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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-09-29 · Heft 40 (29.9.1851) · p. Seite 476

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 40 (29.9.1851)
Date
1851-09-29
Page
Seite 476 (sequence 8)
Language
German
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476 Unendlich in der Herrlichkeit, In Majestät und Liebe! Der Geistliche sprach nun, nachdem die Rollen in die Lade gestellt waren, das Wort der Tempelweihe, nämlich das Gebet Schelomo's 1. B. Kon. 8. in angemessener Bearbeitung, worauf das Chor ein Heilig, heilig rc. sang. Es folgte nun die Predigt, die unten folgt. Ihr voran ging ein Choral: Was in des Menschen Busen, In seines Herzens Kammern kämpft, Es will sich aufwärts ringen, Es will im lauten Wort Auf zu den Wolken dringen, Zu Dir, der Wesen Hort; Der Vater soll es hören, Und Lösung unserm Streit Und süßen Trost gewähren Und Kraft und Sieg und Freud'. O, Heil Dem, der Dich suchet, Dem seine Leuchte nicht erlosch, Der in des Geistes Grübeln Die Wahrheit nicht verlor. Der in des Lebens Uebeln Die Tugend sich erkor, Der in des Lebens Wirren Die Liebe hat gepflegt, Er kann, er kann nicht irren, Was er auch kämpft und trägt. 3. O, darum laßt uns weihen Das Herz auch, das so stürmisch klopft — Wenn da die Leidenschaften Erheben sich mit Macht, Laßt unsre Blicke haften An Dem, der unser Acht; Und wenn da Friede webet, Sei's Fried' in Gottes Sinn, Daß Friede um uns lebet Zu ewigem Gewinn! Dem Gebet für König, Vaterland, Gemeinde u. s. w. folgte ein hebräischer Psalm von Gemeinde und Vorbeter in Responsen gesungen, nämlich aus Ps. 122, 1. 9. 123, 1. 124, 8. 126, 3. 5. 127, 1. 128, 1. 2. 130, 7. 131, 3. zusammengesetzt. Ein Halleluja des Chors und eine beschließende Musik beendetdie sieben Viertelstunden dauernde Feier: Gott behüte das Haus! Predigt. Andächtige Zuhörer! Theuere Brüder und Schwestern! So ich zum ersten Male diese Stufen bestiegen, diese Redestätte betreten, an und vor Euch zu sprechen das Wort der Weihe, auf den Schwingen der Rede unsern Geist emporzuheben zu der Würde, zu dem ganzen schönen und erhabenen Inhalt dieser Stunde — wie ist da das Herz so voll, der Geist so bewegt! Achtzehn Jahre gestrebt, gerungen, gesprochen, gedrängt — längstens die Hoffnung aufgegeben — da erstanden die Männer, die voll Muthes es begannen, voll Ausdauer es vollbrachten, da erwachte der Geist in der Gemeinde, vor dem jedes Hinderniß schwindet, der keine Opfer scheuet — wir haben ein Haus gebaut — und nun steht es vollendet vor unseren Augen, und lud uns ein in seine Räume, und schließt uns ein in seine hohe Halle. Aber in solcher Bewegtheit des Geistes, m. Fr., bevor er Ruhe gewinnt, den Angenblick und dessen Bedeutung zu durchdenken, da schweift sein Blick in die Vergangenheit zurück, da streift sein Auge in die Zukunft hinaus. Wir sehen im Geiste all die geliebten Menschen um uns, die mit uns so lange Zeit sich gesehnt, ein solches Haus zu bauen, in solche Stätte einzuziehen — aber sie gingen dahin, gerufen von der letzten Botschaft des Herrn, bevor die Hindernisse überwunden, sie gingen uns verloren, bevor das Werk vollbracht, o ein ganzes Geschlecht ehrwürdiger und theurer Menschen — ich sehe sie, ihr Antlitz, hier und da und dort — o, daß Ihr heute bei uns wäret! Aber wir danken ihnen doch, daß diese Gemeinde begründet, diese Gemeinde bestehet, daß sie sich stark und fest erhalten in schwierigen Zeiten, wir danken ihnen den Grund, auf den wir bauten — gesegnet sei euer Angedenken, vergangene Geschlechter dieser Gemeinde, noch in dieser Stunde! Und dann erstehen vor uns, in langen Reihen, die zukünftigen Zeiten dieser Gemeinde, all die noch ungeborenen Menschenseelen, wer zählt, wer kennt sie, die aus dem ungekannten Schlummerlande noch nicht herübergekommen zu dieser Erde, berufen durch die erste Botschaft des Herrn — auch für Euch haben wir gebauet dieses Haus, diese Mauern errichtet, dieses Dach gewölbt — werdet Ihr es benutzen, wozu wir dies gethan? werdet Ihr diese Räume füllen, oft füllen zur Anbetung und zum Lobpreis, und Liebe zu wecken in den Herzen, und Recht zu pflegen in den Geistern, und

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