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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-09-08 · Heft 37 (8.9.1851) · p. Seite 440

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 37 (8.9.1851)
Date
1851-09-08
Page
Seite 440 (sequence 8)
Language
German
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440 Nicht ohne geringe Kosten haben diese jüdischen Kaufteute ihre Auslagen zeitgemäß ausgestattet, sie haben seit einigen Wochen schon diese Lokalitäten bezogen, als sie dieser Tage eine vom Herrn Bürgermeister- Stellvertreter Andreas Hase Unterzeichnete Zuschrift des prager Magistrats erhalten, welche den Auftrag enthält, binnen vier Wochen die Verkaufsgewölbe zu verlassen und einen Strafbetrag zu erlegen. Die Betreffenden haben bei der prager Kreisregierung Beschwerde eingebracht, und es ist die Kündigung und Strafe vorläufig sistirt. Einige jüngere subalterne städtische, Finanz- und Bankbeamte bilden ein Konnte zur Abhaltung von Sommer-Reunionen im prager Baumgarlen, und das Erste, was sie beschließen, ist: „Keinem Juden den Zutritt zu diesen Reunionen zu gestatten." Als dieses Faktum durch ein Inserat in einem hiesigen Blatte bekannt wurde, antworteten diese jungen Leute, nachdem die Reunionen für heuer geschlossen sind, mit einer merkwürdigen Sophistik: „daß sie nicht allen Juden den Eintritt verweigern, sondern nur den arroganten." Wir glauben selbst, daß diese Herren jetzt Niemand mehr den Eintritt verweigern werden, da kein Eintritt mehr möglich ist. Allein das ist noch nicht Alles. In der Pr. Ztg. erhalten die Ausschüsse für die Judenausschließung einen öffentlichen D^rk, und ein Herr Binder giebt in einem öffentlichen Blatte den prager Juden den Rarh, eine Reunion in Lieben zu veranstalten, und davon die Christen auch auszuschließcn. Bedauerlich müssen wir es finden, daß solche Demonstrationen gegen die Juden noch von Beamten ausgehen. Rußland. Brody, 17. August. (C. Bl. a. B.) Briefe aus Rußland melden, daß der russische Kaiser aus besonderer Gunst drei Juden im Ministerium angestellt habe. Türkei. Man schreibt aus Damaskus vom 31. Juli: Der preußische Konsul, Herr Ilr. Wetzstein, erhielt von der preußischen Gesandtschaft einen an den hiesigen Intendanten der öffentlichen Finanzen gerichteten Befehl der hohen Pforte, den Erben des in Folge von Schlägen (im August 1850) verstorbenen!)r. Abraham Romano (einen Israeliten), worüber wir auch in diesen Blättern berichtet haben, 100,000 Piaster als Entschädigung auszuzahlen, und jedem der sechs Mitglieder seiner Familie (Vater, Wittwe und vier Kinder des Verstorbenen) monatlich 100 Piaster lebenslängliche Pension anzuweisen. Außerdem wurde Said Pascha, der Veranlaffer des Todesfalles am 25. d. M. nach Konia in die Verbannung geschickt. Holland. Maestricht, 20. August. (Privatmitth.) Jüngstvergangenen Sonntag wurde hier im Sitzungssaal? des israelitischen Gemeindcvorstandes ein glänzendes Fest gefeiert. Die Vorstände aller israelitischen Gemeinden Limburgs wünschten das schon längst bei ihnen rege gewordenes Vorhaben in Ausführung zu bringen, um nämlich auf eine ausgezeichnet glänzende Weise ihre Dankgefühle dem Herrn S. Bloemendal, korrespondirendem Mitglied des Oberkonsistoriums für die Kultusangelcgenheiten im der Niederlande im Synagogalressort in Limburg für seine vieljährigen höchst wichtigen und zwar uneigennützigen Dienste, die er in dieser Angelegenheit den Gemeinden erwiesen hat, zu bezeugen. Die Kirchenvorstände ließen zu diesem Ende durch den Künstler I. Wiener zu Brüssel eine Medaille anfertigen, welche auf einer Seite die Facade der schönen Synagoge zu Maestrichl, und auf der andern Seite die folgende Inschrift enthält: llulile en dankbaarheid vau al de Israelitische Gemeenlen in Limburg, aan 8. Bloemendal, Corresponderend Lid der Iloold-Commissie tot de Zaken der Israeliten, voor zyne edele bemoeyingen ter bevordering der belangen vau bei Kerkelyk ressort in Limburg. Maestrichl den XVII. Augustus MDGCCLl. (* pbb ist oin’|3ibp nbn n:toa a« ll"' '« tava Beinahe alle Mitglieder der Kirchenvorstände der israelitischen Gemeinden Limburgs haben sich auf diesen Tag hierher begeben und in einer zu diesem Zwecke anberaumten ressortalcn Versammlung sich, vereinigt, auf welche Weise die Ueberreichung der Medaille stattsinden soll. *) Nach der üblichen jüdischen Weise ist der Name des Herrn Bloemendal ur oia^ibp nah Diese Buchstaben machen die Jahreszahl unserer Zeitrechnung aus, nämlich: 611.

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