Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-09-15 · Heft 38 (15.9.1851) · p. Seite 450

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 38 (15.9.1851)
Date
1851-09-15
Page
Seite 450 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225714-3225753--11962-3242105
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

450 ten christlichen Bezirken eröffneten Lädm und sonstigen Geschäftsetablissements werden schließen müssen. Der ministerielle Erlaß, über dessen Fassung bis nun verschiedene Versionen zirkuliren, besagt im Wesentlichen, daß den Israeliten das Wohnen in der ganzen Stadt nunmehr gestattet sei, daß es aber hinsichtlich des Geschäftsbetriebes bis zur neuen Organisation vorläufig beim Alten bleiben müsse." Wien, 30. August. Wir nehmen folgende Berichtigung mit Vergnügen auf: „In dem „Lloyd" vom 27. August (s. vor. M. d. Ztg.) wird eine von dem prager Bürgermeister-Stellvertreter, Herrn Haase, an die gefertigten israelitischen Kaufleute erlassene Zuschrift erwähnt, welche den Auftrag enthält, unsere im neugebauten Hause des Bankiers Herrn Fiedler am Brückel gemietheten Verkaufslokalitäten binnen vier Wochen zu verlassen und einen Strafbetrag zu erlegen. Abgesehen, daß von der zeitgemäßen Bildung und erprobten Gesmnungstüchtigkeit des Herrn Bürgermeister-Stellvertreters keineswegs zu erwarten steht, als ginge von seiner Stellung ein derartiger, die Gegenwart verhöhnender Antrag aus, so entbehrt der erwähnte Bericht überhaupt jeder Wahrheit, indem uns weder eine solche Zuschrift noch ein Auftrag zum Erläge eines Strafbetragcs von irgend einer Behörde zugekommcn ist. Prag, am 29. August 1851. Jakob Tewelcs. B. N. Popper. S. Ludwig Bunzl. I. S. Pereles. E. I. Hock." Pesth, 29. August. Die letzte offizielle Konskription hat die jetzige Bevölkerung hiesiger Stadt auf 83,828 Seelen erwiesen, von denen 12,642 Juden, also 15 Prozent oder fast der 6te Mensch. Frankreich. Paris, im August. Die Arcli. isr. de Fr. thei- Icu ein Schreiben des Dr. Weil in Bern mit, in welchem er aufmerksam macht, daß, während die Energie der nordamerikanischen Juden die dortige Regierung vermochte, die Ausschließungsklausel Betreffs der Juden, welche die Schweiz in den Handclstraktat zwischen sich und den vereinigten Staaten gebracht, hcrauszumcrzen, diese Klausel in dem gleichen Traktat zwischen der Schweiz und Frankreich bestehen geblieben, und die französischen Juden Nichts dagegen gethan haben, während sie gerade den größten Theil der jüdischen Bevölkerung in der Schweiz ausmachen. Er fordert sie auf, wieder und immer wieder dagegen zu reklamiren. —. In Paris hat sich eine „Gesellschaft für das talmudische Studium" unter den Auspizien des Großrabbinen Enncry gebildet. —. Der Stadtrath von Paris hat die Summe von 100,000 Frcs. (26,666^/r Thlr.) zum Neubau der Synagoge rue ISotre -Dame de Nazareth bewilligt. —. Endlich ist das Urtheil über die Verwüstungen, welche 1848 an einigen Orten des Elsasses an den Besitzthümern der Juden verübt worden, erfloffen. Zu Altkirch wurde die Stadt verurtheilt der israelitischen Gemeinde zu bezahlen: 600 Fr. als Ersatz für den Schaden an der Synagoge, 4000 Fr. für die Zerstörung des Mobiliars in diesem Gebäude. Nach den Bestimmungen des Strafgesetzes aber muß die Summe verdoppelt werden, so daß die Stadt 9200 Fr. und die Kosten zu zahlen hat. — Ebenso wurde die städtische Gemeinde von He gen h eim verurtheilt, einzelnen Israeliten für die Zerstörung ihrer Häuser und Mobilien 8500 Fr. Ersatz, also 17,000 Fr. zu zahlen. (Arch. isr. de Fr.) Nordamerika. Magdeburg, im September. Wenn die Bekenner unsers Glaubens nach einer Gegend kommen, die früher von Solchen nicht bewohnt war, da ist das erste — die Synagoge, das zweite — die Schul e. Wir haben schon öfters von dem Aufblühen jüdischer Schulen, namentlich auch Religionsschulen, in Nordamerika berichtet erhalten und gelesen. Wir möchten etwas Uebersichtliches. Wir ersuchen daher einen Kundigen unter unseren Freunden in Nordamerika, uns einmal möglichst über den Stand des ganzen dortigen jüdischen Schulwesens und dessen Aussichten zu berichten. Rußland. Danzig, 20. August. Von allen Seiten bestätigt sich die Mitlheilung unsers Korrespondenten in No. 36 über die sich immerfort mehrende Auswanderung der Juden aus Rußland. So bringen die B.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.