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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-10-06 · Heft 41 (6.10.1851) · p. Seite 486

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 41 (6.10.1851)
Date
1851-10-06
Page
Seite 486 (sequence 6)
Language
German
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486 rath, der israelitischen Gemeinde zur Bestreitung ihrer Schulbedürfnisse für das Jahr 1852 einen Zuschuß von 230 Thlr. zu bewilligen, unter der stillschweigenden Boraussetzung, daß das Schulgeld in der israelitischen Schule übereinstimmend mit demjenigen in den christlichen städtischen Schulen festgesetzt wird. Abschrift dem Schulvorstande der israelitischen Gemeinde Hierselbst zur Nachricht. Krefeld, den 23. September 1851. Der Oberbürgermeister: gez. Ondereyck. Aachen, im September. (Privatmitth.) Die hiesige Gemeinde zeichnet sich aus durch Anerkennung derjenigen, welche sich um sie verdient gemacht. Davon hier seit kurzer Zeit das dritte Beispiel. Das erste belraf, wie schon früher in diesen Blattern mitgetheilt worden, den Borsteher Herrn I. Levy, das zweite den Rabbiner Herrn l)r. Rothschild, dies dritte betrifft den Lehrer der Gemeinde, Herrn A. Fiebermann. Es ist dies ebenso ehrenvoll für die Gemeinde, wie für die Männer, deren Verdienste sie feiert. Am 17. September wurden es 25 Jahre, daß Herr F. als Lehrer an der hiesigen israelitischen Schule gewirkt. Der israelitische Vorstand ließ es sich angelegen sein, diesen Tag festlich zu begehen. Eine vorher in Zirkulation gesetzte Liste ergab von den zahlreichen Freunden des Herrn F. eine Zeichnung von 100 Thir., welche dem Gefeierten am Tage der Jubelfeier als Ehrengeschenk üocrreicht wurden. Die Feier ward durch ein musikalisches Ständchen am Borabende des Festtages cingelcitct. Am Morgen des Festtages hatte sich neben dem Schul-, dem Gemeindevorstande und einer Deputation von Gemeindegliedern auch die Stadt-Aachener Lehrerkonfercnz mit dem Herrn Sckulinspektor an der Spitze zur Beglückwünschung eingefunden. Es ist diese Theilnahme der Lehrerkonferenz um so rühmender anzuerkennen, als es Seitens der oberen Schulbehörden nicht üblich ist, das 25jährige Amtsjubiläum eines Lehrers festlich zu begehen. Die Lchrerkonferenz trägt mehr den Charakter einer Privatvercinigung der Lehrer, und die Theilnahme derselben ist daher um so eher als eine von der Stimme des Herzens gebotene zu rühmen. Wir erwähnen diesen Umstand um so lieber, als wir bei einem solchen Geiste der Jugendlehrer der Hoffnung leben, daß der Geist der Inhumanität, von dem die Spuren immer noch und in neuester Zeit wieder deutlicher sichtbar sind, alsbald gewichen sein wird. „Fahret fort, Ihr Braven, so allerwärts zu wirken und zu weben an dem Webcstuhle der Zeit, denn das ist Eures Amtes mit. Leget Euch mit der ganzen Kraft Eures Geistes hinter das Rad der Zeit und fasset muthig und mächtig in seine Speichen, Ihr bringet es so schneller zum Umschwung. Es ist diese Macht und diese Kraft vor allen Anderen in Eurer Hand gelegen, Ihr Jugendlchrer!" Indem Herr F. durch eine Deputation in sein zierlich geschmücktes Schulzimmer eingeführt wurde, ward derselbe von einem der Bedeutung des Tages entsprechenden Gesang der Schulkinder begrüßt. Herr Inspektor Hundt lobte das Bestreben und die Amtstreue des Herrn F. und überreiche demselben Namens der Lehrerkonferenz ein Gedenkblalt folgenden Inhalts: „Hochgeehrtester Herr Jubilar! Die Feier des 25sten Jahrestages Ihrer Einführung als Lehrer der israelitischen Schule Hierselbst giebt der Stadl-Aachener Lehrerkonscrenz, deren Mitglied Sie sind, die sehr angenehme Aeranlaffung, Ihnen zu Ihrem Amtsjubiläum auf's Herzlichste und Freundlichste Glück und Heil und Segen zu erwünschen. Daß Ihre amtliche Wirkung eine gesegnete war, davon giebt das heutige Fest ein erhebendes Zeugniß. Der Samen des Wahren, Schönen und Guten, den Sie in Hoffnung ausgestreul, ist lieblich ausgegangen, und zeigen sich schöne Blüten und reichliche Früchte allerwärts. Ihre rege Bethciligung an den Konfercnzverhandlungen und an Allem, was die Schule berührt, Ihr stets bescheidener, umsichtiger, männlich-ruhiger Beirath, Ihr treues, aufrichtiges Halten zu Ihren Kollegen, Ihre reine Amlsbruderliebc, alles dies kann die durch Ihre Amtswirksamkeit verdiente Achtung nur erhöhen. Sie waren Ihren Kindern ein rastlos sorgender, sich aufopfernder Vater und Ihrer Lebensgefährtin ein liebevoller, treuer Gatte. Sie haben in allen Richtungen hin gewirkt und gelebt — eines Lehrers würdig. Empfangen Sie von dem Stadt-Aachener Lehrerkollegium die Bcrsicherung wahrer Hochachtung und amtsbrüderlicher Liebe. Möge Ihrem silbernen Jubiläum das goldene folgen!" (Unterschriften.) Herr F. dankte gerührt. — Herr Rabbiner Dr. R. nahm alsdann das Wort, hob hervor, welche Aner-

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