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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-10-13 · Heft 42 (13.10.1851) · p. Seite 500

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 42 (13.10.1851)
Date
1851-10-13
Page
Seite 500 (sequence 8)
Language
German
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500 so werden andererseits die herzlichen Empfindungen tief ergriffen und bewegt, wenn auch der Gottesdienst in stiller Andacht, Ruhe und Ordnung mit Choralgesang abgehaltcn wird — wie dies jetzt geschieht — wonach Tempel und Gebet Harmoniken, und den leidigen Jndifferentismus allmälig verschwinden machen. 8. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, im September. Die „L.Z. C." schreibt: Die als bevorstehend bereits erwähnte Verfügung des h. Unterrichtsministeriums, für Gymnasien und Realschulen eigene israelitische Religionslehrer anzustellen, ist dem Vernehmen nach bereits definitiv beschlossen und soll schon im nächsten Jahre in's Leben treten. Norwegen. Chriftiania, 23. September. Der die Zulassung der Juden betreffende Gesetzentwurf ist nun auch vom Lagthing angenommen. Der Wortlaut des Gesetzes ist folgender: „Gesetz über die Aufhebung des bisher bestehenden Verbots, daß die Juden sich im Reiche einfinden u. s. w. §. 1. Das in der Gesetzgebung enthaltene Verbot, daß die Juden sich im Reiche einsinden dürfen, ist ebenso wie die mit diesem Verbote in Verbindung stehenden Bestimmungen außer Kraft gesetzt. §. 2. Das Gesetz vom 16. Juli 1845 in Betreff derjenigen, welche sich zur christlichen Religion bekennen, ohne Mitglieder der Staatskirche zu sein, wird in seiner Geltung auch auf die Bekenner des mosaischen Glaubens ausgedehnt. — Das Gesetz ist bereits vom König bestätigt. Literarische Nachrichten. Oberdorf im Ries. Herr Alexander Elsäßer wird „Momente aus dem Leben des jüdischen Volkes, metrisch nach den Quellen dargestellt", erscheinen lassen und leitet dies empfehlenswerthe Werk durch folgende Subskriptionseinladung ein: „Das 19te Jahrhundert hat durch seine Aufklarungswuth Manches aus der „guten alten Zeit" über Bord geworfen, was ihm als überflüssiger Ballast für das leichte Boot der Reform erschien. Was nicht nagelneu, von der ersten Mode, frisch und rösch, wie der Weck aus dem Laden war, fand nicht Gunst im Auge des Zeitalters. Die Reformsucht hat sich überstürzt, sie hat das Kind mit dem Bade ausgegossen und jenen Jndifferentismus hervorgerufen, der fast alle natürliche Warme aus dem Herzen des Volks getrieben hat. Wenn dies überhaupt das Charakteristische des jetzigen Zeitalters ist, so hat besonders das Judenthum über dieses Nordlicht der Aufklärung bitter sich zu beklagen. Denn die sogenannten „jüdischrdeutschen" Volksschriften, historischen und ethischen Inhalts, die in keinem Hause fehlten, in denen die Goldkörner orientalischer Poesie glanzten, sind unter's Makulatur geworfen. Jene körnige altdeutsche Sprache wurde irrthümlich mit dem jüdischen Jargon verwechselt, und man schämte sich deshalb, eine dieser Schriften auf dem Tische blicken zu lassen. Die Legenden und Parabeln, die ein Herder, Kosegarten, Kcummacher, Rückert u. A. m. mit vielem gelehrten Apparat aus dem Schacht des Alterthums an's Tageslicht zu bringen suchten, waren großentheils jeder einfachen Judenfrau aus ihrer Sabbatslektüre bekannt. Jetzt ist es anders: Eugen Sue, George Sand, Balzac und andere Nachtgeister der Literatur spucken in den Köpfen der Jugend. Eine Reaktion ist nothwendig! Ich habe nun seit Jahren mich bemüht, den reichen Sagenstoff der jüdischen Literatur zu bearbeiten und habe Versuche in verschiedenen jüdischen Zeitblattern, besonders in der „Zeitung des Judenthums" und in dem „Orient" mitgetheilt. Die Herren Redakteure, Freunde und Bekannte haben mich immer aufgemuntert, diese Versuche fortzusetzen, die nun zu einem Büchlein angewachsen sind. Es sind zwar treffliche Schriften in dieser Richtung von Krafft und Tendlau erschienen; doch ist dieser Stoff nicht erschöpft und ich habe es für räthlich gehalten, aus jeder Epoche der jüdischen Geschichte einige Momente hervorzuheben. Möge dieser Plan Beifall und mein Unternehmen Unterstützung finden, für das ich keinen pekuniären Ge- Gewinn suche! Die verehrliche C. H. Beck'sche Buchhandlung hat unter der Voraussetzung, daß ein Theil der Druckkosten durch vorausgegangene Subskriptionen gedeckt wird, den Verlag dieser Schrift, die wenigstens 14 Druckbogen umfassen dürfte, übernommen und den Preis billigst auf 1 Thlr. oder 1 fl. 45 kr. festgesetzt. Ich ersuche nun die Freunde jüdischer Literatur durch Subskriptionen die Herausgabe dieser Schrift zu fördern."

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