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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-10-06 · Heft 41 (6.10.1851) · p. Seite 487

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 41 (6.10.1851)
Date
1851-10-06
Page
Seite 487 (sequence 7)
Language
German
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487 kennung es verdiene, 25 Jahre unermüdlich und mit Erfolg als Lehrer gewirkt zu haben, erkannte es an, wie Herr F. dem Umstande Rechnung getragen, daß in diesen 25 Jahren die Menschheit in ihren Ansichten und Bestrebungen vielfach eine andere geworden, und sprach die Hoffnung aus, Herr F. werde auch in Zukunft berücksichtigen, daß, wie der einzelne Mensch, so die Menschheit mit den Jahren fortschreite. Denn so Etwas dürfe einem Jugendlehrcr nicht entgehen. Als Beweis der nicht blos in Worten, sondern auch durch dieThat gezollten Anerkennung überreichte Herr Rabbiner Namens der die Geber vertretenden Deputation dem Gefeierten das oben erwähnte Ehrengeschenk von 100 Thlr. Herr F. auf's Freudigste ergriffen, dankte in herzlichen Worten und erkannte in solchen Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit die Aufmunterung zu neuem, beharrlichem Streben, welches er zusicherte. Den Schluß der Feier bildete wieder ein Gesang der Schulkinder. In einer spätem Stunde des Vormittags versammelten sich auf Veranlassung des Herrn Rabbiners die älteren Schüler des Herrn F. und stifteten in Gemeinschaft mit der erwachsenen und Schuljugend der Gemeinde einen Verein zur Bekleidung armer israelitischer Schulkinder wie zur Anschaffung der bei dem Unterrichte nöthigen Lehr- und der für den Gottesdienst erforderlichen Gesang- und Gebetbücher für dieselben. Dem Vereine ist aus früheren Sammlungen der Schulkinder eine Summe von nahe an 100 Thlr. überwiesen worden. Der Verein trägt zur Ehre des Gefeierten, welcher sich um diese frühere Sammlung verdient gemacht, den Namen „Fiebermann'scher Jugendvcrein" und dalirt von diesem Tage des 25jährigen Jubiläums seines Patrons seinen Stiftungstag, der auch als der Tag zur alljährlichen Generalversammlung seiner Mitglieder festgesetzt wurde. Birnbaum, 22. September. (Privatmitth.) Am 16. d. M. fand hier die Einweihung unserer neuerbauten Synagoge statt, deren Bau wie innere Einrichtung sehr gelungen genannt werden kann. Die Herren Rabbiner vr. Joel aus Schwersenz und vr. Schwabacher aus Schwerin a/W. wurde von den hiesigen Korporationsvorstehern dazu geladen, die Predigten zu dieser Feier zu halten. Nachdem ein feierlicher Zug mit den Gcsetzrollen vom Hause des Herrn L. Brasch, eines der Vorsteher, sich zur Synagoge begab, an welchen sich die geladenen Ehrengäste, bestehend: aus den hiesigen Geistlichen der evangelischen und katholischen Kirche und dem Beamtenpersonale anschlossen, öffnete der Herr Landrath v. Sachodolsky die Pforten der Synagoge, indem er einige herzhafte Worte an die Gemeinde richtete. Herr Kantor Weintraub aus Gnesen mit einem gut besetzten Chore sang nach Eintritt mehrerer eigens zu diesem Feste angeordneten Psalmen, worauf der Ortsrabbiner Herr Philipsthal durch ein in hebräischer Sprache gehaltenes Gebet die Einweihung eröffnete. Der Chor siel dann wieder mit Gesang ein. Es hielt daraus der Rabbiner Herr vr. Joel die erste und der Rabbiner Herr vr. Schwabacher die zweite Predigt. Ein deutsches Gebet für König und Vaterland schloß die Feier. Unmittelbar hierauf wurde ein solennes Festessen gegeben, das wiederum von allen Ehrengästen besucht wurde. Es fehlte da nicht an den schönsten Toasten und haben sich unter diesen besonders ausgezeichnet der des Herrn Landraths o. Suchodolsky und der des Herrn Kreisgerichtsdirektors Ebing. Erstercr sprach von dem innigen Zusammenleben und Wirken der hiesigen christlichen und jüdischen Mitbürger und schloß mit dem Wunsche: „es möge die Zeit bald heran nahen, wo man nicht mehr fragen wird: was bist Du? sondern: wie bist Du?" Der des Letztern bezog sich aus daö materielle Wohl der Gemeindemitglieder und endete mit dem Verse: 21U2 N'-ip yisn D'p'Hs:, welchen er in hebräischer Sprache anführte. War die vorhergehende Feier eine höchst Erbauliche, so war dieses Mahl ein trauliches und gemüthliches zu nennen. Besonders werden die erhebenden und ergreifenden Worte der Herren Rabbinen lange in unserm Herzen wiederhallen. Auch bezeigte ihnen die Gemeinde ihren Dank durch Ueberreichung prachtvoller silberner Pokale. Ebenso erhielt der erste Vorsteher unserer Gemeinde, Herr S. Pinner, von der Jugend einen schönen silbernen Pokal als Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste um dieses Gotteshaus. Am darauf folgenden Sonnabend beging die Gemeinde gleichsam eine Nachfeier, indem sie den ersten geregelten Gottesdienst hielt, welcher durch einen erbauenden und belehrenden Vortrag des Rabbiners Herrn vr. Joel noch erhöhet wurde. Mögen nun auch die schönen Vorsätze der Ge-

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