlichen Schriften zu finden gewohnt sind, verbunden mit stylkstischer. Reinheit und typographischer Korrektheit einen Anspruch auf eine bleibende Stelle in der Literatur und eine Verbreitung unter den Zeitgenossen begründen, so hat der Verfasser, dessen Streben auf der am 1. Mai d. I. zu Krefeld abgehattenen Lehrerkonferenz die unzweideutigste Anerkennung geworden, sich diesen hinlänglich gesichert. Obgleich — nach der Vorrede zum ersten Kursus — das Buch zunächst nur für israelitische Schulen bestimmt ist, so hilft es doch auch, eine klare und bestimmte Fassung der Regeln mit Uebungen in reinem Bibelhebräisch verbindend, einem fühlbaren Bedürfnisse der Gymnasien ab, deren bereits mehrere (unter Anderen z. B. das hiesige) dasselbe eingeführt haben. Ist der erste Kursus, zum größten Theil bereits abgesetzt, für Anfänger berechnet, so richtet sich der zweite, der sich auch durch eine reiche Auswahl und philosophische Exegese von Stücken aus den apokryphischen Schriften auszeichnet, an eine bereits erstarktere Fassungskraft Vorgeschrittener, und enthalt auch manche beachtenswerthe kritische Bemerkungen über Ewald und Gesenius. Trotz guter Ausstattung ist der Preis beider Theile nur 25 Sgr. Korrespondenz. Ans der Reisetasche eines fahrenden Schülers ans Schwaben. (Schluß.) Noch weitere historische Erinnerungen knüpfen sich der israelitischen Gemeinde Freudenthal an die Regierung des Herzogs Eberhard Ludwig, Vorgängers des Karl Alexander, der von 1677—1733 über Württemberg regierte. Ein mecklenburgisches Fräulein von Gräveniz, zum Schein einem Graven von Würben angetraut, wußte den Herzog seit dem Jahre 1707 durch buhlerische Künste zu bezaubern und verbotene Liebe in ihm zu wecken. Sie wurde des Herzogs allmächtige Favoritin, so daß selbst die Herzogin, sich vor ihr fürchtend, vorzog, das Land zu verlassen. Die Gräveniz erhielt unter anderen reichen Gütern auch die Domäne Freudenthal vom Herzog zum Geschenk. Die Tochter des Bankiers der Grävin, eines reichen Israeliten zu Amsterdam, vermählte sich mit dem damaligen Parnas zu Freudenthal, Ullmann, und die Gravin verlieh dem Bräutigam zum Hochzeitsstrauß 43*